Silvester im Februar vor dem Landtag: Grundschul-Lehrkräfte starten endlich in ihr Gehaltsjahr

GEW | Vermischtes
von hallelife.de | Redaktion

In Sachsen-Anhalt werden voll ausgebildete Grundschul-Lehrkräfte immer noch niedriger eingruppiert als Lehrkräfte anderer Schulformen. Dieser Einkommensunterschied beträgt im Kalenderjahr etwa anderthalb Monatsgehälter, die ersten Wochen des Jahres arbeiten Grundschul-Lehrkräfte damit quasi unentgeltlich. Die GEW Sachsen-Anhalt beging diesen verspäteten Start in das Gehaltsjahr heute symbolisch mit einer kleinen Silvesterfeier vor dem Landtag.

Trotz einer um zwei Wochenstunden höheren Unterrichtsverpflichtung verdienen Grundschul-Lehrkräfte, die in der E 11 Stufe 6 eingruppiert sind, auf das Kalenderjahr gerechnet 7 584,24 Euro weniger als ihre Kolleg*innen in den weiterführenden Schulformen. Umgerechnet bedeutet dies, dass Grundschullehrkräfte jedes Jahr 45 Kalendertage unentgeltlich arbeiten. Ihr Gehaltsjahr beginnt damit erst in der zweiten Februarhälfte. Diesen verspäteten Start in das Bezügejahr „feierte“ die GEW Sachsen-Anhalt heute symbolisch vor dem Landtag mit einigen betroffenen Grundschullehrer*innen und Wunderkerzen, Sekt und Luftschlangen.

Dabei sagte Eva Gerth, Vorsitzende der GEW Sachsen-Anhalt, vor dem Landtag: „Dies ist eine Silvesterfeier der Ungerechtigkeit. Wir werden so lange laut und bunt für die gerechte Eingruppierung der Kolleg*innen kämpfen, bis Landtag und Landesregierung endlich Regelungen für die gleichwertige Bezahlung aller Lehrkräfte auf den Weg bringen. Andere Bundesländer sind uns mit solchen Regelungen im Werben um die Lehrkräfte längst einige Schritte voraus.“ Bereits im Juni 2019 hatte die GEW Sachsen-Anhalt an Fraktionen des Landtages einen Gesetzentwurf übergeben, der die Angleichung der Besoldung und Bezahlung sofort garantieren würde. Im aktuellen Haushaltsentwurf sind jedoch keinerlei Anzeichen für eine perspektivische Umsetzung erkennbar. „Durch die demonstrative Untätigkeit vom Finanz- und vom Bildungsminister drohen damit weitere zwei Jahre Stillstand zum Nachteil der Schulen, der Unterrichtsversorgung und der Lehrkräfte“ schloss Gerth.

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