Schulsozialarbeit weiterhin akut gefährdet – landesweiter Fach- und Forderungstag

GEW | Vermischtes
von hallelife.de | Redaktion

Entgegen den Ankündigungen aus der Landespolitik wurde über den Doppelhaushalt 2020/2021 hinaus keine Vorsorge für eine dauerhafte Verankerung der Schulsozialarbeit in Sachsen-Anhalt getroffen. Das Aktionsbündnis „Schulsozialarbeit dauerhaft verankern“ kämpft weiter für eine Verstetigung und einen Ausbau dieses wichtigen gesellschaftlichen Bausteins.

Es führt deshalb am 19. Februar 2020 einen landesweiten Fachtag durch, zu dem neben den Akteur*innen aus den Schulen, Eltern- und Schülervertretungen auch Politiker*innen aus den Landtagsfraktionen sowie Bildungsminister Marco Tullner eingeladen sind.

Der Fachtag wird am Mittwoch, dem 19. Februar 2020, in der Zeit von 13 bis 16 Uhr im Albert-Einstein-Gymnasium Magdeburg (Olvenstedter Graseweg 36, 39128 Magdeburg) stattfinden. Er schließt an den Aktionstag vom September 2019 an, auf dem über tausend Eltern, Schüler*innen, Schulsozialarbeiter*innen und Lehrkräfte vor dem Landtag für eine Fortführung der laufenden Schulsozialarbeitsprojekte demonstriert hatten.

Auf dem Fachtag werden die Träger des Aktionsbündnisses neben der Auswertung einer wissenschaftlichen Studie vor allem die Vertreter*innen der Landtagsfraktionen und des Bildungsministerium auffordern, der Öffentlichkeit zu erläutern, welche Priorität und Perspektive Schulsozialarbeit in Sachsen-Anhalt hat. In der Ankündigung des Bündnisses zu dem Fachtag heißt es: „Schulsozialarbeit in Sachsen-Anhalt dauerhaft zu verankern – diesem Ziel näher zu kommen braucht die Kraft aller, gerade in der gegenwärtigen Situation. Wir müssen handeln. Wir werden handeln. Klug, bestimmt, gemeinsam. Schulsozialarbeit ist mit gesellschaftlicher Verantwortung verbunden, deshalb muss und soll jede in Verantwortung stehende Person sich an den aktuellen Prozessen beteiligen.“

Vertreter*innen der Medien sind herzlich eingeladen, vom Verlauf bzw. den Ergebnissen des Fachtages zu berichten.

Hintergrund:

In Sachsen-Anhalt arbeiten gegenwärtig etwa 400 Schulsozialarbeiter*innen in 369 Schulen und 11 Netzwerkstellen der Landkreise und kreisfreien Städte unter dem Dach des Schulsozialarbeitsprojekts „Schulerfolg sichern!“, die Finanzierung erfolgt durch den Europäischen Sozialfond (ESF). Diese Gelder laufen Mitte dieses Jahres aus. Damit ist der Fortbestand der seit 2009 mit großem Engagement aufgebauten Hilfe- und Beratungsstrukturen für Schüler*innen und Eltern nach wie vor ungewiss und akut gefährdet. Das Aktionsbündnis setzt sich dafür ein, Schulsozialarbeit in Sachsen-Anhalt langfristig, nachhaltig und flächendeckend zu sichern. Es hat die Landesregierung wiederholt aufgefordert, ihren Beitrag für eine gerechte und soziale Zukunft von Kindern und Jugendlichen im Land Sachsen-Anhalt zu leisten. In dem Bündnis haben sich die GEW, der Landeselternrat, der Landesschülerrat, die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege und die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung zusammengeschlossen.

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