Theater „Carmen“

Olga-Weyrich - Marcus-Bräuer Foto-Juliane-Uhl
schillerBühne Halle | Veranstaltung
von Sabine Majetic

„Carmen“ ist nach „Salome“ die zweite berühmt-berüchtigte Frauenfigur der Trilogie „Femme fatale“ der schillerBühne halle. Die von ihr ausgehende Faszination ist von immerwährender Aktualität und ihr sogenanntes unergründliches Geheimnis ist die obskure Verteufelung einer vermeintlich unsichtbaren Macht über den Mann. Dabei werden keineswegs nur erotische Reize als Bedrohung empfunden, auch Intelligenz und Erfolg können zutiefst erschrecken. Die Trennung zwischen Intelligenz und Schönheit ist Gesetz, beides zusammen wird nicht akzeptiert. 

Carmen, ein Grenzfall, versetzt ihre männliche Umwelt in regelrechte Panik. Um den inneren „Frieden“ wieder zu finden, muss „Mann“ das Übel aus der Welt schaffen! Dabei ist sie einfach nur eine authentische, selbstbestimmte Frau!

Juliane Uhl, eine Premieren-Besucherin: »Theater ist nicht so mein Ding, aber gestern war ich sehr angetan von eben diesem Medium. Die schillerBühne zeigte erstmals das Stück "Carmen". Ich kannte den Plot vorher nicht und stand damit nicht unter dem Druck, mein Wissen mit dem Gesehenen abgleichen zu müssen. Also war mein Sinn frei für all die Fragen, die sich aus der Handlung rund um die Zigeunerin (die sich stolz selbst als solche bezeichnete) Carmen und den Bandolero José, dessen gutes Gewissen ihm immer wieder im Weg stand, ersponnen.

Er verfällt ihr, weil sie das will. Er mordet, weil sie es will. Er verzweifelt und sie weiß, dass dieses Stück mit ihrer ganz persönlichen Katastrophe enden wird. Doch selbst diese nimmt sie voller Stolz hin. Und es stellt sich die Frage: Wem nutzt das? Was bringt der ganze Stolz, wenn es am Ende keinen Sein mehr gibt? Und es stellt sich die Frage, warum der verliebte Kerl nicht aus der Nummer raus kommt und sich immer wieder bei Carmen an den Rockzipfel hängt, obwohl sie ihn demütigt und von sich stößt.

Doch vor allem stellt sich die Frage, warum das Besitzdenken in Partnerschaften bis heute normal ist, nach all den Jahrhunderten, in denen man es hätte besser machen können. ES LEBE DIE FREIHEIT und es lebe dieses fast schon minimalistische Theater, in dem Phantasie und Geist angeregt werden, in einer Zeit, in der sonst immer fertige Lösungen angeboten werden, die mir doch schon so sehr zum Hals raushängen.

JA, ES LEBE DIE FREIHEIT UND ES LEBE DER FREIE GEDANKE!«

In den Rollen: Olga Weyrich, Marcus Bräuer, Heinz Ebersbach, Markus Laich, Uwe Steinbrecher · Buch und Regie: Heidrun von Strauch · Gitarre: Eva-Maria Emmer · Kostüme: Angelika Claus · Foto: Marcus-Andreas Mohr · Plakat: Jana Krupik-Anacker

 

Veranstaltungsort:

Club 188 (ehemals Kino 188)

Böllberger Weg 188 · 06110 Halle (Saale)

 

Termine:

  1. November 2018 (Donnerstag), 19:30 Uhr

  2. November 2018 (Freitag), 19:30 Uhr

  3. November 2018 (Samstag), 19:30 Uhr

 

Kartenverkauf:

  • Online · www.t1p.de/schillerbuehne

  • Theater- und Konzertkasse · Telefon: 0345 5110777

  • schillerBühne halle e. V. · Telefon: 0345 3880474 und E-Mail: info@schillerbuehne-halle.de

  • sowie an der Abendkasse

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