Gemeinschaftsschulen benötigen Ruhe zur Entwicklung

Sachsen-Anhalt | Vermischtes
von hallelife.de | Redaktion

Medienberichten zufolge droht das Bildungsministerium einigen Gemeinschaftsschulen in Sachsen-Anhalt Konsequenzen wegen zu geringer Schülerzahlen an. Dieses Argument scheint vorgeschoben, weil auch andere Schulformen von leichten Unterschreitungen der Planzahlen betroffen sind. Aus Sicht der GEW müssen sich Gemeinschaftsschulen als gute Alternative in der Schullandschaft etablieren, dafür benötigen sie Planungssicherheit und keine Schließungsdebatten.

Nach Auffassung der GEW Sachsen-Anhalt stehen die geringfügigen Unterschreitungen der Mindestschülerzahlen in keinem Verhältnis zu den jetzt vom Bildungsminister ins Spiel gebrachten Sanktionen. Zumal es sich um den ersten Jahrgang überhaupt an diesen Schulen handelt. Eva Gerth, Vorsitzende der GEW Sachsen-Anhalt, erklärte dazu heute: „Wir können uns des Eindrucks nicht erwehren, dass mit diesem Vorgehen aus parteipolitischen Motiven bewusst Unruhe in einer bestimmten Schulform erzeugt werden soll. Eltern, Schüler und Lehrkräfte werden hier ohne Not verunsichert und die Bemühungen einer ganzen Schulform torpediert.“ Ganz im Gegenteil müsste für alle Beteiligten die gezielte Stärkung dieser relativ neuen Schulform das gemeinsame Ziel sein.

Für eine ehrliche Debatte sollten zudem die Prognosen für die Schülerzahlen in der Oberstufe über die nächsten drei Jahre mit in den Blick genommen werden. „Hier sind die Entwicklungen nach unserer Einsicht deutlich positiver. Ein Störfeuer wie jetzt kann diese Entwicklung natürlich schnell wieder im Keim ersticken. Der Bildungsminister sollte gegenüber Eltern, Schülern und Beschäftigten schnell und verbindlich erklären, dass er den Gemeinschaftsschulen Ruhe und Sicherheit auch im Aufbau der Oberstufe zugesteht“, so Gerth weiter. Die Schullandschaft sei denkbar ungeeignet für parteipolitische Spielchen und Taktierereien, zudem lägen die Probleme dort klar in anderen Bereichen.

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