Tag der Abschiede in Halle

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Städtisches Leben | Vermischtes
von Tobias Fischer

Der Freitag war der Tag der Abschiede in Halle (Saale). Gefängnisseelsorgerin Hanna Haupt und Professor Dieter Strack, Direktor des Leibniz-Instituts für Pflanzenbiochemie, gehen in den Ruhestand. Nachfolger am Leibniz-Institut wird Prof

Tag der Abschiede in Halle

Der Freitag war der Tag der Abschiede in Halle (Saale). Gefängnisseelsorgerin Hanna Haupt und Professor Dieter Strack, Direktor des Leibniz-Instituts für Pflanzenbiochemie, gehen in den Ruhestand. Nachfolger am Leibniz-Institut wird Prof. Ludger Wessjohann.

Mit Hanna Haupt verlässt eine Institution der Gefängnisseelsorge ihren Posten. Sie hat nach der Wende 1990 die Gefängnisseelsorge in Halle mit begründet “und 20 Jahre lang wie niemand sonst geprägt”, sagte Justizstaatssekretär Bernhard Sterz in einer kleinen Feierstunde. “Sie hatte stets ein offenes Ohr für die Gefangenen und bot ihnen in Krisensituationen Rat. Über die psychologisch-therapeutische Beratung hinaus war Hanna Haupt zugleich um eine nachhaltige Förderung der Gefangenen bemüht”, so Sterz und verwies auch auf Angebote für eine aktive Freizeitgestaltung. Die kirchliche Amtshandlung der Verabschiedung nahm der neue Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Halle-Saalkreis, Hans-Jürgen Kant, vor. Es war damit seine erste offizielle Amtshandlung im neuen Kirchenkreis.

Hanna Haupt wurde 1947 in Rudolstadt/Thüringen geboren und wuchs in Erfurt mit fünf Schwestern und zwei Brüdern auf. Die jungen Jahre waren geprägt durch die evangelische Jugend- und Schülerarbeit in Erfurt. Mitglied der „Jungen Pioniere“ oder der FDJ war sie nie, sie nahm auch nicht an der Jugendweihe teil, stattdessen an der Konfirmation. 1966 folgte das Abitur in Erfurt mit Facharbeiter für Zierpflanzenbau. Im Anschluss studierte Haupt bis 1973 in Leipzig. Zunächst Bibliothekswissenschaften (Diplom), danach Religionspädagogik/ Theologie (Diplom). Es folgten bis 1983 Leben und Arbeiten in Erfurt sowie 1983-1989 in Blankenhain/Thüringen, Seit dem Herbst 1989 lebt sie in Halle, begründete hier die Bürgerinitiative Paulusviertel in der Wendezeit mit.

Ihre seelsorgerische Arbeit im Gefängnis “Roter Ochse” absolvierte sie von 1990 bis 1994 zunächst ehrenamtlich, zugleich war sie Katechetin in der Evangelischen Paulusgemeinde. 1994 wurde sie ordiniert und arbeitet seit 1995 hauptamtlich als Gefängnisseelsorgerin und Ausländerseelsorgerin in Halle. Von 1994 bis 2002 war sie stellvertretende Vorsitzende der Evangelischen Konferenz für Gefängnisseelsorge in Deutschland und arbeitete in verschiedenen Gremien der Gefängnisseelsorge, der Straffälligenhilfe und der Ausländerarbeit.

Nicht nur kirchlich, auch politisch war und ist Haupt aktiv. 1990 wurde sie in den Stadtrat gewählt und ist seit dem Mitglied. Von 1990 bis 1999 war sie Vorsitzende des Innenausschusses, seit 1999 Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses. Im Ruhestand bleibt ihr nun mehr Zeit für diese ehrenamtliche Tätigkeit. Und als Mutter von vier erwachsenen Kindern - zwei Töchtern und zwei Söhnen - hat sie auch mehr Zeit für ihre Familie. Die fünf Enkelkinder werden sich sicher freuen.

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