Katastrophenübung im Nordbad! - Groß angelegte Einsatzübung nach Chlorgasaustritt.

Fotos: Manfred Boide
Nordbad Halle | Polizei/Feuerwehr
von Manfred Boide

Es ist gegen 09:30 Uhr am Sonnabend den 13. April im Stadtteil Trotha vor dem Haupteingang des Nordbades. Wer die Informationen im Vorfeld der Katastrophenübung nicht mitbekommen hat, wird sich gewundert haben, wie viele Fahrzeuge sich da mit hohem Tempo in die Einfahrt des Bades bewegen.

Feuerwehr, Rettungsdienste, Polizeifahrzeuge mit Motorbooten im Schlepptau und andere an der Übung beteiligte bewegen sich zum Einsatzort. Um einen reibungslosen Ablauf der Übung zu gewährleisten, hatte man die Zufahrt und den Parkplatz vor dem Bad an diesem Tag zwischen 07:00 und 15:00 Uhr für den Verkehr gesperrt.

Am Ufer der Saale und im Nordbad werden derweil schon die einzelnen Stationen aufgebaut, die für den Einsatz notwendig sind. Gleichzeitig informiert der Einsatzleiter, Daniel Schöppe, den bereits eingetroffenen Oberbürgermeister der Stadt Halle, Dr. Bernd Wiegand, über die Lage.

Das Szenario, welches hier als Grundlage für die Übung angenommen wurde ist, dass bei Reparaturarbeiten an einer Anlage eine Chlorgaswolke ausgetreten ist und mehrere Menschen verletzt wurden. Durch das abfallende Gelände zum Saaleufer hin und der Eigenschaft des Chlorgases, es ist 2,5 mal schwerer als Luft, hat sich die Gaswolke schnell und weiträumig ausgebreitet und weitere Menschen wurden dadurch betroffen.

Chlorgas ist ein gelbgrünes stechend riechendes und giftiges Gas. Es wirkt ätzend auf die Atmungsorgane des Menschen. In Schwimmbädern wird es in geringer Konzentration für die Desinfektion verwendet.

Die Rettungskräfte handeln schnell und besonnen, Verletzte werden erstversorgt und nach ärztlicher Beurteilung einer speziellen Behandlung zugeführt. Selbst von gegenüberliegen Saaleufer im Forstwerder werden Verletzte geborgen und über die Saale mit Einsatzkräften der DRK Wasserwacht zum Behandlungsplatz verbracht. Zusätzlich sind Taucher eingesetzt, die das Flussufer nach möglichen Verletzten absuchen.

Als „Verletzte“ haben sich 60 Statisten zur Verfügung gestellt, die ihre Aufgabe mit dem nötigen Realismus und großem Engagement erfüllen.

An der Übung waren mehr als 300 Rettungskräfte von der DLRG, DRK Halle-Saalekreis - Mansfelder Land, ASB Halle-Bitterfeld, Polizei, Malteser Hilfsdienst, THW und zahlreiche Feuerwehren beteiligt. 

Gut zu wissen, dass es solche Menschen gibt, die auch oft in ihrer Freizeit für die Sicherheit der Bürger in unserer Stadt bereitstehen und wenn es notwendig wird Schlimmeres zu verhindern.

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