Weihnachten im alten Erzgebirge

Foto: Landkreis Saalekreis
Historisches Spielzeug und Weihnachtsfiguren aus Privatbesitz | Umland
von hallelife.de | Redaktion

Im Zeitraum vom 27. November 2021 bis 20. Februar 2022 können die Besucherinnen und Besucher des Kulturhistorischen Museums eine Ausstellung zu historischem Spielzeug und Weihnachtsfiguren aus dem Erzgebirge ansehen.

Das Erzgebirge gilt gemeinhin als das „Weihnachtsland“. Diesen Ruf verdankt es zum einen der hier ansässigen Spielwarenindustrie, deren Produkte auf kaum einem Gabentisch fehlten, nachdem sich das bürgerlich-familiäre Weihnachtsfest, so wie wir es heute kennen, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts etabliert hatte.

In der Hauptsache gründet dieser Status jedoch auf einer ganz besonderen weihnachtlichen Festkultur. Dazu gehören gedrechselte und geschnitzte Lichterfiguren, Räuchermänner und Nussknacker, Pyramiden und Hängeleuchter in ihrer ganzen Vielfalt, aber auch die regionalen Weihnachtsbräuche, die sich um Familie, Haus und Hof ranken und die untrennbar mit dem für das Erzgebirge so bedeutsamen Bergbau verbunden sind. Zur Advents- und Weihnachtszeit stehen im gesamten Erzgebirge Schwibbögen und Lichterfiguren in den Fenstern der Häuser und lassen die Dörfer im Lichterglanz erstrahlen.

Die eindrucksvollen Zeugnisse der alten Erzgebirgsweihnacht aus dem 19. und beginnenden 20. Jahrhundert, aber auch das fragile Holzspielzeug aus dieser Zeit, sind heute selten geworden. Manches bewahren die Museen unter ihrem Dach, etwa in Annaberg-Buchholz, Dresden, Schneeberg und Seiffen. Zusammengetragen und liebevoll instandgesetzt wird vieles aber auch von Enthusiasten und Sammlern, die inzwischen weltweit zu finden sind.

Die Ausstellung „Weihnachten im alten Erzgebirge“ zeigt Leihgaben von elf sächsischen Privatsammlern. Zu sehen sind u.a. ein Miniaturdorf aus hunderten Einzelstücken, reifengedrehte Spielzeugtiere, Figuren die sich dem Bergbau widmen, einem für die weihnachtliche Volkskunst im Erzgebirge wichtigem Thema, aber auch traditionelle Weihnachtsdekorationen wie Räuchermänner, Schwibbögen oder Krippenfiguren. Insgesamt werden in 27 Vitrinen mehr als 700 Figuren und 570 Spielzeugtiere präsentiert. Die ältesten Stücke entstanden um 1830/40, die allermeisten im Zeitraum bis etwa 1940/50, nur knapp ein Dutzend Objekte sind jüngeren Datums. Fast alle Objekte sind heute höchst selten bzw. Unikate. Die Ausstellung wurde von Joachim Riebel Kulturhistorisches Museum Schloss Merseburg entwickelt und umgesetzt.

Öffnungszeiten:

Täglich 11 – 16 Uhr

Nach den geltenden Corona-Regeln gilt im Kulturhistorischen Museum 2-G.

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