Opernaufführungen der Händelfestspiele 2019

Händelfestspiele 2019 | Musik & Film
von hallelife.de | Redaktion

Vom 31. Mai bis zum 16. Juni 2019 finden in Halle an der Saale, der Geburtsstadt von Georg Friedrich Händel, wieder die Händel-Festspiele statt. Über 1.000 Künstler aus aller Welt werden im kommenden Jahr das Programm mit mehr als 100 Veranstaltungen an 22 verschiedenen Veranstaltungsorten gestalten.

Opernaufführungen

Agrippina HWV 6 

(konzertant)

Alcina HWV 34 

(szenisch, Premiere)

Arbace HWV A10 

(konzertant, Deutsche Erstaufführung)

Atalanta HWV 35 

(szenisch)

Berenice, Regina d‘Egitto HWV 38 

(szenisch, Aufführung nach der Hallischen Händel-Ausgabe)

Il Pastor fido HWV 8a (Fassung 1712) 

(szenisch, Premiere, Aufführung nach der Hallischen Händel-Ausgabe)

Julius Caesar in Ägypten HWV 17 

(szenisch, Premiere)

Serse HWV 40 

(szenisch)

Venceslao HWV A4 

(konzertant, Deutsche Erstaufführung)

 

Im Jahr 2019 präsentieren die Händel-Festspiele neun Opern, davon werden sechs szenisch auf die Bühne gebracht und drei sind konzertant zu erleben. Festlich eröffnet werden die Händel-Festspiele 2019 am 31. Mai um 19.30 Uhr mit der Neuproduktion von Julius Caesar in Ägypten HWV 17 in der Oper Halle in deutscher Übersetzung und ohne Übertitel. Der Alte-Musik-Spezialist Michael Hofstetter wird das Händelfestspielorchester Halle leiten. Die Ausstattung übernimmt der Bühnenbildner und Grafikdesigner Helmut Brade. Die Regie liegt in den Händen von Peter Konwitschny. Damit kehrt Konwitschny, der von 1986 bis 1990 Hausregisseur am Landestheater Halle war, an die Saalestadt zurück. Seine damaligen Händel-Inszenierungen am Goethe-Theater Bad Lauchstädt (z.B. Floridante 1984) und am Landestheater (z.B. Rinaldo 1987) sind heute noch legendär. Für die Arbeit an Giulio Cesare in Egitto (Julius Caesar in Ägypten) nahm sich Händel ungewöhnlich viel Zeit. So begann er bereits im Sommer 1723; erst am 20. Februar 1724 fand die erfolgreiche Premiere im King’s Theatre in London statt. Giulio Cesare in Egitto (Julius Caesar in Ägypten) war auch Händels größter Erfolg im Ausland. Allein in Hamburg wurde die Oper zwischen 1725 und 1737 vierzigmal gegeben.

Mit der Zauberoper Alcina HWV 34 begeisterte Händel schon zu seinen Lebzeiten mit einem herausragenden Sängerensemble und einer prachtvollen Bühnenausstattung. Alcina ist eine Figur von außerordentlicher Intensität; sie ist Königin und Zauberin zugleich. Auf ihrer Insel verführt sie den Ritter Ruggiero, doch mit Hilfe seiner Verlobten Bradamante kann er sich befreien und sogar Alcinas magische Kräfte zerstören. Am 15. und 16. Juni 2019 bringt die Lautten Compagney Berlin unter der bewährten Leitung des Händel-Preisträgers Wolfgang Katschner die Zauberoper, die von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Saalesparkasse finanziell unterstützt wird, auf die Bühne des historischen Goethe-Theaters Bad Lauchstädt. Der Regisseur und Ausstatter Niels Badenhop verspricht bei dieser Neuproduktion einen barocken Bühnenzauber, in der er die ganze Bandbreite der barocken Ästhetik, angelehnt an Originalentwürfen der Händel’schen Zeit, wiederbelebt.

„Wir freuen uns sehr, dass wir als Saalesparkasse auch im kommenden Jahr die Händel-Festspiele wieder unterstützen können. Unbestritten sind die Händel-Festspiele der Höhepunkt des regionalen Kultur-Jahres und begeistern alljährlich ein wachsendes Publikum. Auch im nächsten Jahr ermöglichen wir wieder eine Veranstaltung im Goethe-Theater in Bad Lauchstädt, mit dem uns - genau wie mit der Stiftung Händel-Haus - eine langjährige Partnerschaft verbindet.“
(Dr. Jürgen Fox, Vorsitzender des Vorstandes der Saalesparkasse / Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Händel-Haus)

Am 1. und 2. Juni 2019 wird die erste Fassung aus dem Jahr 1712 der Oper Il Pastor fido HWV 8a im historischen Goethe-Theater Bad Lauchstädt aufgeführt. Die kurze Pastoral-Oper kam beim Londoner Publikum, trotz der hervorragenden Musik, nicht gut an. Heute schätzt man die Oper dagegen aufgrund ihrer lyrischen und magisch zärtlichen Musik sehr. Die internationale Koproduktion mit Parnassus Arts Productions nach der Hallischen Händel-Ausgabe feiert in Halle ihre Premiere. Mit Spannung darf man das Händel-Festspiel-Debüt des polnischen Orchesters {oh!} Orkiestra Historyczna unter der Leitung von Martyna Pastuszka erwarten, das erst jüngst am Theater an der Wien einen phänomenalen Erfolg gefeiert hat. Die Regie liegt in den Händen von Daniel Pfluger, dessen reduzierte Inszenierung von Händels Teseo bei den Händel-Festspielen in Karlsruhe 2015 gefeiert wurde. Die Aufführungen des Il Pastor fido mit jungen, herausragenden Gesangssolisten wie Sophie Junker, Ray Chenez u. a. wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien unterstützt.

Das wunderschöne Carl-Maria-von-Weber-Theater in Bernburg wird im kommenden Jahr wieder Aufführungsort der Händel-Festspiele sein. Am Pfingstsamstag und -sonntag (8. und 9. Juni 2019, jeweils um 15 Uhr) wird dort Händels Atalanta HWV 35 vom südafrikanischen Tenor und Opernregisseur Kobie van Rensburg auf die Bühne gebracht. Er hat die pastorale Komödie als ein multimediales Märchen inszeniert, in das das mythische Arkadien dank moderner Video- und Computeranimationstechnik in eine verzauberte Freizeit- und Vergnügungsanlage übersetzt wird. Bei ihrer Premiere beim Koproduktionspartner Donau Festwochen Strudengau im Sommer 2018 wurde diese humorvolle Umsetzung gefeiert, nicht zuletzt auch dank der musikalischen Leiterin Michi Gaigg und ihrem renommierten L’Orfeo Barockorchester aus Linz. Händel komponierte Atalanta aus Anlass der Hochzeit des Prince of Wales mit Augusta von Sachsen-Gotha. Die Oper war zu seinen Lebzeiten ein großer Erfolg. In Bernburg kann sie dank der Unterstützung der der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gezeigt werden.

Mit der Aufführung der Rarität Berenice, Regina d’Egitto HWV 38 haben die Händel-Festspiele im vergangenem Jahr ein besonderes Ziel erreicht: Es erklangen in Halle alle 42 Händel-Opern. Irrtümer, Missverständnisse, Rache, Macht und Liebe finden sich in Händels machtvoller Musik wider. Das Händelfestspielorchester Halle wird am 5. und 8. Juni 2019 von Jörg Halubek geleitet. Die viel gelobte Regie der Oper, bei der die ägyptische Königin Kleopatra Berenike III. im Mittelpunkt steht, übernahm Jochen Biganzoli. Dabei gibt es ein Wiedersehen und -hören mit dem Sopranisten Samuel Mariño, der aufgrund seiner Interpretation des Alessandro in der halleschen Berenice im Opernwelt-Jahrbuch 2018 zweimal als Newcomer des Jahres benannt wurde.

Mit der Arie Ombra mai fù erklingt gleich zu Anfang der Oper Serse HWV 40 eine der schönsten und bekanntesten Händel-Melodien überhaupt. Die Liebesgeschichte um den antiken Perserkönig Xerxes wurde 1738 uraufgeführt und kann wohl als eines der beliebtesten Werke aus Händels Feder gelten. Erstmalig ist die Landeshauptstadt Magdeburg mit Serse Spielstätte der Händel-Festspiele. In der Produktion des Theater Magdeburgs ist in der Titelrolle, die im Original für einen Kastraten geschrieben wurde, die anglo-französische Mezzosopranistin Emilie Renard zu hören. Der Countertenor Leandro Marziotte, der in Halle längst kein Unbekannter mehr ist, übernimmt die Rolle des Arsamene, Xerxes’ Bruder und Gegenspieler. Der Dirigent Nicholas Kok und die auf modernen Instrumenten spielende Magdeburgische Philharmonie verleihen der Oper, in der Händel viele für seine Zeit moderne Techniken der musikalischen Charakterisierung verwendet, eine unverwechselbare Farbe.

Das Pasticcio Arbace HWV A10 von Georg Friedrich Händel auf der Basis der Musik von Leonardo Vinci wird erstmalig in Deutschland konzertant am Pfingstsonntag, 9. Juni 2019, in der Konzerthalle Ulrichskirche um 19.30 Uhr vom international gefeierten Ensemble Auser Musici und namhaften Solisten wie Raffaele Pé, Raffaella Milanesi, Bruno de Sá und Eva Gubanska unter der Leitung von Carlo Ipata aufgeführt. Schon bei den Festspielen 2016 wurde das aus Pisa kommende Orchester Auser Musici in Halle für die Aufführung des Händel-Pasticcios Catone bejubelt. Mit Arbace, dessen Aufführung wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien finanziell unterstützt wird, setzen die Händel-Festspiele Halle ihre Reihe fort, die bislang vernachlässigten und unbekannten Pasticci Händels wieder zur Aufführung zu bringen.

Mit Venceslao HWV A4 ist ein weiteres Händel-Pasticcio als deutsche Erstaufführung zu erleben. Dabei hat Händel – im Gegensatz zu Arbace – die Musik mehrerer italienischer Komponisten neu zusammengestellt. Entstanden ist ein spannender Stilpluralismus und ein „Best of“ der italienischen Barockoper. Zum mittlerweile dritten Mal kehrt hierfür das Londoner Ensemble Opera Settecento um Leo Duarte nach Halle zurück und präsentiert erneut eine Händel-Rarität. Die Aufführung am 16. Juni 2019 um 15 Uhr im Freylinghausensaal der Franckschen Stiftungen wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien unterstützt und ist eine Kooperation mit dem London Handel Festival.

Die Premiere von Agrippina HWV 6 fand an Weihnachten 1709 im Teatro di San Giovanni Crisostomo in Venedig statt. Dann wurde die Oper an 26 aufeinander folgenden Abenden wiederholt – das gab es vorher noch nie und war ein bemerkenswerter Erfolg. Der Librettist Kardinal Vincenzo Grimani, ein Venezianer, wurde kurz zuvor zum Vizekönig von Neapel ernannt. Händel-Biograf John Mainwaring berichtet, dass die Zuschauer in jeder kleinen Pause begeistert, „Viva il caro Sassone.“ („Es lebe der liebe Sachse.“) riefen. Am Pfingstmontag, 10. Juni 2019, wird Agrippina mit dem französischen Ensemble Les Talens lyriques unter der musikalischen Leitung von Christophe Rousset und international renommierten Solisten wie Ann Hallenberg, Ray Chenez, Eve-Maud Hubaux Arnaud Richard, Douglas Williams u. a. m. in der Georg-Friedrich-Händel Halle um 15 Uhr konzertant aufgeführt. Es erklingt ein Ausnahmestück Händels, das von Ausnahmemusikern der internationalen Barockmusik dargeboten wird, weshalb eine Referenzaufführung zu erwarten ist.

 

Informationen für Besucher und zum Ticketverkauf

Das Gästebüro der Händel-Festspiele 2019 im Händel-Haus ist vom 29. Mai bis 16. Juni täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Hier erhalten Besucher Informationen zu Veranstaltungen, Programmhefte zu den einzelnen Aufführungen sowie noch verfügbare Tickets. Darüber hinaus können Gäste das Festspiel-Magazin erwerben. Die Abendkassen öffnen jeweils eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an den Spielstätten.

Karten für die Händel-Festspiele 2019 sind ab 15. November 2018 erhältlich:
Hotline: +49 (0) 345 / 565 27 06 (Mo – Fr: 7 - 19 Uhr, Sa: 7 - 14 Uhr)

Online: www.haendelfestspiele-halle.de

Verkaufsstellen: bundesweit bei CTS-Eventim, in Sachsen-Anhalt auch bei TiM Ticket in den Service Centern der Mitteldeutschen Zeitung und der Galeria Kaufhof Passage Halle.

Als Dienstleistung für bereits ausgebuchte Veranstaltungen wird ein kostenloser Wartelisten-Service von der Roßdeutscher & Bartel GbR angeboten.
Kontakt: +49 (0) 341 / 14 99 07 58, www.barock-konzerte.de/warteliste

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