Strukturwandel im Landkreis Mansfeld-Südharz seit heute greifbar

Braunkohleausstieg im Kernrevier | Umland
von hallelife.de | Redaktion

Landkreis erhält mehr als drei Millionen Euro an Bundesfördermitteln für drei Projekte – Strukturwandel geht von der Ideen- in die Realisierungsphase. Im Landkreis Mansfeld-Südharz ist der aus dem Ausstieg aus der Braunkohleverstromung resultierende Strukturwandel seit heute greifbar.

Der Landkreis Mansfeld-Südharz gehört zu einem der beiden Kernreviere des Strukturwandels in Sachsen-Anhalt. Bereits Mitte 2020 übergab der Landkreis der Landesregierung seinen Masterplan zur Gestaltung des Strukturwandels im Zusammenhang mit dem Ausstieg aus der Braunkohleverstromung bis zum Jahr 2038. Heute folgten die ersten drei Förderbescheide* für konkrete Projekte. Torsten Safarik, Präsident im Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAfA) übergab im Beisein von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff und Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert heute in Sangerhausen Fördermittelbescheide an Landrätin Dr. Angelika Klein.

„Das ist ein guter Tag für die Unternehmen und die Menschen im Landkreis“, verdeutlichte Landrätin Dr. Angelia Klein. „Drei erste Projekte. Drei greifbare Projekte. Genau das haben die Menschen auch von uns Verantwortlichen gefordert. Nicht nur kluge Sätze auf Papier, sondern zukunftsfähige und umsetzbare Projekte. Wir können jetzt mit der Umsetzung der Projekte beginnen und das ist wichtig.“

Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff erklärte per Videoschalte: „Auf Grundlage eines innovationsgetragenen Strukturwandels sollen nachhaltige Perspektiven für wirtschaftliches Wachstum sowie neue und hochwertige Arbeitsplätze im Revier geschaffen werden. Mit den jetzt ergangenen Bescheiden aus dem Bundesförderprogramm STARK kommen wir der Realisierung dieser Ziele sehr nahe. Die Projekte fügen sich sehr gut in das Leitbild eines attraktiven Wirtschaftsstandortes und einer nachhaltigen Industriegesellschaft ein. Sie stehen beispielhaft für eine erfolgreiche Industrietransformation.“

Energieministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert sagte: „Die Menschen in der Region haben sich auf den Weg gemacht, den Strukturwandel aktiv zu gestalten. Das Innovationshub Holz ist eine Idee, aus der Großes entstehen kann. In diesem Zentrum für Forschung und Wirtschaft in den Bereichen Holz und Forst werden Ideen zur gemeinsamen Umsetzung einer nachhaltigen regionalen Kreislaufwirtschaft entwickelt werden. So entstehen lokale Wertschöpfungsketten. Das stärkt die lokale Wirtschaft und das Holz der heimischen Wälder wird nachhaltig genutzt.“ Die Landrätin nutzte die Gelegenheit, um zwei weitere Fördermittelanträge zu stellen. So einen Antrag auf Gewährung von Zuwendungen für die Maßnahme: Neubau Industriestraße Amsdorf im Rahmen der Qualitätsverbesserung und Erweiterung des Industrie- und Gewerbestandortes Amsdorf/Etzdorf sowie deren Anbindung an die bestehende Infrastruktur.

Ein weiterer Antrag beschäftigt sich mit der Erforschung der Potentiale zur geothermischen Nutzung von Grubenwässern aus dem ehemaligen Kupferbergbau im Landkreis Mansfeld-Südharz.

 

Hintergrund:

*Projekt 1

Planungs- und Projektsteuerungskapazitäten in der Standortmarketing Mansfeld-Südharz GmbH (Wirtschaftsförderung) für die Gestaltung des Strukturwandels im Landkreis Mansfeld-Südharz// STRUK MSH – Fördersumme 2,2 Mio. € / Bewilligungszeitraum 01.04.2021 – 31.03.2025

Für die zielgerichtete Bearbeitung der vielfältigen Themen und Vorhaben wird ein schlagkräftiges Team benötigt. Diese aktuell fehlenden Planungs- und Projektsteuerungskapazitäten zur Umsetzung des bereits erstellten strategischen Masterplans Strukturwandel werden mithilfe dieses Förderprogramms in der Standortmarketing Mansfeld-Südharz GmbH geschaffen. Über die Förderperiode von vier Jahren werden diese zusätzlichen Kapazitäten zur koordinierten Planung und Durchsetzung die definierten ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltigen Projekte managen und deren Wirkung im Landkreis Mansfeld-Südharz sicherstellen.

 

*Projekt 2

Aufbau eines InnovationsHubs „Zukunft Holz + Klima”. Der Bund fördert das Projekt mit über 450.000 € in den Haushaltsjahren 2021 bis 2023

Ziel des InnovationsHubs "Zukunft Holz + Klima" ist zunächst die überregionale Vernetzung und Verknüpfung mit bereits vorhandenen Informationsclustern im Fachgebiet und angrenzenden Bereichen in Form eines Kompetenznetzwerkes im Landkreis Mansfeld-Südharz, Revier Mitteldeutschland in der Gemeinde Südharz, dem Standort der industriellen Holzwirtschaft im Südharz.

Hierbei werden Maßnahmen zur koordinierten Forschung und Entwicklung, zur Aus- und Weiterbildung, zur Verfahrens-, Produkt und Konzeptentwicklung rund ums Thema Holz mit dem Schwerpunkt einer übergeordneten Nachhaltigkeitsbetrachtung und dem Etablieren klimaneutraler Prozesse und Systeme allokiert (bestmögliche Verwendung der Ressourcen und Faktoren, die für eine Produktion zur Verfügung stehen), initiiert, in Gang gebracht und umgesetzt.

Im Rahmen des geplanten Projektes werden im ersten Schritt die inhaltlichen und organisatorischen Voraussetzungen zur Gründung und zum Betreiben des InnovationsHubs "Zukunft Holz + Klima" geschaffen. Dabei wird es sich um ein Netzwerk- und Informationsknoten rund ums Thema Holz, seiner Urproduktion, seiner Bereitstellung und aller damit verbundenen Produkte, Anwendungen, Unternehmen, Instituten und Forschungseinrichtungen hinsichtlich seiner Potentiale im Kontext der definierten Klimaziele in einer übergeordneten Betrachtung vom Wald bis zu Endprodukten handeln. So werden die Wertschöpfungsketten rund um das Thema Holz als Teil unserer landkreisspezifischen Grundstoffindustrie weiterentwickelt, systematisch ausgebaut und beste Voraussetzungen für die Ansiedlung und Erweiterung von Unternehmen geschaffen.

 

*Projekt 3

Planung und Konzeption eines Radweges zur Industriekultur im Landkreis Mansfeld-Südharz // RIMSH – Fördersumme 226.000 € / Bewilligungszeitraum 01.04.2021 – 15.12.2024

Ziel des Vorhabens ist die vollständige Planung und Konzeption eines Radweges zu den Themen Industriekultur und Bergbau, welcher durch den gesamten Landkreis Mansfeld-Südharz führt und zur nachhaltigen Entwicklung des Landkreises aus sozialer, ökologischer und ökonomischer Sicht beiträgt. Die Planungs- und Konzeptionsphase wird federführend bei der Standortmarketing Mansfeld-Südharz GmbH angesiedelt und setzt zusätzliche Planungskapazitäten zur Koordination, Steuerung und Bearbeitung des Projektes voraus. Mit dem Projekt werden sämtliche Investitions- und Baumaßnahmen vorbereitet, sodass der Radweg bis zum Jahr 2026 umgesetzt werden kann. Aufgrund der geplanten Integration in einen europäischen Radfernweg „Eurovelo“ zur Industriekultur, wird der Radweg langfristig als Entwicklungsbeispiel mit europäischer Strahlkraft dienen.

 

Den Masterplan zur Gestaltung des Strukturwandels im Landkreis Mansfeld-Südharz im Zusammenhang mit dem Ausstieg aus der Braunkohleverstromung bis 2038 finden Sie online hier: https://www.mansfeldsuedharz.de/de/masterplan-strukturwandel.html

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