Trotz Corona-Jahr Fördergeschäft der MDM auf hohem Niveau

Sachsen-Anhalt | Musik & Film
von hallelife.de | Redaktion

Die Bilanz der Mitteldeutschen Medienförderung GmbH (MDM) zeichnet sich im herausfordernden Corona-Jahr 2020 durch Kontinuität aus. Die MDM unterstützte mit über 15,2 Millionen Euro insgesamt 146 Film- und Medienprojekte in der Entwicklung, Produktion und Auswertung (zum Vergleich: im Jahr 2019 wurden 175 Projekte mit über 16,3 Millionen Euro bzw. im Jahr 2018 174 Projekte mit über 15,8 Millionen Euro gefördert).

Den Fördergeldern standen Ausgaben der Filmproduzenten von rund 33 Millionen Euro in den drei Ländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gegenüber. Damit liegt der Regionaleffekt für Mitteldeutschland bei über 200 Prozent.

Im Jahr 2020 förderte die MDM attraktive Filmstoffe, die sicherlich für ein breites Publikum von Interesse sein werden, darunter „Die Känguru-Verschwörung“ (Regie: Marc-Uwe Kling, Alexander Berner), Aelrun Goettes Drama „In einem Land, das es nicht mehr gibt“, die Adaption des Kinderbuchklassikers „Der Räuber Hotzenplotz“ (Regie: Michael Krummenacher) oder die auf beliebten Kinderbüchern basierenden Projekte „Die Schule der magischen Tiere 2“ (Regie: Sven Unterwaldt) und „Elli – Ungeheuer geheim“ (Regie: Jesper Møller und Piet de Rycker).

Für die Produktion von 59 Kino- und Fernsehfilmen stellte der Vergabeausschuss der MDM mehr als 12 Millionen Euro zur Verfügung (zum Vergleich: über 11 Millionen Euro für 53 Kino- und Fernsehfilmproduktionen im Förderjahr 2019 bzw. knapp 11 Millionen Euro für 54 Kino- und Fernsehfilmproduktionen im Förderjahr 2018). Hiervon entfielen knapp 3,3 Millionen Euro auf 25 Nachwuchs-Produktionen (zum Vergleich: knapp 3,7 Millionen Euro für 24 Nachwuchsarbeiten im Förderjahr 2019, 2 Millionen Euro für 18 Nachwuchsarbeiten im Förderjahr 2018). Die Unterstützung des Nachwuchses wurde somit im Fördergeschehen der MDM verstetigt.

Der für Medien zuständige Staats- und Kulturminister Rainer Robra und derzeitige Aufsichtsratsvorsitzende der MDM, erklärt: „Trotz der Pandemie, ihrer Folgen sowie Herausforderungen, konnte die MDM im vergangenen Jahr erfreulicherweise das Fördergeschäft auf gewohnt hohem Niveau fortführen und damit den Medienstandort Mitteldeutschland mit seinen vielfältigen Dienstleistern nachhaltig stärken. Dazu trägt auch bei, dass neben den jährlichen Mittelzuführungen an die MDM zusätzliche Soforthilfe-Mittel der drei Ländergesellschafter in Höhe von knapp 840.000 Euro für coronabedingt unterbrochene Produktionen und Verleihmaßnahmen sowie 200.000 Euro zur Aufstockung der Kinoprogrammpreise Mitteldeutschland zur Verfügung gestellt werden konnten. Die damit erzielten wirtschaftlichen Effekte sind auch in Sachsen-Anhalt spürbar angekommen.“

Der Hauptpreis für das beste Jahresfilmprogramm 2019 im Rahmen der Kinoprogrammpreise Mitteldeutschland 2020 ging an das Luchskino am Zoo in Halle. Weitere sieben Filmtheater aus Sachsen-Anhalt konnten eine Auszeichnung entgegennehmen. Damit die Preisgelder den Betreibern zeitnah zu Gute kamen, wurden sie bereits im Juni 2020 und somit drei Monate früher als sonst ausgezahlt.

Des Weiteren wurde im Südharz für „Immenhof - Das große Versprechen“ (Regie: Sharon von Wietersheim) gedreht, für die Produktion „Große Freiheit“ (Regie: Sebastian Meise) bot Magdeburg entsprechende Kulissen und „Bilderkriegerin“ (Regie: Sonya Winterberg, Roman Kuhn) entstand zum Teil in Halle. Die Hallenser MotionWorks koproduziert „Coppelia“ - einen Kinofilm, der Live-Action-Ballet und Animation kombiniert. Und blickt man auf die Starts im vergangenen Jahr stellte Dessau-Roßlau Schauplätze für die Serie „Hausen“ (Regie: Thomas Stüber) zur Verfügung. Für die 3. Staffel der High-End-Serie „Deutschland 89“ (Regie: Soleen Yusef, Randa Chahoud) fanden zum Teil in Weißenfels und Bad Schmiedeberg Dreharbeiten statt. Auch im Bereich der Postproduktion arbeitete man hier z. B. für den Film „Narziss und Goldmund“ von Oscar®-Preisträger Stefan Ruzowitzky.

Beim 16. MDM Nachwuchstag KONTAKT gewann Yves Paradis den KONTAKT-Pitchingpreis in Höhe von 3.000 Euro für seinen animierten Dokumentarkurzfilm „Conversation from another world”. Der aus Québec stammende und jetzt in Halle lebende selbstständige Illustrator und Animator Yves Paradis reflektiert in dem Filmprojekt seine eigenen Erfahrungen über den Integrationsprozess in einem fremden Land und das Erlernen einer neuen Sprache.

Obwohl wegen der Corona-Pandemie Filmfestivals abgesagt, nur digital oder mit verkürztem Programm stattfanden, waren auch im Jahr 2020 MDM-geförderte Projekte bei deutschen bzw. internationalen Festivals sowie Preisverleihungen vertreten. Zum Beispiel feierten bei der 70. Berlinale drei geförderte Filme im offiziellen Programm ihre Weltpremiere. Der deutsche Kameramann Jürgen Jürges wurde für seine Arbeit an dem von der MDM unterstützten Drama „DAU. Natasha“ von Ilya Khrzhanovskiy und Jekaterina Oertel mit dem Silbernen Bären für eine „herausragende künstlerische Leistung“ ausgezeichnet. An das Drama „Father“ („Otac“) des serbischen Regisseurs Srdan Golubovic gingen sowohl der Panorama-Publikums-Preis als auch der Preis der Ökumenischen Jury in der Sektion Panorama. Für „Father“ steuerte der mitteldeutsche Komponist Mario Schneider, der auch schon mit seinen Dokumentarfilmen über das Mansfelder Land für Aufsehen gesorgt hatte, die Filmmusik bei. Außerdem übernahm Metrix Media GmbH in Halle zu großen Teilen die Ton-Postproduktion. Beim Filmfestival Max Ophüls Preis feierte das auch in Altengrabow gedrehte Kinodebüt „Nur ein Augenblick“ von Randa Chahoud seine Uraufführung. Das Drama gewann in Saarbrücken den Preis der Jugendjury, zudem wurde Hauptdarsteller Mehdi Meskar als bester Nachwuchsschauspieler ausgezeichnet. Sechs MDM-geförderte Filme waren beim 70. Deutschen Filmpreis für insgesamt elf Preise nominiert. Bei der Verleihung im April 2020 gewann Dani Levys „Die Känguru-Chroniken“ eine Lola in der neuen Kategorie Beste visuelle Effekte und Animation. Verfilmt wurde die Komödie u. a. in Bitterfeld-Wolfen.

Für „Sonstige Maßnahmen“ wurden 1,3 Millionen Euro aufgewandt (zum Vergleich: 1,5 Millionen Euro im Förderjahr 2019 bzw. 1,2 Millionen Euro im Förderjahr 2018). Darunter sind Medienprojekte des Landes Sachsen-Anhalt zu finden, wie das Werkleitz Festival mit dem Titel „Unter uns – Bildproduktion im Mansfelder Land“, das 3. Wissenschafts- und Medienfestival „SILBERSALZ“ in Halle und die vollständig digitalen 13. Filmmusiktage Sachsen-Anhalt unter dem Motto „allein und doch verbunden“.

Robra zieht eine positive Bilanz zum Förderjahr 2020: „Erneut zeigt sich die Kreativität und Wettbewerbsfähigkeit der Film- und Medienschaffenden in Sachsen-Anhalt. Denn die Veranstaltungsorganisatoren wurden vor große Herausforderungen gestellt, um Konzepte an sich schnell ändernde Situationen anzupassen oder neu zu denken. Hybride oder digitale Veranstaltungsformate nahmen deshalb zu. Die MDM fungierte in dieser Zeit als vertrauensvoller Partner und unterstützte die Finalisierung vieler Projekte im Rahmen der MDM-Förderung.“

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