300 Jahre Gottes Worte aus Halle

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Cansteinsche Bibelanstalt | Vermischtes
von Tobias Fischer

Von Halle aus hat das Wort Gottes die Welt erobert. Freiherr Carl Hildebrand von Canstein war es, der 1710 im halleschen Waisenhaus der Franckeschen Stiftungen die erste Bibelanstalt der Welt gegründet hat. Es war ein Großbetrieb für die damalige Zeit

300 Jahre Gottes Worte aus Halle

Von Halle aus hat das Wort Gottes die Welt erobert. Freiherr Carl Hildebrand von Canstein war es, der 1710 im halleschen Waisenhaus der Franckeschen Stiftungen die erste Bibelanstalt der Welt gegründet hat. Es war ein Großbetrieb für die damalige Zeit. Innerhalb von nur neun Jahren wurden 80.000 Bibeln und 100.000 Neue Testamente im handlichen Format gedruckt. Heute, 300 Jahre später, sind es unzählige Millionen geworden.

Mit einem Festakt wurde am Montag durch die Deutsche Bibelgesellschaft an die Gründung vor 300 Jahren erinnert. Die Gründung sei von der Überzeugung getragen gewesen, “dass das Buch in unserer Kultur, in unserem Gemeinwesen durch nichts zu ersetzen ist”, sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer. “Das Lesen ist neben dem Gespräch die menschlichste, die dem Menschen gemäße Form des Erwerbs von Wissen. Darum steht die Cansteinsche Bibelanstalt sowohl in einer ausgesprochen humanistischen wie auch in einer guten reformatorischen Tradition. Sie hat sich von Anfang an um die Bildung von Menschen bemüht.“

Canstein bediente sich damals des sogenannten „stehenden Satzes“, durch den man alle ca. 1.300 Druckseiten mit ca. 5 Millionen Bleilettern auf einmal setzte und ihn dann für weitere Auflagen zur Verfügung behielt. Erst diese Drucktechnik machte es möglich, dass die Bibel zu einem wirklichen Volksbuch wurde. Sie wurde plötzlich für Jedermann erschwinglich. Für zwei Groschen, damals der Preis von etwa einem Laib Brot, gab es schon die einfachen Exemplare. Für die gut situierten Bürger gab es auch reich verzierte Bibeln. Bestellt bei Canstein hat auch der Soldatenkönig, vor allem Gesangsbücher.

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