Die Kosten für eine neue Heizung im Überblick

Wohnen | Verbraucher
von hallelife.de | Redaktion

Experten über die Frage, was eine neue Heizung im Schnitt kostet

Wer heute eine neue Heizung kaufen möchte, muss mit Kosten in überschaubarer Höhe rechnen. Genaue Angaben lassen sich aber kaum machen, da viele Faktoren den Preis beeinflussen. Zum einen sind es die Heizsysteme selbst, zum anderen der Verbrauch. Nicht zuletzt unterstützt der Staat den Kauf einiger Heizungen mit attraktiven Fördermitteln und beeinflusst somit direkt die Kosten.

Staatliche Förderung für eine neue Heizung

Da neue und vor allem moderne Heizungen die Umwelt durch ressourcenschonende Techniken entlasten, unterstützt der Staat ihren Kauf finanziell. Zu den zwei wichtigsten Institutionen gehören das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Beim BAFA erhalten Verbraucher Zuschüsse, wenn sie sich für ein Heizsystem mit erneuerbaren Energieträgern wie eine Holzheizung, eine Wärmepumpe oder eine Solarthermieanlage entscheiden. Die KfW hingegen vergibt auch zinsgünstige Kredite für den Kauf einer Heizung, die mit fossilen Energieträgern wie Gas oder Heizöl arbeitet. Ausführliche Informationen zu den Themen Förderung und Voraussetzungen sind auf der jeweiligen Website des BAFA (www.bafa.de) und der KfW (www.kfw.de) zu finden.

 

Wie setzen sich die Kosten für eine neue Heizung zusammen?

Um die Kosten für eine neue Heizung exakt ermitteln zu können, werden sie in die drei  Bereiche Anschaffung, Betriebs- und Wartungskosten aufgeteilt. Unter Anschaffungskosten ist der reine Preis für die neue Heizung inklusive Einbau zu verstehen. Dieser stellt in der Regel den größten Posten dar. Ist die Heizung in Betrieb, verursacht sie natürlich auch Betriebskosten in Form von Brennstoff- oder Stromkosten. Diese können je nach Heizungsart sehr unterschiedlich ausfallen. Zuallerletzt benötigt jedes Heizsystem ein Mindestmaß an Wartung, die auch Kosten verursacht – wenn auch verhältnismäßig sehr geringe.

 

Welche Heizungsarten gibt es?

Die Gasheizung ist hierzulande das meist genutzte Heizsystem, gefolgt von der Ölheizung. Daneben gibt es noch andere Heizungsarten wie Holzheizung, Wärmepumpe, Elektroheizung und sogenannte Kraft-Wärme-Kopplung-Geräte. Das sind Heizungen, die sowohl Wärme als auch Strom produzieren. Zu erwähnen ist ferner die Solarthermie, die vor allem als Ergänzung zu einem bestehenden Heizsystem genutzt wird. Die im Folgenden genannten Zahlen sind Richtwerte (Stand: Juni 2018) und dienen in erster Linie als Orientierungshilfen.

 

Kosten für eine neue Gas- und Ölheizung

Moderne Gas- und Ölheizungen nutzen heutzutage die Brennwerttechnik. Für die Anschaffung der Geräte muss mit Kosten von 6.000 bis 9.000 Euro gerechnet werden. Die große Preisspanne hängt unter anderem von der Leistung, dem Bautyp und gegebenenfalls von den erforderlichen Arbeiten ab. Ist beispielsweise kein Gasanschluss vorhanden, müssen noch weitere 1.500 bis 2.500 Euro mit eingerechnet werden. Bei der Ölheizung sind es 2.000 bis 4.000 Euro für einen neuen Tank. Aktuell beträgt der Gaspreis 6,5 Cent pro Kilowattstunde. Mit circa 6,8 Cent pro Kilowattstunde ist der Heizölpreis minimal teurer. Die Wartungskosten für beide Heizungsarten liegen bei 100 bis 250 Euro pro Jahr.

 

Kosten für eine Holzheizung

Für eine moderne Holzheizung in Form eines Holzvergasers ist mit Kosten in Höhe von 7.000 bis 10.000 Euro zu rechnen. Ein Gasanschluss oder ein Öltank ist in diesem Fall nicht notwendig. Allerdings muss Platz für die Lagerung des Brennstoffs vorhanden sein. Neben dem Holzvergaser gibt es noch die Pelletheizung. Sie zeichnet sich durch einen voll automatisierten Betrieb aus und ist deshalb so komfortabel wie eine Gasheizung. Aufgrund der benötigten Fördertechnik steigen die Anschaffungskosten auf 15.000 bis 20.000 Euro.

Im laufenden Betrieb verursacht ein Holzvergaser circa 5,9 Cent pro Kilowattstunde. Bei der Pelletheizung sind es circa 5,1 Cent. Die Wartungskosten sind bei beiden mit 200 bis 300 Euro etwas höher als bei Öl- und Gasheizungen.

 

Kosten für eine Wärmepumpe

Die Kosten für eine Wärmepumpe hängen stark davon ab, welche Energiequelle die Anlage nutzt. Am niedrigsten sind die Anschaffungskosten für eine Luft-Wärmepumpe. Sie liegen bei 8.000 bis 12.000 Euro. Wer eine Erd- oder Wasser-Wärmepumpe kaufen möchte, muss mit Kosten in Höhe von 12.000 bis 20.000 Euro rechnen. Im laufenden Betrieb spielt die Energiequelle auch eine entscheidende Rolle. Denn je nach Art der Wärmepumpe liegen sie bei 4,0 bis 9,0 Cent pro Kilowattstunde. Mit 50 bis 100 Euro im Jahr sind die Wartungskosten verhältnismäßig gering.

 

Kosten für eine Elektroheizung

Elektroheizungen gibt es in vielen Varianten. Zum Beheizen eines kompletten Hauses eignen sich allerdings nur Nachtspeicheröfen. Diese sind am Markt für 500 bis 4.000 Euro zu kaufen und damit sehr günstig. Allerdings sind die Verbrauchskosten mit etwa 27,95 Cent pro Kilowattstunde (sofern kein günstiger Nachttarif möglich ist) fast viermal so hoch wie die einer Ölheizung. Ihre Stärken spielen Elektroheizungen vor allem dann aus, wenn sie als Zusatzheizung zum Einsatz kommen. Sie sind nahezu wartungsfrei und verursachen in dieser Hinsicht keine Kosten.

 

Kosten für eine stromerzeugende Heizung

Mit einer Brennstoffzellenheizung oder einem Blockheizkraftwerk erzeugen Verbraucher nicht nur Wärme, sondern auch gleichzeitig Strom, den sie selbst nutzen können. Die Technologie dahinter heißt Kraft-Wärme-Kopplung. Für eine solche Heizung sind Anschaffungskosten von 20.000 bis 25.000 bzw. 14.000 bis 17.000 (für den Bedarf eines Einfamilienhauses) einzukalkulieren. Im laufenden Betrieb verursachen beide Heizsysteme Kosten in Höhe von etwa 4,0 bis 6,0 Cent pro Kilowattstunde. Die Wartungskosten bei einer Brennstoffzellenheizung liegen bei 400 bis 700 Euro. Die für ein Blockheizkraftwerk hängen stark von den geleisteten Betriebsstunden ab und werden überschlägig mit 300 bis 1.000 Euro angegeben.

 

Kosten für eine Solarthermieanlage

Eine Solarthermieanlage wird in der Regel dazu genutzt, um Warmwasser mithilfe der Sonnenenergie zu bereiten und die vorhandene Heizung zu unterstützen. Als alleiniger Wärmeerzeuger kommt sie nur selten zum Einsatz, was vor allem an der geographischen Lage Deutschlands liegt. Je nach Größe, Hersteller und Region kostet eine solche Anlage 4.000 bis 10.000 Euro in der Anschaffung. Dafür verursacht sie im laufenden Betrieb keine Kosten, ist die Sonnenenergie doch kostenfrei verfügbar. Die Wartungskosten sind mit 40 bis 100 Euro überschaubar.

 

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