PERSÖNLICHE ERKLÄRUNG VON DR. JÜRGEN FOX

Hallescher FC | Sport - HFC
von hallelife.de | Redaktion

Ich habe die Diskussion der letzten Tage aufmerksam verfolgt und bisher unkommentiert gelassen. Dabei stand das Bemühen im Vordergrund, nicht vorschnell eine Meinung zu äußern, die nicht sachgerecht ist und der weiteren Diskussion nur neue Nahrung gibt. 

Ich habe mich im Frühjahr dieses Jahres in einer für den Verein sehr schwierigen Situation bereit erklärt , im Vorstand des Halleschen FC mitzuwirken. Ausschlaggebend war neben der Begeisterung für den Fußball die Wahrnehmung, dass der HFC nicht die positive Resonanz in der Öffentlichkeit erfährt, die er meiner Überzeugung nach verdient bzw. die für einen solchen Club in dieser Region möglich ist. Um dabei zu helfen den HFC weiterzuentwickeln, habe ich mich bereit erklärt, im Verwaltungsrat diese Entwicklung aktiv mit zu unterstützen.

Ende 2017 wurden wir im Verwaltungsrat des HFC vom Vorstand informiert, dass sich eine existenzbedrohende finanzielle Schieflage eingestellt hatte. Erkennbar wurde dabei, dass dies keine ganz kurzfristig eingetretene Situation war, sondern sich schon einige Zeit vorher andeutete. In dieser Phase gelang es durch gemeinsame Kraftanstrengung aller Beteiligten, die aufgetretene finanzielle Lücke zu schließen und Ideen zu entwickeln, wie man die strukturellen Probleme angehen bzw. lösen kann. Wesentliche Voraussetzung bei mehreren Unterstützern war das Vertrauen in den Vorstand als Organ, das die Sanierungsmaßnahmen und neu aufgestellten Pläne umsetzt sowie  wirtschaftlich verantwortungsbewusst handelt. In der bis dahin gültigen Besetzung war, das muss man so klar sagen, dieses Vertrauen bei einigen Verantwortlichen nicht gegeben. Durch die neue Besetzung des Vorstandes zusammen mit Herrn Rauschenbach und Herrn Flöther ist es gelungen, dieses Vertrauen wieder zu schaffen. Hierfür sowie für die gemeinsame Arbeit danke ich insbesondere diesen beiden herzlich. 
 
Seither ist dem HFC mehr gelungen, als wir realistisch erwarten konnten: 

·  Die finanzielle Lücke konnte dank breiter Unterstützung geschlossen werden. 
·  Mit den Herren Heskamp und Ziegner konnten ausgezeichnete Experten für den sportlichen Bereich verpflichtet werden. 
·  Für den Nachwuchs konnten wir mit Herrn Curri endlich einen Fußball-Lehrer unter Vertrag nehmen und beim DFB den Zertifizierungsantrag für das Nachwuchsleistungszentrum einreichen. 
·  Wir konnten neue Sponsoren gewinnen und so die Abgänge nach dem Umbruch im März überkompensieren. 
·  Es war möglich, mehr Geld als ursprünglich geplant für den Kader der 1. Mannschaft bereitzustellen. 
·  Die sportliche Leitung konnte talentierte und leistungsbereite Spieler für das Projekt HFC begeistern. 
·  Die Veranstaltung zu Saisonbeginn auf dem Markt rückte den HFC wieder deutlich näher in  die öffentliche Wahrnehmung. 
·  Der sportliche Verlauf der Saison übertrifft alle Erwartungen. 
 
Natürlich verläuft ein solcher Prozess nicht reibungslos und konfliktfrei. Davon habe ich mich aber nach außen hin nicht beeinflussen lassen wollen, weil mir das angefangene Projekt, den HFC zum Strahlen zu bringen, einfach zu wichtig war. Deswegen war ich auch bereit, gemeinsam mit Herrn Schädlich und Herrn Rauschenbach weiter den Vorstand unseres HFC zu bilden und mich zur Wahl zu stellen. Klar kommuniziert war hier immer, dass ich für das Amt des Präsidenten nicht zur Verfügung stehe. Das gilt unverändert.

Seit dem letzten Mittwoch hat sich die Lage gravierend geändert. Völlig unvorbereitet trafen mich Anfragen der Presse zur Vergangenheit von Herrn Schädlich als IM. Bis dahin wusste ich zwar von Gerüchten. Gerüchte sind aber nun mal keine Fakten. Seitdem bin  ich auch im Rahmen meiner dienstlich wahrgenommen Termine mit Fragen der Presse zu diesem Thema konfrontiert. In einer Situation wie dieser ist eine Verquickung zwischen meinem Ehrenamt beim HFC  und meiner beruflichen Tätigkeit nicht akzeptabel. Bei meinem Arbeitgeber gelten die Regeln des öffentlichen Dienstes. Ich selber habe eine Erklärung unterzeichnet, dass ich nicht für das MfS tätig war. Es gibt zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes, die wegen ihrer Tätigkeit für das MfS aus dem öffentlichen Dienst ausscheiden mussten. In dieser Situation habe ich mich auch mit  Personen gesprochen, die Zeugen der Zeit sind und mich darin bestärkt haben, im Interesse meines Arbeitgebers und meiner eigenen Person in dieser Lage eine klare Position einzunehmen. Hierüber habe ich Herrn Schädlich am vergangenen Freitag in einem Gespräch mit Herrn Rauschenbach informiert.

Nach der Entscheidung von Herrn Schädlich auf eine erneute Kandidatur zu verzichten, muss der Wahlausschuss nunmehr mit geeigneten Kandidaten für ein neues Vorstandsteam Gespräche führen. Meine grundsätzliche Bereitschaft, die begonnene positive Entwicklung des HFC im Vorstand zu begleiten, besteht unverändert.

Mit rot-weißem Gruß

Jürgen Fox

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