Aktien sind bei jungen Menschen die beliebteste Anlageform

Finanzen | Verbraucher
von hallelife.de | Redaktion

Das Verhältnis der Deutschen zu Aktien war schon seit jeher zwiespältig. Es gibt zwar durchaus einen vitalen Aktienmarkt, aber die deutschen Sparer setzten über viele Jahrzehnte lieber auf sichere Alternativen wie Sparbuch, Festgeld und Kapitallebensversicherungen. Diese Entwicklung scheint sich allmählich zu verändern, wie eine YouGov-Umfrage im Auftrag der tecis Finanzdienstleistungen AG ergab. Diese zeigt, dass es auch hierzulande gerade bei jüngeren Menschen eine immer größere Affinität zu Aktien gibt. Doch haben die Wertpapiermärkte tatsächlich die Kraft, künftig auch in Deutschland zur beliebtesten Anlageform aufzusteigen? Wenn ja, was sollten Anleger dabei beachten?

Immer mehr Aktien im Anlageportfolio: Eine neue Generation?

Die oben genannte Umfrage ergab, dass ca. 40% der Menschen, die zwischen 1980 und 2003 geboren wurden, einen höheren Aktienanteil in ihrer Altersvorsorge einkalkulieren. Damit liegen sie deutlich höher als die Menschen im Alter von über 40 Jahren, bei denen nur 17% angaben, in den nächsten zwei Jahren Aktien erwerben zu wollen. Insgesamt scheint das Verhalten der jungen Generation jedoch viel Einfluss auf den Gesamtumsatz zu haben, denn das Deutsche Aktieninstitut gab jüngst an, dass allein im Jahr 2020 ca. 2,7 Millionen Anleger mehr in Aktien investiert haben als noch 2019.

Warum investieren mehr Menschen in Aktien?

Einer der Hauptgründe für das erhöhte Interesse in Aktien dürfte darin liegen, dass die vermeintlich sicheren Alternativen wie Sparbuch, Tagesgeld und Festgeld kaum noch Renditen einbringen. Wenn beim Geld anlegen nicht einmal die Inflation herausspringt, lohnt sich eine solche Investition schlichtweg nicht.

Darüber hinaus sind folgende Gründe denkbar:

  1. Online-Depots machen Aktienanlage einfach

Wer heute Aktien kaufen möchte, muss dafür nicht mehr seinen Broker anrufen, sondern kann alles bequem selbst online erledigen. Dieser einfache Zugang zu den Aktienmärkten sorgt sicherlich dafür, dass mehr Menschen bereit sind, so etwas auszuprobieren.

  1. ETFs sorgen für ein Gefühl der Sicherheit

Die Statistik des Deutschen Aktieninstituts zeigt sehr klar, dass vor allem der Anteil der Fondssparer deutlich gestiegen ist. Hierfür dürften auch die ETFs beigetragen haben, die seit Jahren zu den neuen Stars am Anlegerhimmel aufsteigen. Der große Vorteil liegt darin, dass ein ETF im Regelfall auf einem Aktienindex basiert, der wiederum die Kursentwicklung vieler Aktien abbildet. Somit werden Schwankungsrisiken einzelner Aktien deutlich abgemildert, was die Sicherheit einer solchen Geldanlage durchaus erhöht.

Darüber hinaus ist der Markt für ETFs so vital, dass sich heute sogar ganz individuelle Strategien umsetzen lassen. Wer beispielsweise in Edelmetalle investieren möchte, kann auf vielfältige Optionen zurückgreifen. Ein gutes Beispiel sind Silber-ETFs. Während das Edelmetall selbst in der EU nur als ETC gehandelt werden kann, gibt es jedoch ETFs, die sich beispielsweise mit Minenaktien beschäftigen. Ein gutes Beispiel ist hierbei der Global X Silver Miners ETF. Wer also in diesem Bereich aktiv sein möchte. findet auch hierzu passende ETF-Lösungen.

Ob nun Emerging Markets, bestimmte Branchen oder bestimmte Aspekte (z.B. Nachhaltigkeit) – fast zu jedem Thema werden entsprechende ETFs aufgelegt.

Was ist bei einer Aktienanlage generell zu beachten?

Wer sich dafür interessiert, in Aktien zu investieren, sollte einige grundlegende Aspekte beachten:

  1. Aktien stellen eine langfristige Geldanlage dar

Die Unsicherheiten durch Kursschwankungen an der Börse entstehen vor allem durch kurzfristige Entscheidungen der Börsianer. Solches Verhalten genau vorauszusagen, ist sehr schwierig und gelingt selbst Profis bei weitem nicht immer. Über einen langen Zeitraum betrachtet legen die Kurse an der Börse jedoch zu. Wer also sein Geld langfristig in werthaltige Aktien oder ETFs investieren, kann mit hoher Wahrscheinlichkeit eine attraktive Rendite erwirtschaften.

  1. Der Ausstieg sollte gut geplant werden

Wer irgendwann einen Teil seiner Aktien liquide machen möchte, sollte nicht damit rechnen, dies jederzeit sinnvoll tun zu können. Zwar lassen sich Aktien tagtäglich an der Börse handeln, doch könnten bei einer größeren kurzfristigen Abwärtsbewegung daraus Verluste entstehen. Aus diesem Grund sollte ein Ausstieg bereits 2-3 Jahre vor dem Geldbedarf geplant werden, so dass sich für den Verkauf eine möglichst attraktive Kursmarke wählen lässt.

  1. Sinnvolle Investitionen in Einzelaktien erfordern Vorarbeit

Wer nicht nur auf ETFs setzen möchte, sondern sich für ein Investment in Einzelaktien interessiert, sollte sich vorher umfassend über Aktien informieren. So ist es wichtig, neben Grundbegriffen auch Aktienstrategien und entsprechende Zusammenhänge an der Börse zu verstehen. Für ein sinnvolles Investment sollten Anleger zudem wissen, wie ein Unternehmen aufgestellt ist. Dies funktioniert vor allem dann, wenn auch gewisse Grundkenntnisse im Lesen von Jahresabschlüssen vorhanden sind.

Aktien werden im Anlageportfolio immer wichtiger

Aktien hatten in Deutschland lange Zeit eine abschreckende Wirkung auf die Mehrheit der Menschen. Die jüngeren Generationen scheinen diese Berührungsängste jedoch zu überwinden und zu erkennen, welches Potenzial in dieser Assetklasse steckt. Wer einsteigen möchte, sollte sich vorher dennoch genau informieren und sich mit den grundsätzlichen Mechanismen am Aktienmarkt vertraut machen.

Beitrag Teilen

Zurück