Historiographie in Schlesien zwischen Aufklärung und Erstem Weltkrieg

Epochen – Themen – Methoden | Vermischtes
von hallelife.de | Redaktion

20 renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Polen und Deutschland werden vom 26.–28. September 2019 zu einem innovativen Austausch nach Halle kommen. Ziel der Internationale Fachtagung der Historischen Kommission für Schlesien ist es, den inhaltlichen Ertrag der Geschichtsschreibung in Schlesien vor 1914 aus verschiedenen Perspektiven in den Blick zu nehmen, um die gegebenenfalls dahinter stehenden außerwissenschaftlichen Beweggründe sowie die politischen Implikationen dieser Themensetzungen im Spannungsfeld konfessioneller und zunehmend auch nationaler Gegensätze, die Schlesien im 20. Jahrhundert zu einem zwischen Polen und Deutschen heftig umstrittenen Territorium werden ließen, in einem deutsch-polnischen Forum gemeinsam zu diskutieren. Das Tagungsprogramm umfasst Vorträge zur editorischen Grundlagenarbeit an den Quellen, zur Betrachtung einzelner Epochen und zu konkreten Themen, mit denen schlesische Geschichtsforscher sich beschäftigten.

Die von Professor Joachim Bahlcke (Vorsitzender der Historischen Kommission für Schlesien und Inhaber des Lehrstuhls für die Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Stuttgart) und apl. Professor Roland Gehrke (ebenfalls Universität Stuttgart) geleitete Tagung wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Zugleich bildet sie den Abschluss einer insgesamt dreiteiligen Konferenzserie zur schlesischen Geschichtsforschung während des ,langen 19. Jahrhunderts‘. Der Tagungsort Franckesche Stiftungen ist nicht zufällig gewählt, hier bestehen wurden bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts enge Beziehungen zu Schlesien geknüpft, die bis heute gepflegt werden und auf der Tagung vorgestellt werden.

Die 1921 in Breslau (heute Wrocław) gegründete Historische Kommission Schlesien ist ein Zusammenschluss deutscher, polnischer und tschechischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich in ihren Forschungen mit der Geschichte und Kultur Schlesiens beschäftigen. Im Namen der Kommission findet alle zwei Jahre eine größere wissenschaftliche Fachtagung statt.

Gäste sind auf der Tagung willkommen – eine Anmeldung per E-Mail ist allerdings erforderlich: alexandra.schellenberg@hi.uni-stuttgart.de

Veranstaltungshinweis zur Tagung:

Begleitend zur Tagung kann die ab dem 16. September 2019 im Forum des IZEA präsentierte Tafelausstellung »Wortgewalten. Hans von Held: Ein aufgeklärter Staatsdiener zwischen Preußen und Polen« besichtigt werden. Im Zentrum steht mit Hans von Held (1764-1842) ein von den Ideen der Französischen Revolution beeinflusster preußischer Beamter, der 1793 nach Posen versetzt wurde, also in die nach der zweiten Teilung Polens zu Preußen geschlagene Provinz »Südpreußen«. Seine mit Blick auf die dortigen Missstände öffentlich geäußerte Korruptionskritik löste kurz vor 1800 eine Staatsaffäre aus.

Historiographie in Schlesien zwischen Aufklärung und Erstem Weltkrieg:

Epochen – Themen – Methoden

Internationale Fachtagung der Historischen Kommission für Schlesien

in Verbindung mit den Franckeschen Stiftungen

Halle (Saale), 26. bis 28. September 2019

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