Bei Ryanair drohen neue Streiks

Reisen | Vermischtes
von hallelife.de | Redaktion

Die Fluglinie Ryanair ist seit Langem für den ruppigen Umgang mit ihren Belegschaften bekannt. Im Zuge sich eintrübender Renditeaussichten des Billigfliegers zeichnen sich erneut Konflikte ab. Die Arbeitnehmer in mehreren Ländern haben in Urwahlen für Arbeitsniederlegungen gestimmt. Streik liegt in der Luft.

 

Streiks in Spanien zeichnen sich ab

Die spanische Flugbegleitergewerkschaft SICTPLA wirft Ryanair in einer offiziellen Mitteilung vor, die Fluggesellschaft weigere sich, spanisches Arbeitsrecht zu akzeptieren und umzusetzen. Ryanair lehne es ab, Selbstverständlichkeiten wie Verhandlungsort und -sprache schriftlich zu dokumentieren und ein Protokoll zu unterzeichnen. Mit Hinweis auf dieses Fehlverhalten hat die Gewerkschaft einen zehntägigen Streik angekündigt, der über den September verteilt stattfinden soll.

 

Fluggastrechte und Entschädigungen

Für deutsche Urlauber ist die Streikdrohung aus Spanien von besonderem Interesse, weil mögliche Flugausfälle Mallorca treffen könnten, der Deutschen liebste Ferieninsel. Zwar garantiert die Fluggastrechte-Verordnung der Europäischen Union den Kunden für diesen Fall Entschädigungen, die Betroffenen würden aber wohl einen pünktlichen Flug vorziehen.

Sollte es zur deutlichen Verspätung eines Fluges oder zu seiner Streichung kommen, sind Reisende nicht auf sich allein gestellt, selbst wenn Ryanair sich gegen eine Entschädigungszahlung wehren sollte. Anbieter wie der deutsche Marktführer Flightright begeben sich für Geschädigte in die rechtliche Auseinandersetzung mit der Airline und erstreiten die Entschädigung ohne Ärger und Risiko für den jeweiligen Kunden. Für diese Dienstleistung erhebt Flightright nur im Erfolgsfall eine Provision. Das Unternehmen hat die Flüge von Ryanair im Blick, siehe die Updates zu Ryanairflügen auf Flightright.

 

Großbritannien und Irland vor Streiks

Auch in Großbritannien droht Ryanair Ungemach. Die britische Pilotenvereinigung "British Airline Pilots Association" (BALPA) forderte das Management der Fluglinie auf, mit ihr über eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu verhandeln. BALPA hatte im März zahlreiche Forderungen an Ryanair gerichtet, zu Fragen wie Pensionen und Mutterschutz. Auf keines dieser Anliegen habe Ryanair in irgendeiner Form geantwortet, empört sich die Gewerkschaft.

BALPA teilte mit, dass sich in einer Abstimmung 80 Prozent der Teilnehmer für Arbeitsniederlegungen ausgesprochen hätten. Der Ausstand soll in dieser Woche beginnen, vorgesehen sind der 22. und 23. August sowie der 2. bis 4. September.

Ryanair wies im Gegenzug darauf hin, dass ihre britischen Flugkapitäne nach einer 20-prozentigen Gehaltserhöhung im letzten Jahr besser als bei den Konkurrenten Jet2 und Norwegian bezahlt würden. Die Streikdrohungen zeigen, dass dieses Argument nicht verfängt.

Die bei Ryanair in Irland direkt angestellten Piloten votierten bei einer Abstimmung der "Irish Air Line Pilots Association" (IALPA) mit 94 Prozent ebenfalls für einen Ausstand und verlangen vom Management die Bereitschaft zu Verhandlungen und Zugeständnissen.

Hintergrund: Rendite im Sinkflug

Die Auseinandersetzung von Ryanair mit den Gewerkschaften ist vor dem Hintergrund von sinkenden Gewinnen zu sehen. Die sind beim im März abgelaufenen Geschäftsjahr um fast 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen. Das Flugverbot für Boeing-Maschinen des Typs 737 Max trübt die Aussichten zusätzlich ein. Ryanair-Chef Michael O'Leary kämpft mit seinen vier Airline-Marken dagegen an, lässt sie miteinander konkurrieren und droht den Beschäftigten. Der Wettbewerb übt Druck auf die Tarifbedingungen aus und schürt auf diese Weise die Konflikte mit den Gewerkschaften.

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