Volkskrankheit Spielsucht: Was hilft wirklich

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von hallelife.de | Redaktion

Glücksspiele machen Spaß. Es ist der besondere Kick, der immer mehr Menschen dazu bewegt, ihr Geld entweder beim Spielen an Spielautomaten oder bei Sportwetten einzusetzen. Dabei hoffen sie nicht nur, möglichst viel zu gewinnen. Es ist der Reiz, das Abenteuer und der - vermeintlich - unvorhersehbare Spielausgang, die Glücksspiele so faszinierend machen. Doch diese Faszination kann schnell Überhand nehmen. Irgendwann kommt man nicht mehr weg davon. 

Das Spielen ist nicht mehr reiner Zeitvertreib, der gelegentlich und in geregeltem Maß für Ablenkung sorgen soll, er nimmt mehr und mehr Zeit, Gedanken und Geld in Anspruch - es entwickelt sich eine Spielsucht. In Deutschland leiden zwischen 100.000 und 300.000 Menschen an Spielsucht. Doch es gibt Wege, das Suchtrisiko zu senken und eine bestehen Abhängig effektiv zu behandeln.

Wie macht sich Spielsucht bemerkbar?

Für den betroffenen selbst ist es - wie bei allen Abhängigkeiten - gar nicht so einfach zu erkennen, ob man süchtig ist. Selbst wenn man auf Menschen aus dem eigenen Umfeld darauf angesprochen wird, fällt es schwer, sich einzugestehen, dass man unter Spielsucht leidet. Niemand identifiziert sich gerne als “abhängig”. Eine Spielsucht entsteht nicht von einem Tag auf den anderen. Sie entsteht über einen längeren Zeitraum. Zunächst macht das Spielen Spaß und entwickelt sich zu einem Hobby.

Die Entwicklung einer Spielsucht wird in drei Phasen unterteilt:

positives Anfangsstadium (Einstiegsphase), kritisches Gewöhnungsstadium (Verlustphase) und Suchtstadium (Verzweiflungsphase).

In der Einstiegsphase steht der Spaß im Vordergrund. Schritt für Schritt widmet man dem Spielen mehr und mehr Zeit, Gedanken und Geld.

In der Verlustphase versucht man mit steigendem Einsatz, Verluste wieder auszugleichen.

In der Verzweiflungsphase wird das Spielen ohne Zeit- und Geldlimits verfolgt. Lebensbereiche wie Beruf, Ausbildung, soziale Kontakte und die eigene Gesundheit werden vernachlässigt, um mehr spielen zu können. Man kann dem Drang zu spielen kaum noch standhalten und wenn man sich - mehr oder weniger - Tag und Nacht mit dem Spielen beschäftigt. Jede freie Minute wird zum Spielen genutzt und wenn man einmal nicht spielt, wird an die nächste Partie gedacht und die Spiele begleiten Betroffene teilweise sogar in ihren Träumen. Spielt man nicht, machen sich Entzugserscheinungen wie Bauchschmerzen oder Stimmungsschwankungen bemerkbar.

So entsteht Spielsucht

Es gibt einige Faktoren, die zur Entstehung von Spielsucht beitragen können. Statistisch gesehen sind Männer häufiger von Spielsucht betroffen. Sie suchen öfter das Risiko und den Reiz, Unvorhersehbares zu erleben. Junge Menschen sind ebenfalls anfälliger für Spielsucht. Weitere Faktoren sind Schicksalsschläge, Arbeitslosigkeit, ein ungeregelter Tagesablauf, geringes Selbstvertrauen und Perspektivlosigkeit. Diese Faktoren können das Auftreten einer Spielsucht begünstigen. Da die Spielsucht vergleichsweise schwer von außen zu erkennen ist, müssen Betroffene, die häufig ohnehin eher isoliert leben, oft selbst Hilfe suchen. Mit dem Aussterben von landbasierten Casinos und Spielehallen finden immer mehr an Spielsucht leidende Menschen mit Online Casinos Orte, an denen sie anonym und unbeobachtet so viel Spielen können, wie sie wollen. Doch lizenzierte Online Casinos bzw. deren Lizenzbedingungen sind sich der Gefahr, die das Spielen im Internet birgt, bewusst.

Online Casinos und Spielsucht

Im Gegensatz zu landbasierten Casinos haben Online Casinos den vermeintlichen Vorteil, dass dort mit zusätzlichen Angeboten gelockt werden kann. Dabei gibt es diverse Bonusarten, die mitunter eine Einzahlung vermehren oder gar kostenloses Guthaben auf das Benutzerkonto zaubern. Obwohl dies kritisch betrachtet werden kann, ist es anzumerken, dass Online Casinos strengen Kontrollen unterzogen werden und Maßnahmen zum verantwortungsvollen Spielen Anwendung finden. Demzufolge haben Spieler nicht nur die Möglichkeit, verschiedene Begrenzungen bezüglich der Spielzeit oder der eingezahlten Beträge vorzunehmen, sondern auch von Seiten der Anbieter werden gefährdete Spieler beobachtet und wenn nötig von der Teilnahme am Spielen ausgeschlossen. Eine derartige Vorgehensweise ist in traditionellen Spielbanken kaum vorstellbar.

Maßnahmen zur Prävention von Spielsucht

Glücklicherweise gibt es einige Faktoren, die das Entstehen einer Spielsucht verhindern können. Diese können auch bei sogenannten “Risikospielern” - also Menschen, die zwar nicht abhängig sind, aber sich nahe an einer Spielsucht bewegen - präventiv wirken, eine Therapie im Falle einer Abhängigkeit können sie aber nicht ersetzen.

Stabilität im Leben

Ein fester Arbeitsplatz, geregelte Arbeitszeiten, eine feste Beziehung, regelmäßiger Kontakt mit einem Freundeskreis (ohne Zusammenhang mit Glücksspielen) und eine stabile Familiensituation sorgen für Stabilität. Stabilität im Leben gibt nicht nur das Gefühl von Sicherheit. Hat man gewissen Routinen und Gewohnheiten erste einmal entwickelt, fällt es schwer, diese wieder loszuwerden. So verbringt man fast schon automatische mehr Zeit mit seiner Arbeit, seiner Familie, seinen Freunden und anderen alltäglichen Dingen, was weniger Zeit für das Spielen übrig lässt.

Andere Quellen für Glücksgefühle

Der Rausch an Glücksgefühlen ist besonders intensiv für Menschen, die seltener in den Genuss von Euphorie kommen als andere. Aus diesem Grund können Hobbys, vor allem Sportarten und Kunstformen, wie das Spielen eines Musikinstruments, dafür sorgen, dass Glücksgefühle nicht exklusiv am Spielautomaten oder im Wettbüro erlebt werden. Im besten Fall lassen sich ein stabiles Leben mit engen Freundschaften, einer unterstützenden Familie mit den eigenen Hobbys kombinieren.

Erfolgreiche Therapien gegen Spielsucht

Sollte man doch zu der Einsicht kommen, dass man unter einer Spielsucht leidet, ist die größte Chance auf Heilung, sich in Therapie zu begeben. Diese hat natürlich nur dann die Aussicht zu wirken, wenn man aus eigener Motivation daran interessiert ist, seine Situation zu bessern. Man kann sich entweder in ambulante Behandlung begeben (also regelmäßige Termine bei einem Therapeuten und in einer Gruppe) oder stationäre Therapie beanspruchen (hier bleibt man für eine gewisse Zeit in einem therapeutischen Umfeld). Eine ambulante Therapie kann vor allem für Menschen Sinn machen, die Zuhause auf einen starken Rückhalt ihrer Familie und Freunde zählen können. Ist die Spielsucht zu stark mit dem eigenen Alltag verstrickt, kann eine stationäre Behandlung effektiver sein. Wenn Sie das Gefühl haben, an Spielsucht zu leiden, finden Sie unter www.verspiel-nicht-dein-leben.de Hilfe.

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