Kampfmittelberäumung in Wäldern muss massiv beschleunigt werden

Wald 1 - Free Photos Pixabay
Risiko bei Waldbränden | Vermischtes
von hallelife.de | Redaktion

Zehn Prozent der Landesfläche von Sachsen-Anhalt sind nach Angaben des Kampfmittelbeseitigungsdienstes mit alter Munition belastet. Das entspricht einer Fläche von 2.041 Quadratkilometern. Die Truppenübungsplätze der Bundeswehr sind dabei nicht mitgerechnet. Keine verlässlichen Angaben gibt es dazu, wie hoch der Anteil von Wald an dieser Kampfmittelverdachtsfläche ist. Fest steht jedoch, dass ein großer Teil der Waldflächen Bundeseigentum ist.

Für die Öffentlichkeit wird dieser Umstand vor allem dann offenbar, wenn es zu Waldbränden auf kampfmittelbelasteten Flächen kommt.  Die Feuerwehren können oft nichts gegen die Waldbrände tun, weil die Wälder auch fast drei Jahrzehnte nach Ende ihrer militärischen Nutzung nicht von alter Munition beräumt sind. Solche kampfmittelbelasteten Flächen mit erhöhter Waldbrandgefahr gibt es vor allem in der Altmark, im Fläming und im Landkreis Wittenberg.

Hinzu kommt, dass für die Waldflächen von den Landkreisen Betretungsverbote ausgesprochen wurden. Naturflächen werden auf diese Weise der Naherholung entzogen und historische Wegebeziehungen unterbrochen. Ein eklatanter Fall sind die nicht mehr militärisch genutzten Teile des Zeitzer Forstes im Burgenlandkreis, die nach dem Abzug der sowjetischen Streitkräfte nicht systematisch beräumt wurden.

Seit Jahren setzt sich Rüdiger Erben, innenpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, dafür ein, dass die Kampfmittelräumung in Sachsen-Anhalt forciert wird, und sieht dabei vor allem den Bund in der Pflicht: „Sobald die Waldbrandsaison beginnt, wird die Bedrohung durch Kampfmittelreste wieder offenbar werden. Der Bund muss endlich seine nicht mehr militärisch genutzten Bundesforste von Kampfmitteln freiräumen lassen, damit diese auch bei Waldbränden keine Gefahr mehr darstellen. Teilweise liegt die Munition seit fast acht Jahrzehnten in den Wäldern und hat nichts von ihrer Gefährlichkeit eingebüßt, im Gegenteil.“

Erben ist durchaus bewusst, dass die Beräumung Jahrzehnte dauern wird, doch sie müsse jetzt endlich angegangen werden. Die Kompetenz hierfür sei in Sachsen-Anhalt vorhanden, doch der Bund müsse endlich finanziell und organisatorisch die Weichen stellen.

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