Plötzlich dunkel - mit Beratung gegen die Angst vorm Sehverlust

Auge - Bildrechte Flickr Cataract National Eye Institute CC BY 2.0
Gesundheitshinweis | Gesundheit
von hallelife.de | Redaktion

Plötzlich wollen die Augen nicht mehr so wie man selbst - jeder, der schon einmal an einer Sehstörung litt oder auch nur eine Simulation für Augenkrankheiten angeschaut hat, weiß, wie beunruhigend das sein kann. In den meisten Fällen ist die Ursache eher harmloser Natur (zum Beispiel ein Migräneanfall, Stress oder eine akute Unterzuckerung). Manchmal ist die Sorge aber auch berechtigt und hinter den verdächtigen Flecken steckt eine fortschreitende Erkrankung, die allmählich zum teilweisen oder vollständigen Verlust der Sehfähigkeit führt.

Lichtblick: Rat vom Experten

Gefühle wie Angst und Frust sind in dieser Situation mehr als nachvollziehbar. Wenn sich zunehmende Verschlechterungen abzeichnen oder der Sehverlust letztendlich wirklich eintritt, bangen die Betroffenen um ihre Selbstständigkeit im Alltag, sehen ihre beruflichen Möglichkeiten schwinden und verlieren womöglich sogar ihr Selbstwertgefühl. Doch Hilfe kommt auf vier Rädern: Die Initiative "Blickpunkt Auge" tourt mit ihrem "Augenmobil" durch zwölf deutsche Bundesländer und macht dabei auch in Sachsen-Anhalt Halt - die aktuellen Termine gibt es hier. Mit an Bord: technische Hilfsmittel, Informationsmaterial und engagierte Berater, die Patienten und Angehörige über Krankheitsbilder, Sehhilfen, Steuerfreibeträge, berufliche Teilhabe, Selbsthilfeangebote und viele andere relevante Themen informieren - und zwar völlig kostenlos.

Blickpunkt Auge - hilfsbereit seit sechs Jahren

Im Jahr 2012 vom Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen-Anhalt e.V. (DBSV) in Zusammenarbeit mit der Aktion Mensch ins Leben gerufen, hat sich die Initiative bereits zu einem landesweiten Projekt ausgeweitet, das sich großer Beliebtheit erfreut. Vorangetrieben wird das Projekt von ehrenamtlichen Mitarbeitern, die vorwiegend selbst von Sehbehinderungen betroffen oder aus anderweitigen Gründen mit dem Thema vertraut sind. Neben der mobilen Beratung gibt es auch vier lokale Beratungsstellen in Sachsen-Anhalt, eine davon hier in Halle, und zwar in der Bugenhagenstraße 30. Jedoch sei betont: Ein Gespräch vor Ort ersetzt keinen Arztbesuch. Nur lizenzierte Augenärzte beziehungsweise Optiker dürfen nämlich Diagnosen stellen oder Sehtests durchführen. Der Gang zum Fachexperten ist also ein Muss, danach kann man Sehhilfen wie etwa Gleitsichtbrillen auch getrost über einen Online-Anbieter beziehen.

Augenkrankheiten können jeden betreffen

Bundesweit tragen laut dem Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. 63,4 Prozent der Erwachsenen ab 16 Jahren eine Brille (35,7 Prozent davon ständig). Unter den über 60-Jährigen sind sogar ganze 93 Prozent Brillenträger. Aber auch junge Menschen bleiben nicht von Sehbehinderungen verschont: Jedes 10. Kleinkind hat behandlungsbedürftige Probleme. Jedes Jahr erblinden zudem etwa 2.000 Bundesbürger am Glaukom, dem berüchtigten Grünen Star, der durch überhöhten Augeninnendruck entsteht. Weitere häufige Augenkrankheiten sind die altersabhängige Makuladegeneration (AMD), bei der die zellenreichste Stelle auf der Netzhaut zerstört wird, die Diabetische Retinopathie (Hauptsymptom: Gesichtsfeldausfälle) und die als Grauer Star bekannte Katarakt-Erkrankung, die sich durch eine Trübung der Linse bemerkbar macht. Mehr zur Initiative "Blickpunkt Auge" gibt es auf ihrer Webseite: https://blickpunkt-auge.de/

 

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