Stifterverband fördert Projekt zu Digitalisierung in der Ärzteweiterbildung an der Universitätsmedizin Halle

Patientenversorgung mit digitaler Unterstützung wird an der Universitätsmedizin Halle (Saale) erforscht und künftig auch Ärzten in Weiterbildung praktisch vermittelt. (Foto: Universitätsmedizin Halle (Saale)/Michael Wolf)
Medizinische Fakultät | Gesundheit
von hallelife.de | Redaktion

Das Projekt „Digitalisierung in der Medizin – Curriculum für die ärztliche Weiterbildung (CÄWIN)“ ist vom Stifterverband für das Förderprogramm „Smart qualifiziert“ als eines von zehn Projekten für eine Förderung in Höhe von 10.000 Euro ausgewählt worden. Angesiedelt ist das Projekt am Dorothea Erxleben Lernzentrum Halle (DELH) der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

„Die fortschreitende Digitalisierung wird die Versorgung sowie die Art der Zusammenarbeit in der Medizin zunehmend verändern. Um notwendige Kompetenzen für einen adäquaten Umgang mit neuartigen Technologien zu erlangen, ist eine grundlegende Auseinandersetzung zu den Themen der Digitalisierung notwendig“, sagt Dr. Elisa Haucke, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Koordinatorin für Interprofessionelle Lehre am DELH, die ergänzt: „Gleichzeitig ist mit der jetzigen Auswahl der Einzug in die Finalrunde verbunden, bei der bis zu vier der zehn Projekte für eine Förderung in Höhe von 100.000 Euro ausgewählt werden.“

Um die Strategie der strukturierten Weiterbildung ärztlicher Berufsanfängerinnen und -anfänger fortzuführen, soll im Projekt CÄWIN ein Curriculum für die ärztliche Weiterbildung zum Thema Digitalisierung in der Medizin etabliert und in das bestehende Weiterbildungsangebot integriert werden. Dazu gehören E-Health, Cloud-Computing und Data-Mining, aber auch die ethischen und rechtlichen Rahmenbedingungen. „Unsere bereits vorhandenen Technologien, beispielsweise Telepräsenz- und Assistenzroboter, Augmented oder Virtual Reality können und sollen auch praktisch erprobt werden. Die grundlegende Auseinandersetzung mit dem Einsatz solcher Technologien dient der Sensibilisierung und der kritischen Reflektion von Chancen und Risiken digitaler Technologien im ärztlichen Berufsalltag“, so Haucke.

In der Ausbildung der angehenden Mediziner seien digitale Technologien bereits längst integriert, zum Beispiel im Lehrmodul „Telepräsenzroboter im interprofessionellen Konsil“, in der Weiterbildung jedoch noch nicht. Ziel des Projekts „Digitalisierung in der Medizin - Curriculum für die ärztliche Weiterbildung (CÄWIN)“ sei es deshalb, die Kluft zwischen ärztlicher Aus- und Weiterbildung zu schließen und berufstätigen Ärztinnen und Ärzten notwendige Kompetenzen für die „Arbeitswelt 4.0“ zu vermitteln. „Nach erfolgreicher Pilotphase wird eine Verstetigung als zertifizierte Fortbildung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt angestrebt und von dieser auch befürwortet“, so Haucke weiter.

Seit 2019 ist das DELH mit der strukturierten Weiterbildung ärztlicher Berufsanfängerinnen und -anfänger am Universitätsklinikum Halle (Saale) betraut. Für die Weiterbildung wird ein modulares System eingesetzt. Dieses besteht aus Basismodulen, wie beispielsweise Notfall- und Intensivmanagement oder Kommunikationsfertigkeiten, und fachrichtungsspezifischen Vertiefungsmodulen. Dabei entsteht durch die enge Zusammenarbeit des DELH mit den jeweiligen Kliniken des Universitätsklinikums ein praxisorientiertes, individuell nach Fachrichtung und persönlichem Vertiefungsbedarf ausgerichtetes Angebot aufeinander aufbauender Lehrmodule.

Über Kooperationsverträge soll das Weiterbildungsangebot ebenso umliegenden Kliniken zugänglich gemacht werden. Zudem wird eine Zertifizierung als ärztliche Fortbildung über die Landesärztekammer angestrebt. Damit leistet das DELH einen entscheidenden Beitrag zur ärztlichen Weiterbildung in Sachsen-Anhalt.

Das DELH ist ein zentraler Akteur für die medizinische und pflegerische Ausbildung Sachsen-Anhalts sowie eine der größten und modernsten Lernkliniken Deutschlands. Mit dem Ziel, zukünftige Fachkräfte für die Nutzung digitaler und assistiver Technologie zu sensibilisieren und qualifizieren, forciert das DELH bereits deren Einsatz in studentischer Lehre und Forschung.

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