Das Massengrab von Lützen

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Vortrag | Veranstaltung

Der Dreißigjährige Krieg im Spiegel archäologischer Befunde - Vortrag in der Arche Nebra

2011 wurde bei Lützen ein Massengrab aus dem Dreißigjährigen Krieg entdeckt. 47 gefallene Söldner waren hier im Jahr 1632 nach der Schlacht bestattet worden. Umfangreiche Forschungen zu Herkunft, Alter und Gesundheitszustand der 47 Individuen lassen ein neues Bild des Kriegsalltags entstehen. 

Das Massengrab von Lützen

Am Mittwoch, 17.02.2016, ist Dr. Susanne Friederich vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt zu Gast in der Arche Nebra. Sie beleuchtet in ihrem Vortrag „Das Massengrab von Lützen – der Dreißigjährige Krieg im Spiegel archäologischer Befunde“ die aktuellen Forschungen an dem Befund und erläutert die zahlreichen Erkenntnisse, die im Rahmen der Untersuchungen über die Schlacht und den Dreißigjährigen Krieg gewonnen werden konnten.

 

47 Tote in einem Massengrab – das sind die einzigen Opfer, die bisher von einer der verlustreichsten Schlachten des 30jährigen Krieges gefunden werden konnten. Sie gehören zu den geschätzten 6.500 Opfern, die 1632 in einer der folgenschwersten Schlachten des Dreißigjährigen Krieges in Lützen bei Leipzig ihr Leben ließen – neben dem schwedischen König Gustav II. Adolf, der ebenfalls in dieser Schlacht fiel. Gefunden wurde es im Jahr 2011 bei einer der archäologischen Sondierungen im Rahmen des internationalen Forschungsprojektes „Schlachtfeldarchäologie Lützen“. Dr. Susanne Friederich erläutert in ihrem Vortrag „Das Massengrab von Lützen – der Dreißigjährige Krieg im Spiegel archäologischer Befunde“ den Befund ausführlich: Als tonnenschwerer Erdblock gehoben, wurde das Massengrab im Labor präpariert und mit modernsten bioarchäologischen Methoden untersucht. Der hervorragend erhaltene, eindrucksvolle Befund bietet dank modernster Untersuchungstechnik die einmalige Chance, jedem der 47 namenlosen Toten wieder ein Gesicht und eine Identität zu geben. Die Referentin zeigt darüber hinaus anhand der Ergebnisse der „Schlachtfeldarchäologie“, welche neuen Erkenntnisse die Archäologie zur Darstellung der Schlacht von Lützen beitragen kann, um die sich die historische Forschung anhand von widersprüchlichen schriftlichen Quellen seit jeher bemüht. Im Rahmen des internationalen Forschungsprojektes „Schlachtfeldarchäologie Lützen“ wurde ab 2009 das Schlachtfeldareal bei Lützen systematisch mit Metallsonden abgesucht. Da es im Zuge des Schlachtgeschehens kaum zu Bodeneingriffen kam, suchte man zunächst den Oberboden mit Hilfe von Metallsonden ab. Ihr systematischer Einsatz erlaubte die Lokalisierung von Kleinfunden, die anschließend geborgen und exakt kartiert wurden. Unzählige Geschosskugeln unterschiedlichster Art, Schnallen, Knöpfe, Rüstungsbeschläge und Pferdegeschirrteile wurden gefunden – Sachzeugen der Schlacht. Die Verteilung dieser Kleinfunde ermöglichte es, die Truppenaufstellung und -stärke sowie den Verlauf der Schlacht zu rekonstruieren.

Dr. Susanne Friederich ist seit 2007 Leiterin der Abteilung Bodendenkmalpflege im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt. Sie studierte in Köln, Bern und Frankfurt am Main. Für ihre Dissertation zum mittelneolithischen Siedlungswesen im Mittleren Neckarland erhielt sie im Jahr 2002 den Friedrich Sperl-Preis zur Förderung der Geisteswissenschaften. Das Spezialgebiet der Archäologin ist die Jungsteinzeit.

Der Vortrag findet anlässlich der Ausstellung „Krieg – eine archäologische Spurensuche“ im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle zu sehen ist. Die Ausstellung zeigt ausgehend von dem spektakulären Lützener Befund auf, was mit archäologischen Methoden zu den Ursprüngen von „Krieg“ gesagt werden kann. Sie ist noch bis 22. Mai 2016 in Halle zu sehen.

Vortragstermin: Mittwoch, 17. Februar 2016.

Der Vortrag beginnt um 18 Uhr.

Der Eintritt beträgt 4,00 €.

Informationen unter Tel. 034461-25520.

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