Die Chroniken von Tschernobyl

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Zum Jahrestag: Greenpeace Halle erinnert mit begehbarem Zeitstrahl an das Atomunglück

Anlässlich des 30. Jahrestages der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl erinnert Greenpeace Halle mit einem „begehbaren“
Zeitstrahl auf der Ziegelwiese (zwischen Peißnitzbrücke und Fontäne) an das Unglück.

Die Chroniken von Tschernobyl

Von 17-19 Uhr können Passanten maßstabsgetreu Schlüsselmomente in der Geschichte der Nuklearkraft nachvollziehen – von der Geburt der Physikerin Marie Curie bis zur Kernschmelze in Fukushima. Ein Jahr entspricht einem Meter. Die ehrenamtlichen Aktivisten wollen davor warnen, die Gefahren der Atomkraft zu unterschätzen und die Unfälle mitsamt ihrer Opfer in Vergessenheit geraten zu lassen. „Wir sind es den Opfern von Tschernobyl schuldig, aus der Atomkraft auszusteigen“, sagt auch Greenpeace Atomexperte Tobias Münchmeyer bei einer Protestaktion in Tschernobyl. „Der Unfall von Tschernobyl ist ein Albtraum, der seit 30 Jahren andauert.“

Schätzungen gehen von hunderttausend Todesfällen und mehreren hunderttausend Krankheitsfällen und Evakuierungen aus. Der wirtschaftliche Schaden wird allein für die Ukraine und Weißrussland von den jeweiligen Regierungen auf 436 Milliarden US-Dollar geschätzt. Nach neuesten Angaben des ukrainischen Gesundheitsministeriums leben in der Ukraine derzeit rund 3500 Kinder mit Behinderungen, die auf die Reaktorkatastrophe zurückzuführen sind. Ihre Eltern hielten sich entweder 1986 in der Nähe des Unfalls auf, arbeiteten als sogenannte Liquidatoren in Tschernobyl oder müssen heute noch immer auf kontaminiertem Boden leben. 418.000 Kinder stehen permanent unter besonderer ärztlicher Kontrolle.

„Tschernobyl zeigt, es gibt keine angeblich friedliche Nutzung der Atomenergie. Atomkraft fordert viele Opfer“, sagt Münchmeyer. „Die Bundesregierung muss darauf drängen, dass Uralt-Meiler in Belgien, Frankreich, Tschechien und der Schweiz möglichst rasch abgeschaltet werden“, so Münchmeyer. Wegen ungeklärter Sicherheitsfragen hatte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) vergangene Woche die belgische Regierung gebeten, die belgischen Pannenmeiler Tihange 2 und Doel 3 vorläufig vom Netz zu nehmen.

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