Brauchen wir Elitebildung?

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Universitätsleben | Vermischtes
von Tobias Fischer

Elitenbildung oder Bildungselite? Diesem aktuellen und derzeit breit diskutierten Thema widmete sich im zu Ende gehenden Sommersemester die Reihe "Hallesche Abendgespräche zu Schule und Bildung", veranstaltet vom Zentrum für Schul- und Bildungsforschung (ZSB) der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg (MLU). Zum Abschluss steht am 6. Juli 2009 eine Podiumsdiskussion auf dem Programm, an der u

Brauchen wir Elitebildung?

Elitenbildung oder Bildungselite? Diesem aktuellen und derzeit breit diskutierten Thema widmete sich im zu Ende gehenden Sommersemester die Reihe "Hallesche Abendgespräche zu Schule und Bildung", veranstaltet vom Zentrum für Schul- und Bildungsforschung (ZSB) der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg (MLU). Zum Abschluss steht am 6. Juli 2009 eine Podiumsdiskussion auf dem Programm, an der u. a. Landeskultusminister Jan-Hendrik Olbertz teilnimmt. Die spannende Fragestellung lautet: "Brauchen wir Elitebildung?"

Nachdem im Unterschied zu Ländern wie Frankreich oder England die Thematik der Elitebildung in Deutschland lange Zeit tabu war, ist sie in den letzten Jahren wieder stärker in das Zentrum der Aufmerksamkeit von Bildungspolitik und Bildungsforschung getreten. Gymnasien und Internatsschulen mit langer Tradition, aber auch neuere private Schulgründungen berufen sich in ihren Schulprogrammen explizit auf den Anspruch einer Begabtenförderung und Elitenbildung. Und in der Hochschullandschaft wird verstärkt um die Spitzenpositionen vergleichender Rankings und um das Etikett "Exzellenzuniversität" gekämpft.

Das sind nur zwei knappe Beispiele als Beleg dafür, dass im Diskurs um Elitebildung bedeutsame Veränderungen in Gang sind. Dabei werden zwei relevante Perspektiven unterschieden: Erstens geht es um die Frage nach den Möglichkeiten einer frühzeitigen, individuellen Begabtenförderung in Erziehungs- und Bildungsinstitutionen, zweitens um jene nach der Herstellung und Verfestigung sozialer Ungleichheiten durch die Institutionen des Bildungssystems.

In der Poodiumsdiskussion "Brauchen wir Elitebildung?" sollen diese beiden Perspektiven verfolgt und aufeinander bezogen werden. Es diskutieren Sachsen-Anhalts Kultusminister Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz, Universitätsrektor Prof. Dr. Wulf Diepenbrock, Prof. Dr. Beate Krais, Professorin für Soziologie an der TU Darmstadt und Karl Büchsenschütz, ehemaliger Schulleiter der Landesschule Pforta. Die Moderation übernimmt Prof. Dr. Werner Helsper, Professor für Schulpädagogik und Schulforschung, Mitglied des Direktoriums des ZSB.

Folgende Fragen werden den Podiumsteilnehmern gestellt: Ist die seit PISA viel beschworene Krise des deutschen Bildungssystems vor allem auch ein Versagen in der Förderung der Besten? Brauchen wir deswegen vor allem eine verstärkte Bildung der Eliten und eine Förderung von Exzellenz? Wenn ja, in welchen Formen? Oder sind die wieder salonfähig gewordenen Begriffe der Elite und Exzellenz eher Ausdruck neuer Ungleichheiten und Ausschlüsse des - an frühen und deutlichen Trennungen nicht gerade armen - deutschen Bildungswesens?

Die Diskussionsrunde beginnt am Montag, 6. Juli 2009, um 18:15 Uhr im Haus 30 der Franckeschen Stiftungen in Halle (Saale), Hörsaal 1 (1. Etage).

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