Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes auf Mærsk-Containerschiffen

EUCAWS-Station an Bord des Containerschiffes Manila Mærsk © Maersk
Wetterbeobachtung auf See | Vermischtes
von hallelife.de | Redaktion

Bis zum Jahresende 2020 installiert der Deutsche Wetterdienst (DWD) auf 50 Containerschiffen von Mærsk, die zur dänischen A.P.Møller Mærsk Group gehört, automatische Bordwetterstationen. Mærsk ist die weltweit größte Containerschiff-Reederei. Die sogenannten EUropean Common Automated Weather Stations, kurz EUCAWS, messen je nach Sensorbestückung auf See automatisch Luftdruck, Lufttemperatur, Luftfeuchte, Meeresoberflächentemperatur sowie Windrichtung und -geschwindigkeit. Sie tragen so zur Verbesserung der Wettervorhersage und des Warnmanagements sowie zur Klimaforschung bei.

Weltweites Beobachtungsprogramm auf See

EUCAWS wurde in einem Gemeinschaftsprojekt fünf europäischer nationaler Wetterdienste entwickelt, darunter der DWD. Das gemeinsame Projekt ist ein Beitrag zu dem von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) koordinierten Voluntary Observing Ship-Programm (VOS). „Wir freuen uns sehr darüber, dass wir weitere 50 Containerschiffe von Mærsk vom DWD mit Automatischen Bordwetterstationen ausrüsten,“ sagt Klaus-Jürgen Schreiber, Mitglied des Vorstands und Leiter des Geschäftsbereichs Technische Infrastruktur und Betrieb beim DWD, dessen Sachgebiet Maritimes Messnetz für die alleinige Installation der EUCAWS auf den Mærsk-Schiffen zuständig ist. „Denn im Gegensatz zur konventionellen Methode der Wetterbeobachtung auf See werden durch EUCAWS zwar weniger Parameter erfasst, aber dafür werden diese in gleichbleibend hoher Qualität stündlich ermittelt und versendet.“

„Für uns als globales Unternehmen der Containerlogistik sind unsere Schiffe ein wesentliches Element sowohl für das Unternehmensnetzwerk als auch für unsere Kernkompetenz, weltweit gehandelte Waren sicher und fristgerecht zu transportieren. Dass wir von Mærsk Wettervorhersage und Klimawissenschaften unterstützen und fördern, versteht sich von selbst, denn beides ist für unser Geschäft in vielerlei Hinsicht relevant,“ sagt Aslak Ross, Leiter Marine Standards bei Mærsk. „Wenn wir helfen können die Qualität der Wetterroutingdienste noch so geringfügig zu verbessern, so werden schon dadurch unsere andauernden Bemühungen unterstützt, die Sicherheit von Crews und Material zu erhöhen sowie verlässliche Ankunftszeiten von Fracht zu gewährleisten. Zur Vereinfachung der Abläufe für unsere Crews sowie zur Vereinheitlichung der Berichtübermittlung ist es nur vernünftig, über einen Standard und eine globale Anlaufstelle für das VOS-Programm zu verfügen.“


Wichtiger Beitrag zur Wettervorhersage und Klimaforschung

Rund 200 der insgesamt 300 Schiffe, die sich im Eigentum von Mærsk befinden, nehmen bereits an diesem VOS-Programm teil und führen auf konventionelle Weise Wetterbeobachtungen auf See durch. Dies bedeutet, dass die Besatzung an Bord bereitgestellte Instrumente abliest, die Werte mit Hilfe einer Standardsoftware verschlüsselt und an die Wetterdienste übermittelt. Diese Art und Weise der Wetterbeobachtung erlaubt zwar, auf See sonst kaum messbare Parameter, wie Sicht, Wellenhöhe oder Wolken, zu erfassen, hat aber den Nachteil, dass die Besatzung, die grundsätzlich freiwillig das Wetter beobachtet, auch Zeit für diese Beobachtungen haben muss. Daher kommen von den Schiffen, die mit der konventionellen Methode am VOS-Programm teilnehmen, täglich nur bis zu vier Beobachtungen.

„Die Aufgabe, die EUCAWS-Stationen auf den Mærsk-Schiffen zu installieren und zu betreuen, haben wir sehr gerne übernommen, stellt dies doch einen weiteren wichtigen Beitrag des DWD zum weltweiten VOS-Programm dar“, so Klaus-Jürgen Schreiber weiter. „Gut zwei Drittel der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt, aktuelle Wetterbeobachtungen von See liefern daher einen signifikanten Mehrwert für Wettervorhersage und Warnmanagement. Außerdem dienen sie dazu, die aus Wettersatelliten abgeleiteten meteorologischen Parameter zu prüfen und zu verifizieren und sind auch für die Klimaforschung von großer Bedeutung.“

Und Aslak Ross ergänzt: „Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen, mit denen die Weltgemeinschaft konfrontiert ist. Auch unsere Geschäftstätigkeit und die Firmen und Kunden, für die wir tätig sind und mit denen wir zur Förderung des Handels zusammenarbeiten, sind davon betroffen. Wir verfolgen eine ehrgeizige Strategie zur Entkarbonisierung unserer Schiffsflotte bis 2050 und sind stolz darauf, je weiter wir auf diesem Weg voranschreiten, dass sowohl unsere Schiffe als auch die Mannschaften dazu beitragen, Forschern ein besseres Verständnis dieser so bedeutsamen, globalen Herausforderung und ihrer Auswirkungen auf unser Umfeld zu ermöglichen.“

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