Hunde-Fütterung: 7 Tipps für gesundes Barfen

Tierernährung | Tierwelt
von hallelife.de | Redaktion

Der Trend zu naturbelassener Nahrung erobert mittlerweile auch die Futternäpfe. Immer mehr Hundebesitzer entscheiden sich gegen fertiges Industriefutter. Stattdessen setzen sie auf das „Barfen“ – also die Hunde-Ernährung mit unverarbeitetem Rohfutter. Dabei gibt es aber so einiges zu beachten. Lesen Sie hier die 7 wichtigsten Tipps für eine ausgewogene Fütterung mit Barf.

Barfen: Was ist das überhaupt?

Aber zuerst mal die Grundlagen – was versteht man eigentlich unter „Barfen“? Genau genommen ist das Wort „BARF“ eine Abkürzung und steht für „Biologisches artgerechtes rohes Futter“. Es handelt sich um eine Methode, um fleischfressende Tiere auf eine möglichst natürliche Art und Weise zu füttern. Das Hundemenü besteht dabei vor allem aus rohem Fleisch, Knochen, Gemüse und Getreide. Insgesamt soll die Ernährung von Hunden (bzw. Wölfen) in freier Wildbahn nachgeahmt werden.

Die Ernährung mit Barf hat den Vorteil, dass man ganz genau weiß, was im Magen des Hundes landet. So ist das Rohfutter zum Beispiel frei von künstlichen Konservierungsstoffen. Bei Allergien kann man außerdem ganz genau auf die Bedürfnisse des eigenen Vierbeiners eingehen.

Der Nachteil: Man kann nicht einfach eine Futterdose öffnen – sondern muss sich mit Hunde-Ernährung auseinandersetzen. Und damit sind wir auch schon bei Tipp 1 für eine gesunde Barf-Fütterung:

1. Den Rohfutter-Speiseplan kennenlernen

Selbstverständlich ist klar, dass eine vegane Ernährung für Hunde nicht artgerecht ist. Aber naturbelassenes Füttern bedeutet auch nicht reines Fleisch! Damit würden Hunde viel zu viele Proteine aufnehmen. Deshalb sollte man sich zunächst einmal damit beschäftigen, woraus ein ausgewogenes Barf-Menü besteht. Im Allgemeinen empfiehlt sich:

  • 70-90 % rohes Fleisch (eine Mischung aus Muskelfleisch, Innereien und Pansen)
  • 15 % Knochen und Knorpel
  • 10-30 % Gemüse und Obst
  • zusätzlich Öle, Kräuter und spezielle Nährstoffe

Das sind aber natürlich nur grobe Faustregeln. Was und wie viel Ihr vierbeiniger Freund benötigt, hängt zum Beispiel von seiner Größe und seinem Bewegungspensum ab. Außerdem haben kranke Hunde, Welpen, Senioren und trächtige Hündinnen spezielle Bedürfnisse.

Ein praktisches Hilfsmittel ist dabei ein sogenannter Barf-Rechner für den Hund. Hier können Sie Gewicht, Aktivität und Alter eingeben und erhalten eine erste Richtlinie für das optimale Barf-Menü.

2. Tierarzt-Check: Was braucht mein Hund?

Bevor Sie mit dem Barfen beginnen, sollten Sie Ihren Hund unbedingt tierärztlich untersuchen lassen. Mit einer Blut- und Urin-Untersuchung lässt sich feststellen, ob er einen Mangel an bestimmten Nährstoffen hat.

Nicht zuletzt sollte der Arzt/die Ärztin auch bestätigen, dass das Tier keine Krankheiten bzw. Auffälligkeiten im Verdauungstrakt hat. Denn bei bestimmten Problemen, etwa Niereninsuffizienz oder Entzündung der Bauchspeicheldrüse, muss der Vierbeiner spezielles Futter erhalten.

3. Knochenfütterung langsam angehen

Bei einer Barf-Fütterung ist auch ein bestimmter Anteil an Knochen und Knorpeln vorgesehen. Schließlich fressen auch die wölfischen Vorfahren des Hundes Knochen. Zudem ist das Kauen von Knochen gesund für Zähne und Gebiss. Wer mit der Knochenfütterung beginnt, sollte den Hund aber erst allmählich dran gewöhnen.

Geben Sie ihm am Anfang erst weichere Knochensorten bzw. Knorpel: Gut eignen sich beispielsweise Hühnerhälse oder Entenkarkassen. Außerdem sollten Sie mit einer kleinen Menge starten und zu Beginn gewolfte Knochen bevorzugen. Achtung: Knochen müssen immer roh sein, denn im gekochten Zustand können sie splittern und Ihren Liebling damit im schlimmsten Fall in Lebensgefahr bringen.

4. Mineralstoffe und Vitamine zusetzen

Idealerweise wird das Barf-Menü aus Fleisch, Gemüse und Getreide noch mit einigen natürlichen Zusätzen ergänzt. Denn so kann man sicherstellen, dass der hündische Nährstoffbedarf auch optimal gedeckt ist. Als Barf-Zusätze eignen sich zum Beispiel:

  • Leinöl: hoher Anteil an Omega-3-Fettsäuren
  • Walnussöl: hoher Anteil an ungesättigten Fettsäuren, Vitamin E und B
  • Lachsöl: hoher Anteil an Omega-3-Fettsäuren, senkt den Cholesterinspiegel
  • Eierschalenpulver: Kalziumquelle, falls wenig Knochen gefüttert werden
  • Grünlippmuschelpulver: fördert eine gesunde Haut und den Bewegungsapparat
  • Spirulina-Algen: enthält zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente
  • Hagebuttenpulver: ausgezeichnete Vitamin-C-Quelle

5. Abwechslung einplanen

Eine abwechslungsreiche Ernährung ist nicht nur für uns Menschen wichtig. Auch Hunde profitieren von einer vielfältigen Kost. In jeder Fleischsorte ist die Zusammensetzung an Nährstoffen nämlich ein wenig anders.

Variieren Sie deshalb den Speiseplan und wechseln Sie z. B. zwischen Rind, Geflügel, Lamm und Wild. Wichtig ist nur, dass Sie kein rohes Schweinefleisch verfüttern! Denn dieses kann das gefährliche Aujeszky-Virus übertragen.

Zudem sollte sich das Futterangebot keinesfalls nur auf Muskelfleisch beschränken. Auch Innereien und Pansen sollten im Napf landen.

6. Achtung, giftig: Das darf nicht auf den Hunde-Speiseplan

Im Bezug auf Obst und Gemüse können Sie ebenso eine bunte Mischung anbieten. Von Karotten, Brokkoli, Pfirsich bis zur Gurke ist alles möglich. Es gibt allerdings ein paar Lebensmittel, die für Hunde NICHT geeignet bzw. sogar giftig sind:

  • Avocados
  • Quitten
  • rohe Kartoffeln
  • Zwiebeln
  • Nachtschattengewächse (z. B. Tomaten, Auberginen)
  • Schokolade und Kakao

Statt der Schokolade sollten Sie Ihren Liebling eher mit gesunden, rohen Leckerlis verwöhnen: zum Beispiel Dörrfleisch-Sticks oder getrockneten Chicken Wings.

7. Den tierischen Liebling im Auge behalten

Einer der Vorteile beim Barfen ist, dass es die Beziehung zwischen Mensch und Hund stärkt. Als Herrchen oder Frauchen beschäftigen Sie sich ganz besonders intensiv mit den Bedürfnissen Ihres felligen Lieblings und bereiten ihm sogar die Nahrung zu.

Dabei sollten Sie auch seinen Gesundheitszustand im Auge behalten: Wie sieht sein Fell aus? Wie aktiv ist das Tier und wie viel schläft es? Hat es eine geregelte Verdauung oder gibt es Auffälligkeiten beim Kot? All dies sind Hinweise, ob Ihr Hund mit der derzeitigen Nahrung gut zurechtkommt oder ob Sie eventuell etwas ändern sollten. Beim Barfen gibt es nämlich keine Pauschalrezepte – die Nahrung richtet sich nach dem Tier.

Barf-Fütterung: Richtig gemacht ist es eine gesunde Alternative

Mit einer Ernährung nach Barf-Prinzipien erhält der Hund eine natürliche Kost ohne künstliche Konservierungs- und Geschmacksstoffe. Genau wie beim Menschen kann sich das sehr positiv auswirken. Allerdings sollte es richtig gemacht werden: Wer mit dem Barfen anfangen will, muss sich damit beschäftigen, welche Nährstoffe sein Hund braucht. Mit einer ausgewogenen Kost aus Fleisch, Knochen, Gemüse und bekömmlichen Fetten steht einem langen, gesunden Hundeleben nichts im Wege!

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