Aufrüsten für den sicheren und gezielten Umgang mit Antibiotika

St. Elisabeth und St. Barbara | Gesundheit
von hallelife.de | Redaktion

Der Europäische Antibiotikatag ist eine europäische Initiative zur Förderung der öffentlichen Gesundheit. Er findet jedes Jahr am 18. November statt und soll das Bewusstsein für die Bedrohung der öffentlichen Gesundheit durch Antibiotikaresistenzen schärfen sowie über die umsichtige und fachgerechte Anwendung von Antibiotika informieren.

Ins Leben gerufen wurde der Tag im Jahr 2008 vom Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC). Am Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara Halle (Saale) setzt man auf ein eigenes AntibiotikaManagement-Team, um den Einsatz und die Dosierung der hoch wirksamen Medikamente individuell auf den jeweiligen Patienten abzustimmen.

Internationale Studien zeigen, dass bis zu 70 Prozent aller Patienten in der intensivmedizinischen Behandlung Antibiotika erhalten und 30 bis 60 Prozent dieser Antibiotikagaben nicht optimal dosiert sind. In der Regel werden dem Patienten die Medikamente in Standarddosierungen verabreicht, was häufig nicht der tatsächlich erforderlichen Menge entspricht. Zudem wirken bestimmte Medikamente über eine hohe Dosierung, während andere Arzneimittel in geringerer Menge über einen längeren Zeitraum zum Einsatz kommen müssen, um eine Infektion durch Bakterien wirksam zu bekämpfen. Werden Antibiotika unterdosiert, kann sowohl die Infektion nicht ausheilen als auch eine Resistenz der Bakterien entstehen. Bei einer Resistenz entwickeln die Krankheitserreger Widerstandskräfte gegen das Medikament, wodurch dessen Wirkung einschränkt oder sogar verhindert wird. Das Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara Halle (Saale) begegnet dieser medizinischen Herausforderung mit einem eigenen, sogenannten Antibiotic Stewardship (ABS)- Programm. Experten verstehen darunter unter anderem alle Maßnahmen und Strategien zum rationalen Einsatz von Antiinfektiva – also von chemischen Substanzen, die das Absterben von Bakterien und anderen Erregern im Körper bewirken und deren Vermehrung behindern.

Die ärztliche Leiterin der Krankenhaushygiene, Oberärztin Elke Pielert, zeigt sich zufrieden mit dem konsequenten Auf- und Ausbau von Strukturen für mehr Patientensicherheit: „Seit der Gründung des Teams im Jahr 2013 haben wir viel für die sichere und effektive Anwendung der hoch wirksamen Medikamente erreichen können. Dass sich ein Krankenhaus mit einer eigenen Expertenstruktur dieses wichtigen Themas annimmt, ist keine Selbstverständlichkeit.“ Der Europäische Antibiotikatag sei eine Chance, nicht nur Fachleute, sondern auch Patienten und Angehörige auf die Bedeutung des individuellen und gezielten Einsatzes der Medikamente aufmerksam zu machen. „Bei uns ist die fachliche Expertise vorhanden und wird gefördert. Das hat einen hohen Stellenwert für die optimale Patientenversorgung,“ so Pielert.

Gesamtverantwortlich für den Ausbau der spezialisierten Strukturen ist der Ärztliche Direktor des Krankenhauses St. Elisabeth und St. Barbara, Dr. Hendrik Liedtke. Er hält fest: „Wir rüsten bei diesem Thema bewusst auf. Mit der Qualifizierung unserer Krankenhaushygienikerin zur Fachärztin für Hygiene- und Umweltmedizin sowie der Ausbildung der Leiterin des ABS-Teams zur ersten Infektiologin in diesem Zusammenhang in Halle untermauern wir unseren Anspruch an die höchstmögliche Patientensicherheit beim Einsatz von Antibiotika.“ Zusätzlich würden Mitarbeitende aus den Fachbereichen des Hauses in Zusammenarbeit mit der Ärztekammer und den Fachgesellschaften zu ABS-Beauftragten ausgebildet. Die Sensibilität für die richtige Antibiotikatherapie und den rationalen Einsatz der Medikamente ist dadurch aus Sicht der Verantwortlichen im Krankenhaus auch in den kommenden Jahren gegeben.

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