MDF, Vollholz und Tischlerplatte - Die wichtigsten Holzwerkstoffe im Überblick

Die wichtigsten Holzwerkstoffe im Überblick (Foto: pixabay.com)
Bauen | Verbraucher
von hallelife.de | Redaktion

Holzwerkstoffe kommen im Bauwesen vermehrt zum Einsatz. Sie entstehen durch das Zerkleinern und Zusammenfügen von Holz. Durch die Art ihrer Herstellung lassen sich ihre Eigenschaften für das gewünschte Einsatzgebiet optimieren. Dämmeigenschaften, Oberflächengüte und Witterungsbeständigkeit können verbessert und die Materialien gegen den Befall durch Pilze und Insekten geschützt werden. Der folgende Artikel liefert Wissenswertes über die Herstellung und die Eigenschaften der wichtigsten Holzwerkstoffe.

Holzwerkstoffe entstehen aus zerkleinertem Holz

Holzwerkstoffe entstehen durch das Zerkleinern und Zusammenfügen von Holz. Form und Größe der durch das Zerkleinern entstandenen Strukturelemente bestimmen die Art des Werkstoffes und sind verantwortlich für seine Eigenschaften. Große Strukturelemente sind Bretter und Furniere. Zu den kleinen Elementen gehören Späne, Holzwolle, Holzfasern und Holzstaub. Beim Zusammenfügen werden die Holzteilchen mechanisch oder über Bindemittel verbunden. Je kleiner die verwendeten Strukturelemente sind, desto homogener wird das Material. Seine Dämmeigenschaften und die Güte der Oberfläche verbessern sich, während die Festigkeit mit sinkender Größe der Holzpartikel abnimmt. Auf folgender Infoseite werden die gängigsten Holzwerkstoffe mit ihren Unterschieden vorgestellt: https://www.betten.de/lexikon/holzwerkstoffe.html

Die wichtigsten Holzwerkstoffe sind:

  • MDF-Platten

  • Vollholz

  • Tischlerplatten

  • Furnierholz

  • Spanplatten

  • Massivholzplatten

  • Sperrholz

 

MDF-Platten

MDF steht für mitteldichte Holzfaserplatte. MDF-Platten bestehen aus den Fasern von Holz und Klebstoff, die anschließend zu Platten gepresst werden. Den als Klebstoff verwendeten Harzen ist Melamin oder Phenol beigemengt. Das erhöht die Feuchtigkeitsbeständigkeit des Leims. Zum Verbessern der Quelleigenschaften der MDF-Platte kommt Paraffin zum Einsatz. Fungizide und Insektenschutzmittel machen die Platte gegen Pilzbefall und Insekten resistent. MDF-Platten sind preiswert und lassen sich unkompliziert verarbeiten. Sie werden beim Abdichten von Dächern, beim Innenausbau und für das Herstellen von Möbeln verwendet und lassen sich durch Lacke, Farben und Folien in ihrer Optik verändern.

Vollholz

Aus Baumstämmen gesägte Bretter bezeichnet man als Vollholz. Sie werden zuerst an der Luft und danach in einer Trockenkammer getrocknet. Das Vollholz wird in Streifen gesägt und zu gleichmäßigen Querschnitten gehobelt. Im nächsten Schritt werden die Vollholzstreifen zu Tafeln und Platten verbunden, auf die passende Größe zugeschnitten und zur richtigen Dicke geschliffen. Damit ein harmonisches Erscheinungsbild entsteht, wird beim Zusammensetzen der Streifen auf die Maserung geachtet. Vollholz wird nicht chemisch oder mechanisch verändert. Aus dem Vollholz entstehen z.B. Vollholzmöbel, Zäune, Brücken oder Maste.

Tischlerplatten

Die Tischlerplatte wird auch als Stabsperrholz bezeichnet. Der Holzwerkstoff setzt sich aus einer Mittellage und parallel liegenden Holzstäben zusammen. Auf beiden Seiten werden quer liegend Deckfurniere aufgeleimt. Tischlerplatten haben den Vorteil der Steifigkeit und der Formstabilität. Sie haben ein geringes Gewicht und ein hohes Stehvermögen. Tischlerplatten werden heute meist zur Herstellung von Regalböden verwendet.

Furnierholz

Beim Furnierholz wird weniger wertvolles Holz mit edlen Holzblättern belegt. In der Regel weisen sie eine Stärke von 0,5 bis 8 mm auf. Einfache Furniere werden durch das Schälen von Rundholz hergestellt. Bei Oberflächen mit dekorativen Eigenschaften kommen auch gemesserte Furniere zum Einsatz. Um die Stämme geschmeidig zu machen, werden sie vor dem Schälen in Dämpfgruben gekocht. Danach entrindet man den Stamm und das Furnierholz wird mit Hilfe eines Messerbalkens abgetrennt. Edelfurniere werden zum Erzeugen einer Holzoptik verwendet, Unterfurniere dienen als Trennschicht und Bindefurniere wirken dem Verziehen der Unterlage entgegen.

Spanplatten

Spanplatten werden aus holzhaltigen Faserstoffen erzeugt und mit Bindemitteln zu Platten gepresst. Sie bestehen aus den Rohstoffen Alt-, Industrie- oder Durchforstungsholz und werden nicht sortenrein getrennt. Spanplatten werden häufig furniert und kommen bei der Herstellung von Möbeln zum Einsatz oder dienen als konstruktive Elemente im Innenausbau. Spanplatten sind ein günstiger Holzwerkstoff, einfach zu verarbeiten und verziehen sich nicht.

Massivholzplatten

Massivholzplatten besteht aus drei Schichten. Die mittlere Platte ist kreuzverleimt, liegt also quer zu den äußeren Platten. Massivholzplatten lassen sich gut bearbeiten und man kann ihre Oberfläche schleifen, ölen oder lackieren. Sägen, Bohren und Hobeln der Massivholzplatte ist ebenfalls möglich. Aufgrund der Stabverleimung sind Massivholzplatten in großen Formaten erhältlich und bieten den Vorteil, dass bei ihrer Herstellung nur die schönen Teile eines Stammes verarbeitet werden. Am häufigsten kommen Massivholzplatten als Arbeitsflächen oder Tischplatten zum Einsatz.

Sperrholz

Sperrholz besteht aus mindestens drei Lagen. Sie sind durch Kunstharz oder Leim verbunden und in einem Winkel von 90 Grad gegeneinander verdreht. Durch diese Art der Konstruktion werden ein hoher Verformungswiderstand und eine hohe Zugfestigkeit erreicht. Je nach verwendetem Klebstoff wird Sperrholz im Innen- oder Außenbereich für Verschalungen verwendet.

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