Heizung mieten kann teuer werden

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Verbraucherhinweis | Verbraucher
Versorger werben Verbraucher für Contracting

Was sich hinter klangvollen Werbenamen wie "Wohlfühlwärme" bei einem Anbieter und "Rundum-Wohlfühl-Paket" bei einem anderen Anbieter verbirgt, ist nur schwer zu erraten.

Heizung mieten kann teuer werden

Konkreter wird es mit dem Versprechen "Neue Heizung ohne Anschaffungskosten", wie es ein weiterer Anbieter formuliert. Auch in Sachsen-Anhalt werben Energieversorger mit solchen Angeboten um Hauseigentümer. Angeboten wird dabei, die Investition in eine neue Heizungsanlage zu übernehmen, für die vom Eigentümer dann nur monatliche Raten zu zahlen sind. Damit müsse sich der Eigentümer keine Sorgen mehr um den Betrieb der Anlage machen – denn das ist alles inklusive.

Was soll also dagegen sprechen, die alte Heizanlage, die ohnehin ersetzt werden müsste, gegen ein Rundum-Sorglos-Paket zu tauschen? Dazu Martina Angelus, Energiereferentin der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt: "Rechnet man die Angebote durch, scheinen die Gesamtkosten einfach zu hoch. Eine Beispielrechnung für ein typisches Einfamilienhaus lässt erkennen, dass die Summe der Monatsraten die Investitionssumme schon weit vor Ende der üblichen Nutzungszeit übersteigen kann." Selbst wenn man berücksichtigt, dass in den Monatsraten bereits Wartung und Schornsteinfegerkosten als Betreiberaufgaben enthalten sowie Reparaturen berücksichtigt sind: der Eigentümer muss seine errungene Sorglosigkeit dann teuer bezahlen.

 

Diese Konstruktion nennt man Wärmeliefercontracting oder auch Anlagencontracting. Dem Eigentümer werden damit Aufwand und Kosten einer Reparatur bzw. Neuanschaffung erspart. Der Anbieter errichtet und betreibt die Energieanlage beim Kunden auf eigenes Risiko und eigene Kosten auf Basis eines langfristigen Vertrages. Wer bei der Heizungserneuerung auch auf erneuerbare Energien setzt – ob Solarthermie, Pellets oder Erdwärme, der sollte unbedingt wissen, dass er im Fall der Fremdinvestition mittels Contracting auch den eigenen Anspruch auf die Fördermittel aus dem Marktanreizprogramm des Bundesamtes für Wirtschaft (Bafa) verliert. "Das sind bei einem neuen Brennwertkessel mit Solarthermieanlage inklusive Heizungsunterstützung mindestens 2.500 Euro", informiert Martina Angelus.

 

Die anbieterunabhängige Energieberatung der Verbraucherzentrale verschafft Interessierten gern mehr Durchblick auf dem Weg zu einer neuen Heizung und hilft auch durch den Fördermitteldschungel.
Die Berater informieren anbieterunabhängig und individuell. Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind die Beratungsangebote kostenfrei. Mehr Informationen gibt es auf www.vzsa.de oder unter 0800 – 809 802 400 (kostenfrei). Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

 

 

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