Informationen der Stadt Halle (Saale) zum Corona-Virus am 20.03.2020

Corona-Virus | Gesundheit
von hallelife.de | Redaktion

 In der Stadt Halle (Saale) gibt es Stand heute, 13:00 Uhr, 57 Corona-Infektionen. Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger haben auch am Freitag in einer Video-Pressekonferenz über den aktuellen Stand informiert.

Hier das Statement des Oberbürgermeisters im Wortlaut:

In der Stadt Halle gibt es aktuell 57 Infektionsfälle. Damit stieg die Zahl um weitere sieben Fälle.

Vor dem Neustadt-Centrum in Halle-Neustadt hat heute die Fieberambulanz des Allgemeinmediziners Dr. Matthias Benecke den Betrieb aufgenommen. Die bereits bekannten Standorte – die Poli Reil und die Praxis des Internisten Dr. Frank Ackermann – werden damit unterstützt.

Im Krankenhaus Martha-Maria in Dölau werden derzeit drei Patienten auf der Intensivstation behandelt, zwei von ihnen sind positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Auch im Universitätsklinikum wird ein Patient intensivmedizinisch behandelt, das Testergebnis steht hier noch aus. In den Krankenhäusern Bergmannstrost, St. Elisabeth und St. Barbara sowie in der Diakonie gibt es aktuell keine stationäre Behandlung von Corona-positiv-Patienten.

Der positiv getestete Feuerwehrbeamte bei der Berufsfeuerwehr ist nach seinem Urlaub direkt unter Quarantäne gestellt worden. Er hatte keinen direkten Kontakt zu anderen Kollegen der Berufsfeuerwehr. Drei Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr in Ammendorf befinden sich aktuell in häuslicher Quarantäne.  Sowohl die Berufsfeuerwehr als auch alle Ortswehren sind aber weiter voll einsatzfähig.

Am gestrigen Tag haben städtische Ordnungskräfte 164 Kontrollen durchgeführt: So mussten in zwei Spielotheken, die verbotenerweise geöffnet hatten, Platzverweise erteilt werden. Nur noch in einzelnen Fällen wurden bei 63 Kontrollen Eltern und Kinder auf Spiel- und Bolzplätzen angetroffen. Weiterhin wurden 47 Quarantäne-Kontrollen durchgeführt, dabei wurde ein Verstoß festgestellt.

Am Kanal in Halle-Neustadt mussten städtische Ordnungskräfte unter Vollzugshilfe der Polizei eine Ansammlung von 150 Jugendlichen auflösen. Auch auf der Peißnitz mit der Ziegelwiese waren die Ordnungskräfte im Einsatz. Zudem wurden 20 Geschäfte kontrolliert, dabei wurden zwei Verstöße festgestellt.

In den Kitas wurden heute 43 Kinder betreut. An den Schulen wurden elf Notfallbetreuungen gemeldet. Die Zahlen sind damit insgesamt rückläufig.

Am Bürgertelefon der Stadt Halle, das 24 Stunden am Tag erreichbar ist, wurden unter der Telefonnummer 115 am gestrigen Donnerstag 1362 Anrufe beantwortet.

Die Havag hat in den vergangenen Tagen einen deutlichen Rückgang der Fahrgastzahlen um mehr als 50 Prozent registriert. Ab kommendem Montag wird die Frequenz im Öffentlichen Personennahverkehr deshalb reduziert. Der Takt von Bussen und Straßenbahnen wird angepasst, Straßenbahnen fahren dann nur noch im 20-Minuten-Takt statt alle 15 Minuten. Es ist sichergestellt, dass weiter jede Haltestelle in der Stadt bedient wird.
(detaillierte Informationen unter www.havag.de)

Die Stadtverwaltung erreichen aktuell viele Nachfragen von Gewerbetreibenden, für die die gegenwärtigen Einschränkungen eine große Herausforderung darstellen. Die Stadt hat deshalb folgende Sofortmaßnahmen beschlossen:

  • Steuervorauszahlungen für 2020 werden auf Antrag angepasst oder neu festgesetzt. Eine Stundung oder Ratenzahlung ist dann nicht mehr notwendig.

  • Alle anderen Gewerbesteuerforderungen werden auf Antrag zinslos gestundet.

Die städtische Wirtschaftsförderung beantwortet zahlreiche Anfragen von Unternehmerinnen und Unternehmern. Dazu hat die Stadt zentrale Telefonnummern geschaltet:
0345- 221 4777 oder 0345-221 4067


 
Empfehlungen der Stadt:

Bleiben Sie zu Hause! Um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen, sollten Hallenserinnen und Hallenser ab kommendem Samstag das Haus nur noch für dringende Angelegenheiten verlassen. Aufenthalte im Freien sind nur allein oder zu zweit oder für Menschen aus demselben Haushalt zu empfehlen.

Das Verlassen des Wohnsitzes sollte nur in Betracht kommen:

  • zum Pendeln zwischen Wohnsitz und Arbeitsstelle; zur Ausübung einer notwendigen und nicht aufschiebbaren beruflichen Tätigkeit, die auch nicht in Form von Heimarbeit/Homeoffice ausgeübt werden kann;

  • zum Durchführen von Einkäufen des Grundbedarfs;

  • aus gesundheitlichen Gründen;

  • aus familiären Gründen zur Unterstützung hilfsbedürftiger Familienmitglieder oder zur Unterstützung bei der Kinderbetreuung innerhalb der Familie

  • kurzzeitige, individuelle sportliche Aktivitäten im Wohnumfeld oder zum Ausgang mit Tieren.

 

Ausdrücklich: 

Es handelt sich hierbei formal nicht um eine Ausgangssperre nach dem Katastrophenschutzgesetz, sondern um dringende Empfehlungen des OB der Stadt Halle an der Saale. Über eine eventuelle Ausgangssperre beraten am Sonntag die Ministerpräsidenten und die Bundeskanzlerin.

Der Oberbürgermeister unterstützt die Kampagne von nt-Intendant Matthias Brenner, dass in Theaterwerkstätten Atemschutzmasken angefertigt werden.

Auch die Challenge: Bleibt zu Hause. Wir sind für euch da! von Krankenhäusern, Polizei und Krisenstäben findet ausdrückliche Zustimmung.

 

 Die gesamte Pressekonferenz inklusive der Fragen der per Video zugeschalteten Medienvertreter:

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