Migrantische Eltern brauchen Beratung mehr denn je!

Projekt NEMSA vor dem Aus? | Vermischtes
von hallelife.de | Redaktion

Im Laufe von knapp zwei Jahren hat das Landesnetzwerk Migrantenorganisationen in Sachsen-Anhalt an den drei Standorten Halle, Dessau und Magdeburg das Projekt „NEMSA – Netzwerk der Eltern mit Migrationsgeschichte in Sachsen-Anhalt“ aufgebaut. Im Projekt werden zugewanderte Eltern darin unterstützt, sich im deutschen Schul- und Kitasystem zurechtzufinden. Eltern können sich als Multiplikator*innen ausbilden lassen und anschließend selbst andere Eltern unterstützen. Ziel des Projektes ist, dass Kinder einen Schulabschluss erreichen können, der ihrem Potenzial entspricht.

„Gerade jetzt sind viele Zugewanderte noch mehr auf Unterstützung angewiesen. Homeschooling und die schrittweise Rückkehr in die Schulen stellen Eltern und Kinder vor riesige Herausforderungen“, sagt Anja Treichel, Projektleiterin. „Manche neu zugewanderte Eltern haben weder ausreichende Sprachkenntnisse noch die technischen Möglichkeiten. Die Gefahr besteht, dass die Kinder abgehängt werden“ so Aras Badr, Berater im Projekt in Magdeburg.

Aufgrund der Einschränkungen durch Covid 19 finden derzeit Veranstaltungen für die Eltern online statt, die Beratung läuft per App oder Telefon weiter. Leider läuft die Finanzierung durch den EU-Asyl- und Migrationsfonds AMIF über das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Ende Juni aus; eine anschließende Weiterfinanzierung ist nicht gesichert, da die Fristen für die Einreichung mehrfach verschoben wurden und darüber hinaus eine schnelle Bearbeitung der neuen Anträge durch das BAMF nicht vorgesehen ist. Davon ist nicht nur LAMSA betroffen, sondern zahlreiche andere kleine Träger ohne nennenswerte finanzielle Rücklagen.

„Das würde für uns bedeuten, dass wir die Miete für die Büros nicht mehr zahlen können, das Team nicht mehr weiterarbeiten kann, die Eltern allein gelassen werden – kurzum: eine über zwei Jahre mühsam geschaffene Struktur steht vor dem Aus.“ Mamad Mohamad, Geschäftsführer des LAMSA fordert daher, dass die eingegangenen Anträge zeitlich so bearbeitet werden, dass im Falle einer Bewilligung eine lückenlose Weiterarbeit möglich ist und die Projekte im Juli starten können.

 

Über das LAMSA:

Das Landesnetzwerk (LAMSA) wurde im Jahr 2008 gegründet und vertritt seither die politischen, wirtschaftlichen und sozialen, sowie kulturellen Interessen der Menschen mit Migrationshintergrund auf Landesebene. Es versteht sich als deren Fürsprecher und steht gegenüber der Landesregierung, allen migrationspolitisch relevanten Verbänden, Institutionen und weiteren Migrantenorganisationen in anderen Bundesländern als Ansprechpartner zur Verfügung. Im März 2014 gründete LAMSA einen gemeinnützigen Verein. Derzeit sind 107 Organisationen und Einzelpersonen unterschiedlicher Herkunft, kultureller Prägung sowie religiöser Zugehörigkeit im LAMSA vertreten.

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