Voll dabei an der Spitze: HFC jagt Aufstiegsplätze

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von hallelife.de | Redaktion

Der Hallesche FC darf sich in der Länderspielpause etwas ausruhen. Mit Tabellenplatz 4 ist der HFC in der aktuellen Drittligasaison gut dabei und nah an den Aufstiegsplätzen dran. Die Stimmung im Verein ist positiv, auch wenn die Ergebnisse zuletzt dreimal nicht stimmten. Was also ist noch möglich, wenn es in der Rückrunde um die ersten zwei bzw. drei Ränge geht?

Tabellenführung verloren, aber nach wie vor alles drin

Mit dem MSV Duisburg und dem FC Ingolstadt 04 befinden sich derzeit zwei Mannschaften an der Spitze der Tabelle, die zuletzt aus der 2. Bundesliga abstiegen. Keine besonders große Überraschung sollte man meinen, waren die Klubs aus dem Ruhrpott und Oberbayern doch von Beginn an hoch favorisiert. Doch nach Platz 4 in der vergangenen Spielzeit wurden auch in Halle die Ambitionen nach oben geschraubt. Selbst wenn es niemand wirklich aussprechen wollte, war klar, dass eine Platzverbesserung nur mit dem Thema Aufstieg einhergeht. Für dieses Ziel gaben die Verantwortlichen alles und verstärkten die ohnehin starke Mannschaft mit zweit- und drittligaerfahrenen Profis, die schon zu Beginn der Saison fast für eine Sensation gesorgt hätten. Der VfL Wolfsburg konnte sich in der ersten Runde des DFB-Pokals gerade noch über die Verlängerung in die nächste Runde retten. Schlechte Auswirkungen hatte das Aus auf den HFC keineswegs, sicherte er sich schließlich die Tabellenführung in der Liga. Die kompletten Monate im September und Oktober wurden ungeschlagen in Liga und Landespokal absolviert, ehe es zuletzt etwas weniger rund lief.

Schon das 3:3 gegen den SV Meppen Ende Oktober zeigte trotz langer Überzahl, dass nach wie vor Schwächen im Team von Trainer Torsten Ziegner existieren. Immerhin lief die Offensive noch auf Hochtouren, die im November ihren Dienst eingestellt hat. Das zweimalige 0:1 gegen die Mittelfeldklubs 1. FC Magdeburg und 1860 München ging mit dem Verlust der Tabellenführung einher. Nichtsdestotrotz bleibt das Gesamtbild ein überaus positives. 28 eigene Tore sind eine unerwartet starke Zwischenbilanz, nachdem sich der Klub 2018/19 vor allem auf die Defensive verlassen hatte (47 eigene Tore). Doch mit 15 Gegentoren ist auch hinten noch höchste Sicherheit Trumpf. Der Hallesche FC besitzt die drittbeste Abwehr der Liga, die vom immer wieder herausragenden Torwart Kai Eisele angeführt wird. Mit einer kicker Durchschnittsnote von 2,9 ist er der beste Hallenser Defensivspezialist. Vorne sorgte insbesondere der Transfer von Terrence Boyd für den angesprochenen großen Fortschritt. Die auf Transfermarkt gesammelten Daten sind einfach überragend. In 12 Spielen erzielte der in Bremen geborene Ex-Nationalspieler der USA sieben Tore und bereitete fünf weitere Treffer vor.

Rezept für den Erfolg sollte weiterhin gültig bleiben

Die Frage für den Halleschen FC ist klar: Reichen Stürmer Terrence Boyd und die starke Defensive am Ende dazu, ein gewichtiges Wort im Aufstiegsrennen mitzureden? Es ist keineswegs auszuschließen. Wer sich den bisherigen Saisonverlauf ansieht, wird kein einzelnes überaus dominantes Team finden. Sowohl Duisburg als auch Ingolstadt hatten ihre Schwächephasen und verloren bereits vier- respektive dreimal. Lediglich der Drittplatzierte von der SpVgg Unterhaching musste bislang am seltensten einen Dreier abgeben. Eine Saisonniederlage wird wiederum von schon sieben Unentschieden getrübt. Hinter Halle folgen derweil Eintracht Braunschweig, Waldhof Mannheim sowie Hansa Rostock, die ebenfalls allesamt Konstanz vermissen lassen. Nachdem es in den vergangenen Spielzeiten viele Alleingänge von einem oder zwei Klubs gegeben hatte, könnte jetzt also die Stunde eines unerwarteten Aufsteigers schlagen. Allzu übermächtig erscheinen zudem auch die Klubs aus Liga 2 nicht, die im Fall der Fälle in der Relegation warteten. In den Sportwetten von Betway wird Hannover 96 etwa mit einer Quote von 101,00 auf den Aufstieg geführt (Stand 18. November), steht in der Realität allerdings viel näher zum Tor der Drittklassigkeit. Auch Mannschaften wie der 1. FC Nürnberg, VfL Bochum oder Dynamo Dresden könnten trotz ihrer großen Namen allesamt schlagbar sein.

Neben dem aktuell beachtlichen sportlichen Erfolg sorgte der HFC auch mit seiner Sondertrikot-Aktion für bundesweite Aufmerksamkeit. Im Gedenken an die Opfer des Hallenser Terroranschlags im Oktober dieses Jahres lief der HFC mit der Aufschrift „Zusammen gegen Gewalt, Rassismus und Antisemitismus" auf. Die Aktion war im Nachhinein ein so großer Erfolg wie beim Spiel selbst. Knapp 11.400 Euro flossen in die Kassen und wurden im Anschluss an die Hinterbliebenen der Anschlagsopfer gespendet. Auf dem Platz geht es in den kommenden Wochen unter anderem gegen den direkten Aufstiegskonkurrenten MSV Duisburg. Dann wird sich zeigen, was die bisherigen Leistungen wirklich wert sind. Schafft es der Hallesche FC in die 2. Bundesliga?

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