Lange Nacht der Sternschnuppen am Fundort der Himmelsscheibe

Nachtschwärmer unter Sternen | Umland
von hallelife.de | Redaktion

Viele Menschen wünschen sich etwas, wenn sie eine Sternschnuppe sehen. Und in der ersten Augusthälfte ist „Wunschzeit“. Wer schon immer einmal ausprobieren wollte, ob die Sternschnuppen-Wünsche auch erfüllt werden, hat am Abend des 10. August 2019 am Fundort der Himmelsscheibe von Nebra Gelegenheit dazu. Aus Anlass des Sternschnuppenregens zwischen Mitte Juli und Mitte August bietet das Besucherzentrum Arche Nebra an diesem Abend wieder eine „Lange Nacht der Sternschnuppen“ an.

Eingeleitet wird das Programm durch einen Vortrag im Planetarium der Arche Nebra zum Thema „Kleinkörper im Sonnensystem“, der die Aktivität der Asteroiden im All beleuchtet. Die Wanderung zum Mittelberg widmet sich in diesem Jahr in Kooperation mit dem Geo-Naturpark „Saale-Unstrut-Triasland“ erneut dem „Nachtleben“ im Ziegelrodaer Forst.

Sind die Erdbewohner wirklich „Gefahren aus dem All“ ausgesetzt? Unter anderem mit dieser Frage beginnt die Sternschnuppennacht bereits um 18 Uhr in der Arche Nebra. Der Vortrag von René Schlesier von der Gesellschaft für astronomische Bildung Halle e.V. (GAB) widmet sich in diesem Jahr den sogenannten Kleinkörpern im Sonnensystem – und die haben es durchaus in sich: Im Februar 2013 schlug in der Nähe der sibirischen Stadt Tscheljabinsk ein Meteorit ein. Die Druckwelle verletzte zahlreiche Menschen und beschädigte viele Häuser. Einschläge von kosmischen Körpern prägten in der Vergangenheit die Erdgeschichte – und können bis heute vorkommen. Heutzutage, durch die vielfache Nutzung moderner Beobachtungsgeräte und die Verbreitung der Informationen in den Medien, werden Leuchterscheinungen am Himmel und Einschläge von Meteoriten zahlreicher erfasst und sind im kollektiven Bewusstsein der Menschheit als Gefahr verankert. Aber bedrohen uns Asteroiden und Kometen wirklich? An einigen Beispielen wird im Vortrag deutlich, dass die Erde als Planet im Kosmos tatsächlich zahlreichen Gefahren ausgesetzt ist. Die Forschung erkundet die sogenannten Kleinkörper im Sonnensystem, die Asteroiden und Kometen, mit unterschiedlichen Methoden. Außerdem werden Raumflugmissionen vorbereitet, die die kosmischen Bedrohungen von der Erde abwenden sollen.

Nach dem Vortrag im Planetarium geht es zu Fuß hinauf zum Fundort der Himmelsscheibe auf den nahe gelegenen Mittelberg (3 km). Die beiden Wanderungen werden geführt, sodass es auf dem Weg zum Fundort nicht langweilig wird. Sabine Wüstemann vom Geo-Naturpark Saale-Unstrut-Triasland e.V. erläutert, was den Ziegelrodaer Forst so besonders macht. Das Waldgebiet, in dem auch der Fundort der Himmelsscheibe liegt, gehört nämlich aufgrund seiner ganz besonderen Tier- und Pflanzenwelt zu einem europaweiten Netz bedeutender Schutzgebiete (Natura 2000). Gästeführerin Gabi Serfling bietet eine weitere natur- und kulturgeschichtliche Führung an.

Auf dem Mittelberg angekommen, erwarten die Mitglieder der Gesellschaft für astronomische Bildung e.V. aus Halle die Teilnehmer mit ihren Teleskopen und erläutern, was am sommerlichen Abendhimmel zu sehen ist: Jedes Jahr etwa zwischen Mitte Juli und Mitte August kreuzt der Meteorstrom der sogenannten Perseiden die Umlaufbahn der Erde. Die in die Erdatmosphäre eindringenden Meteoroiden erzeugen Leuchterscheinungen, die als „Sternschnuppen“ auch Nichtastronomen wohlbekannt sind. Bis es gegen 21 Uhr dunkel genug ist, um Sterne, Planeten und vor allem die zu erwartenden Sternschnuppen richtig zu sehen, besteht die Möglichkeit, auf den astronomischen Aussichtsturm zu steigen. Er bietet Ausblicke bis zum Kyffhäuser und zum Brocken. Am Fuß des Turms gibt es bei Bedarf Informationen zur Fundgeschichte der Himmelsscheibe von Nebra. Darüber hinaus kann auf der Wiese auf dem Mittelbergplateau gepicknickt werden. Wer schnell ist, ergattert vielleicht sogar einen der neuen Arche-Nebra-Liegestühle.

Die Lange Nacht der Sternschnuppen ist ein Angebot für die ganze Familie. Der Unkostenbeitrag beträgt 12,00 €, ermäßigt 5,00 €. Warme Kleidung, gutes Schuhwerk und Taschenlampen sowie etwas Proviant sollten mitgebracht werden. Eine Anmeldung – insbesondere für den Vortrag und die Führungen – ist erforderlich. Informationen und Anmeldung unter Tel. 034461-25520.

Wer schon den Tag in der Arche Nebra verbringen will: Das Besucherzentrum ist von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Öffentliche Führungen durch die Dauerpräsentation zur Geschichte der Himmelsscheibe von Nebra werden um 12 Uhr und um 13 Uhr angeboten. Die Planetariumsshow zur Astronomie der Himmelsscheibe von Nebra ist im Eintritt enthalten.

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