Gedenkstätte über KZ Lichtenburg wird eröffnet

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Mahnmal | Umland
von Tobias Matussek

Mit dem Renaissanceschloss Lichtenburg in Prettin sind viel Leid und Grausamkeit verbunden. 1933 richteten die Nazis hier eines der ersten Konzentrationslager ein, später war es Vorläufer von Ravensbrück, dem berüchtigten KZ für Frauen.

Gedenkstätte über KZ Lichtenburg wird eröffnet

(dpa) Mit einem Festakt wird heute (11.30) in Prettin (Landkreis Wittenberg) die neue Gedenkstätte KZ Lichtenburg übergeben. Zugleich öffnet die Dauerausstellung zur Geschichte der Konzentrationslager, wie die Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt mitteilte. Die Schau trägt den Titel «,Es ist böse Zeit ...' Die Konzentrationslager im Schloss Lichtenburg 1933-1945». Zur KZ-Gedenkstätte Lichtenburg zählt laut Stiftung der Gedenkort mit historischen Gefangenenzellen im ehemaligen Bunker sowie der ehemalige Werkstattflügel, in dem ein modernes Besucherzentrum mit einer zeithistorischen Dauerausstellung zur KZ-Geschichte entstanden ist.

In dem Schloss hatten die Nationalsozialisten eines ihrer ersten Konzentrationslager eingerichtet, Prettin war bis 1945 ein KZ-Außenlager. Laut Kultusministerium konnten bislang mehr als 7000 von vermutlich 10 000 Menschen ermittelt werden, die im KZ Lichtenburg inhaftiert, gepeinigt und ermordet wurden. Unter den Häftlingen waren prominente Hitler-Gegner wie der Sozialdemokrat Friedrich Ebert und der Gewerkschafter Wilhelm Leuschner. Der ehemalige Magdeburger Bürgermeister Ernst Reute wurde 1933 wurde von den Nazis in das KZ Lichtenburg verschleppt.

2008 hatte die Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt nach langen Verhandlungen über die Trägerschaft das Areal des Schlosses Lichtenburg übernommen. Seither wurde an einer neuen Erinnerungsstätte gearbeitet, 2004 war die Vorgänger-Gedenkstätte laut Stiftung durch den Landkreis Wittenberg geschlossen worden. Vorher wollte es der Bund gar verkaufen, was für heftige Proteste bei Opferverbänden sorgte. Die Stiftung ist zuständig für sechs bedeutende Gedenkstätten für die Opfer von Gewaltherrschaft und Unrechtsregimen, so auch für die Gedenkstätte Deutsche Teilung in Marienborn.

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