Konto bei einer Direktbank – Lohnt sich ein Bankwechsel wirklich?

Finanzen | Verbraucher
von hallelife.de | Redaktion

Die Filialbank vor Ort wurde lange romantisiert, doch der Trend geht heute eindeutig in Richtung Privatbank. Deshalb wechseln immer mehr Privatkunden, doch lohnt sich der Wechsel überhaupt?

Lange waren Filialbanken das Nonplusultra für Privatkunden, doch seit einiger Zeit zeichnet sich ein neuer Trend ab: Immer mehr Deutsche wechseln zur Direktbank oder können sich einen Wechsel zumindest vorstellen. Doch, bei vielen Bankkunden herrscht noch immer Unsicherheit: Was genau macht eine Direktbank eigentlich aus? Eignet sich die Direktbank für mich als Privatkunden überhaupt? Und welche Konditionen und Leistungen erwarten mich dort? Außerdem: Wie funktioniert die Abwicklung von Bankgeschäften in der Direktbank?

Vor einem Wechsel weg von der Filialbank sollten Bankkunden sich diese Fragen klar beantworten können. Nur so verstehen sie die Arbeitsweisen der Direktbanken und können entscheiden, ob ein Konto bei einer davon Vorteile für sie bringt.

 

Was genau versteht man unter einer Direktbank?

Um abwägen zu können, ob der Wechsel zur Direktbank Sinn ergibt, sollte man zunächst wissen, was genau eine Direktbank eigentlich ist, wie sie arbeitet und welche Vor- oder Nachteile sich dadurch als Bankkunden für einen ergeben.

Der größte Unterschied zwischen Filialbank und Direktbank liegt in der Organisation. Während Filialbanken Zweigstellen in den meisten Städten und auch vielen kleineren Ortschaften haben, agieren Direktbanken weitgehend online. Kontoguru vergleicht die besten Direktbank-Anbieter miteinander, so dass Interessierte das passende Konto mit den besten Konditionen finden können.

Da immer mehr Filialbanken einzelne Filialen schließen, um Kosten zu sparen, verliert das Argument, die Bank in der Nähe und damit stets einen Ansprechpartner vor Ort zu haben, an Gewicht. Auch die zunehmende Digitalisierung sorgt dafür, dass die Filiale vor Ort immer weniger Bedeutung für Bankkunden hat. Aus diesem Grund werden Direktbanken derzeit immer beliebter.

Gleichzeitig lag der Fokus bei Direktbanken schon immer auf der Betreuung ihrer Kunden ohne die Bereitstellung von flächendeckenden Filialen. Somit ist die zugrundeliegende Technologie oft ausgereifter oder besser erprobt als die von Banken, die erst in den letzten Jahren auf den Zug der Digitalisierung aufgesprungen sind. Auch der Kunden Support ist so ausgelegt, dass keine persönlichen Termine erforderlich werden.

 

Welche Direktbanken gibt es in Deutschland?

Die meisten Direktbanken in Deutschland gehören zu übergeordneten Bankgruppen und konzentrieren sich auf eine spezielle Zielgruppe: Bankkunden, die Wert auf ein gutes Preisleistungsverhältnis haben und ihre Bankgeschäfte gerne online abwickeln. Dies sind die leistungsstärksten Direktbanken im Konto-Vergleich:

  • RaboDirect (Rabo Bank)

  • Censorsbank (BNP Paribas)

  • Comdirect (Commerzbank)

  • Edeka Bank AG (Edeka Gruppe)

  • Netbank (Augsburger Aktienbank)

  • Norisbank (Deutsche Bank)

  • DKB (Bayern LB)

 

Direktbank vs. Filialbank

Bei einer Direktbank wickelt der Kunde seine Geschäfte direkt mit der Bank selbst ab, und zwar online ohne zwischengeschalteten Bankberater. Da immer mehr Menschen ohnehin Online Banking betreiben und immer seltener Bankfilialen aufsuchen, werden Direktbanken immer interessanter für sie. Durch die schlanke Organisation spart die Direktbank Kosten, was sich in den Kontoführungsgebühren positiv niederschlägt – ein Kriterium, das viele andere Faktoren in den Hintergrund rücken lässt. Dennoch sind nachfolgend die größten Vor- und Nachteile beider Modelle aufgeführt:

 

Vor- und Nachteile

Filialbank Vorteile

  • Persönliche Beratung durch den Bankmitarbeiter in der Filiale vor Ort

  • Individuelle Angebote, die sich auf den jeweiligen Kunden zuschneiden lassen

  • Zusatzleistungen wie Bargeldeinzahlung oder Schließfach-Anmietung

  • Online Banking als Option

 

Filialbank Nachteile

  • Kontoführungsgebühren sind aufgrund der enormen Kosten für Filialen und Personal deutlich höher als bei Direktbanken

  • Digitalisierung sorgt für Filialschließungen – größter Vorteil der Filialbank schrumpft also zusehends

  • Anbindung an Filialen ist unflexibel, beispielsweise bei den Sparkassen unterschiedlicher Landkreise

 

Direktbank Vorteile:

  • Niedrige Gebühren und Kosten, oft sogar kostenloses Girokonto möglich

  • Maximale zeitliche und örtliche Flexibilität bei der Abwicklung von Bankgeschäften durch gut ausgebautes Online Banking

  • Kommunikation und Abwicklung schnell und unkompliziert

  • 24/7 Service

  • Optimale Vergleichsmöglichkeiten für Anbieter und Kontomodelle

 

Direktbank Nachteile:

  • Keine persönliche Beratung vor Ort

  • Erschwerte Bargeldeinzahlung – diese ist mittlerweile aber bei vielen Direktbanken über Filialen der übergeordneten Bankgruppen oder durch anderweitige Kooperationen möglich

  • Abhängigkeit von Internet- oder Telefonverbindung

  • Häufig keine individuell zugeschnittenen Angebote – dafür jedoch ein sehr breites Sortiment an leistungsstarken Kontomodellen zur Auswahl

  • Sicherheitsaspekt bei Online Banking (Virenschutz, Datenschutz, Verschlüsselung) – da Direktbanken aber darauf basieren, entspricht die Technologie immer den aktuellsten Sicherheitsmaßstäben

 

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