Gesundheit und Gerechtigkeit im Betrieb

Fachtagung | Gesundheit
von hallelife.de | Redaktion

Für viele Menschen ist ihre Arbeit im wahrsten Sinne des Wortes einen Knochenjob, der auf die Dauer krank machen kann. Und das nicht nur in physischer Hinsicht. Die Gesundheit von Beschäftigten hängt maßgeblich davon ab, welchen Zugang sie zu Ressourcen haben, welchen Belastungen und Anforderungen sie ausgesetzt sind. Wie diese verteilt sind und ob dies gerecht erfolgt, führt zu Auseinandersetzungen in Betrieben. Gerechtigkeit und gesundheitliche Chancengleichheit in Organisationen sind somit auch Gegenstand des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM).

„Gesundheit ist ein wichtiger gesellschaftlicher und individueller Wert. Sie wird maßgeblich durch das Verhältnis von verfügbaren Ressourcen und zu bewältigenden Anforderungen beeinflusst. Beides sind jedoch in der Lebens- und Arbeitswelt sehr unterschiedlich verteilt und damit auch unsere Chancen, gesund zu leben und zu arbeiten“, weiß Prof. Dr. Nadine Pieck vom Bereich Gesundheitsförderung und Prävention in Betrieben der Hochschule Magdeburg-Stendal. Ungerecht behandelt zu werden und keinen Einfluss auf die Kriterien zu haben, an denen wir z.B. beurteilt werden, sei der Gesundheit abträglich.

Faire Aushandlungs- und Entscheidungsprozesse über Leistung und Anerkennung könnten hingegen einen erheblichen Beitrag zur Gesunderhaltung leisten, so die Wissenschaftlerin. Aber wie lassen sich Arbeitsprozesse, das soziale Miteinander und Entscheidungsprozesse so gestalten, dass möglichst alle gesund leben und arbeiten können?

 

„GESUNDHEIT UND GERECHTIGKEIT IM BETRIEB“ ist deshalb der Titel einer Tagung, die vom Institut für Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten der Hochschule Magdeburg-Stendal gemeinsam mit der AOK Sachsen-Anhalt organisierten wurde. Darin soll das Thema praxisnah beleuchtet werden.

Termin:       8. September 2020

Ort:              Hochschule Magdeburg-Stendal, Hörsaalzentrum Haus 14

Zeit:             9.00 Uhr bis zirka 16.30 Uhr

Kontakt und Anmeldung: www.hs-magdeburg.de/index.php?id=3833

Vorträge und Foren mit Referentinnen und Referenten aus Wissenschaft und Praxis laden zum Erfahrungsaustausch ein, wie Gerechtigkeit und gesundheitliche Chancengleichheit im Betrieblichen Gesundheitsmanagement verhandelt bzw. gefördert werden können. Die Veranstaltung richtet sich an betriebliche Akteure – Führungskräfte, Personalverantwortliche, Personalvertretungen, BGM-Koordinatorinnen und -koordinatoren – sowie an Trainerinnen und Trainer, Beraterinnen und Berater, als auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

„Die AOK Sachsen-Anhalt setzte im Jahr 2019 im Handlungsfeld Betriebliches Gesundheitsmanagement 3422 Maßnahmen mit 1211 Firmen um“, berichtet René Bethke, Leiter Gesundheitsmanagement bei der AOK Sachsen-Anhalt. Die Palette umfasste zahlreiche Branchen. So waren mehr als 300 ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen, über 40 Verwaltungen (Stadtverwaltungen, Einheits- und Verbandsgemeinden, Landesämter, Ministerien), Callcenter, Logistikunternehmen und Firmen des produzierenden Gewerbes beteiligt. 

„Mit der Fachtagung, die sich nicht nur nicht an unsere aktuellen Kooperationspartner richtet, wollen wir eine Informationsplattform und die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch bieten“, sagt Bethke. Darüber hinaus gebe es weitere Formate wie Netzwerktreffen „Pflege und Verwaltungen“, Weiterbildungen zum/zur Gesundheitsberater/in im Betrieb und zu Gesundheitslotsen, BGM Wissenstage oder Webinare.

Es ist die dritte derartige Veranstaltung in Zusammenarbeit von Hochschule Magdeburg-Stendal und AOK Sachsen-Anhalt. Die Tagung wird in diesem Jahr aufgrund einzuhaltender Sicherheitsvorkehrungen, Hygiene- und Abstandsregelungen zur Verringerung des Corona-Infektionsrisikos in mehreren Hörsälen stattfinden. Die Vorträge werden digital in mehrere Räume übertragen.

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