Nicht mit uns! - Öffentlicher Brief an den Vorstand und Verwaltungsrat des Halleschen FC e.V.

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von hallelife.de | Redaktion

Öffentlicher Brief an den Vorstand und Verwaltungsrat des Halleschen FC e.V.

Sehr geehrter Herr Dr. Schädlich,
sehr geehrter Herr Dr. Fox,
sehr geehrter Herr Rauschenbach,
sehr geehrter Herr Prof. Flöther,
liebe Verwaltungsräte des HFC,

Profifußball ist ein schnelllebiges Geschäft, heißt es. Am eigenen Leib haben wir nun erfahren, wie schnelllebig es sein kann. 

Zwischen gemeinsamem Auftritt der drei bisherigen Vorstandskandidaten beim Fanstammtisch am 5. Dezember 2018 mit zum Ausdruck gebrachter Bereitschaft zur Zusammenarbeit und dem „Erdrutsch“ am 10. Dezember lagen nur fünf Tage. Ein scheinbar kurzer Zeitraum, der jedoch alles veränderte. Und das bei einem Verein, der sich viele Jahre durch Kontinuität und Bedacht auszeichnete. Beim Halleschen FC wechselten die Trainer seltener als bei der Konkurrenz, gab es kaum Fluktuation in den Gremien, kannten wir als Vereinsmitglieder die handelnden Personen zumeist persönlich.

Nun also wurden in den vergangenen Tagen Nägel mit Köpfen gemacht. Hinter verschlossenen Türen, auf höchster politischer Ebene, mit erpresserischer Entschlossenheit. Und aus persönlichen Befindlichkeiten, anders ist die ebenso kurze wie leidenschaftslose Mitteilung aus dem Rathaus kaum zu deuten. Wir Mitglieder, die Basis des Halleschen FC, werden vor vollendete Tatsachen gestellt. Man will uns offenbar vorschreiben, wen wir gefälligst zu wählen haben. Oder nicht wählen dürfen. Die aktuellen Umstände sind nicht mal besonders subtil, der Druck nicht sonderlich sanft sondern knallhart – entweder, oder.

Viel zu lange gibt es bereits die „Friss oder stirb“-Vorgehensweise an der Spitze des Clubs gegenüber der Basis. Jahrelang standen die Herren Schädlich, Kühne und Sitte quasi alternativlos im Block zur Wahl, im Frühjahr 2018 änderte sich das Gesicht des Vorstandes exorbitant durch die Kooptierung der Herren Fox, Rauschenbach und Flöther bei etappenweisem Ausscheiden der gewählten Herren Sitte und Kühne ohne Zutun von uns Mitgliedern. Die Mitgliederversammlung ist bekanntlich das höchste Gremium des Vereins. Wir wollen bei der Postenvergabe auf operativer Entscheidungsebene einbezogen werden und satzungsgemäß bestimmen.

Wir werden nicht zulassen, dass Verantwortlichkeiten und Befugnisse an der Spitze unseres geliebten HFC im stillen Kämmerlein ausgeklüngelt werden. Wir wollen keine politischen Ränkespiele, wir lehnen zwischenmenschliche Fehden auf dem Weg an die neuralgischen Positionen ab und wir sind nicht Stimmvieh, das eine fertig ausverhandelte Lösung vorgesetzt bekommt und nur noch abzunicken braucht.

Herr Rauschenbach betonte beim Fanstammtisch, dass der HFC kein Interesse an externen Investoren hat, die Geld geben und fortan die Geschicke des Vereins bestimmen können oder wollen. Der Verein wolle sein Schicksal selbst in der Hand behalten und seine Seele nicht verkaufen, wie es andere Clubs tun würden. Damit sprach er vielen von uns aus dem Herzen. Das gilt allerdings auch für innerstädtische Interessengemeinschaften. Es sollte für die Stadt Halle und seine kommunalen Unternehmen ein Bedürfnis und eine Selbstverständlichkeit sein, den Top-Club mit der höchsten Strahlkraft bestmöglich zu unterstützen. Diese Hilfe und die Höhe der finanziellen Zuwendungen sollten jedoch nicht davon abhängig sein, ob den Sponsorenvertretern die Nase handelnder und gewählter Personen im Vorstand des Halleschen FC gefällt oder nicht. Es geht um Eignung und Vertrauen, nicht um Vetternwirtschaft.

Um es anders oder vielleicht sogar deutlicher zu formulieren: Wir wollen als Mitglieder, als Verein nicht abhängig sein von der Gnade Einzelner. Wer den Club führt, entscheiden wir als höchstes Gremium. Wir sind nicht käuflich mit Versprechungen über Etataufstockung und nicht eingeschüchtert bei angedrohter Reduzierung. Dr. Schädlich hatte sich unser Vertrauen über viele Jahre erarbeitet. Deshalb genießt er nach wie vor eine hohe Akzeptanz bei Mitgliedern und Fans. Ihn aus dem Amt zu drängen mit monetären Drohgebährden, empfinden wir als absolut respektlos. Gegenüber ihm und seinen Verdiensten für den HFC. Aber auch gegenüber uns als Mitgliedern. WIR entscheiden, wer unseren Club repräsentiert, nicht etwa irgendwelche Außenstehenden mit „Kohle“ als schlagkräftigem Argument. Natürlich sind wir dankbar für die umfangreiche Hilfe der kommunalen Unternehmen zu Jahresbeginn und wissen, dass ohne das Engagement der neuen Vorstandsmitglieder die Lizenz mindestens gefährdet gewesen wäre. Das ändert jedoch nichts daran, dass aktuell drei von vier Vorständen über das Wohl und Wehe unseres HFC entscheiden, die bis vor wenigen Monaten wenig bis gar nichts mit dem HFC zu tun hatten und vereinzelt dann überhaupt erst heimlich, still und leise Mitglied wurden.

Sehr geehrte Herren, womöglich können Sie als erfolgreiche Unternehmer die Fanseele nicht kennen oder einschätzen, vermutlich geht es in der Wirtschaft eher um Logik und Kalkül, weniger um Emotion. Doch seien Sie sich gewiss: Viele Mitglieder kämpfen lieber wöchentlich mit ehrlicher Arbeit um den Klassenerhalt in der 3. Liga wie stets in den vergangenen Jahren, als einen sportlichen Erfolg ohne Identifikation zu beklatschen. Vertrauen in die handelnden Personen ist uns genauso wichtig wie die stetige Professionalisierung der Strukturen.

Bitte berücksichtigen Sie bei künftigen Absprachen und Entscheidungen in Vorbereitung der Vorstandswahl: Unser HFC hat eine Seele, eine eigene DNA. Nur wer sie kennt und lebt, darf sich tiefgreifende Einschnitte in das Innenleben unseres Clubs anmaßen. Derzeit hat es den Anschein, dass die Zukunft des Halleschen FC auf Ultimaten aufgebaut werden soll.

Nicht mit uns!

Bündnis aktiver HFC-Mitglieder

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