Tag des Sonnenschutzes - Gesunde Bräune ist ein Mythos

Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft e. V. | Gesundheit
von hallelife.de | Redaktion

Sonnengebräunte Haut, sei es von der Sonne oder aus dem Solarium, mag gut aussehen – ist aber aus Sicht von Experten aber, alles andere als gesund.

Der Zeitgeist ist schuld – blasse Haut war für die Menschen im Mittelalter ein Statussymbol, man wollte sich von den auf dem Feld arbeitenden Sklaven abheben. Man war also ungewollt gesundheitsbewusster, zumindest was den Hautschutz angeht. Heute gilt Bräune als attraktiv und gesund.

Klar, Licht und Wärme sind gut für die Seele und setzen Glückshormone frei, steigern das Wohlbefinden und die Lebensqualität. Außerdem sorgt die UV-Strahlung für das lebenswichtige Vitamin D3.

Zu viel Sonne schadet der Haut und zwar nachhaltig. Dummerweise machen sich die Folgen meist erst viele Jahre später bemerkbar. Jeder Sonnenbrand ist ein kleiner Meilenstein.

Viele unterschätzen die UV-Strahlung. Die Folge: vorzeitige Hautalterung und auch Hautkrebs.

Die Häufigkeit dieser Art von Tumoren nimmt weltweit rapide zu. Besonders betroffen sind hellhäutige Menschen. Die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) verweist auf eine Studie, nach der Forscher bis zum Jahr 2030 eine Verdopplung der Erkrankungszahlen an hellem Hautkrebs erwarten.

 

Der erhobene Zeigefinger zum Tag des Sonnenschutzes

Angemessen ist ein Aufenthalt in der Sonne für zehn bis fünfzehn Minuten an zwei oder drei Tagen in der Woche. Vor allem sollte die Mittagssonne, d.h. von 11 bis 15 Uhr gemieden werden. Im Hinterkopf sollte man auch haben, dass an schattigen Plätzen durch Spielgelungen die UV-Strahlung trotzdem stark sein kann, indirekter zwar, aber immer noch gefährlich.

Wer sich doch in der Sonne aufhält oder aufhalten muss, sollte eine Kopfbedeckung mit breiter Krempe tragen. Augen, Ohren, Gesicht und Nacken müssen vor der UV-Strahlung besser geschützt werden. Auch andere Körperteile sollten bedeckt sein - beispielsweise mit einem langärmeligen T-Shirt. Unbedeckte Körperteile schützt man mit Sonnencreme. Kinder und hellhäutige Menschen sollten ausreichend Lotion oder Creme mit mindestens Lichtschutzfaktor 30 verwenden, besser höher.

6 Tipps zum richtigen Umgang mit der Sonne

  1. Sorgen Sie für Sonnenschutz immer und überall. Sonnenschutz geht alle an und ist das ganze Jahr über notwendig. Denn die UV-Strahlung wird oft unterschätzt. So holen sich viele Menschen einen Sonnenbrand, weil sie Sonnenschutz bei einigen Gelegenheiten für unnötig halten. Sensibilisieren Sie Ihren Blick dafür, wie lange Sie sich täglich ungeschützt der Sonne aussetzen.
  1. Achten Sie auf den UV-Index (siehe www.uv-index.de)

Beachten Sie bei der Planung Ihrer Aktivitäten im Freien den UV-Index. Er ist ein Maß für die zu erwartende stärkste sonnenbrandwirksame UV-Strahlung um die Mittagszeit (Tageshöchstwert) und gibt Auskunft über die gesundheitlichen Risiken. Je höher der UV-Index ist, desto schneller können bei ungeschützter Haut durch UV-Strahlung bedingte gesundheitliche Schäden wie Sonnenbrände auftreten. Ab einem UV-Index von drei werden Sonnenschutzmaßnahmen (Sonnencreme etc.) empfohlen, ein Wert größer fünf steht für eine hohe Belastung mit UV-Strahlung.

  1. Meiden Sie die Mittagssonne. In der Mittagszeit ist die Sonne am intensivsten. Meiden Sie deshalb die Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr und halten Sie sich besonders in dieser Zeit möglichst im Schatten auf. Bedenken Sie auch, dass Schatten die UV-Belastung nur um bis zu 50 Prozent reduziert. Durch Spiegelungen von Wasser oder hellem Sand kann sich die Belastung auf bis zu 70 Prozent erhöhen.
  1. Tragen Sie schützende Kleidung. Textilien schirmen die Haut vor  UV-Strahlung ab. Den besten Schutz bietet langärmlige, dichtgewebte und locker sitzende Kleidung. Spezielle UV-Kleidung gibt es inzwischen nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene. Der Schutz durch solche Kleidung entspricht dem Lichtschutzfaktor 20 bis 80. Tragen Sie eine Kopfbedeckung – am besten mit breiter Krempe. Sie bietet Schatten für Augen, Ohren, Gesicht und Nacken. Mit Hilfe einer Sonnenbrille schützen Sie auch Ihre Augen vor der UV-Strahlung.
  1. Cremen Sie die unbedeckten Hautpartien mit Sonnenschutzmittel ein. Tragen Sie am besten bereits am Morgen, spätestens aber 30 Minuten vor dem Sonnenbad reichlich wasserfeste Sonnencreme auf alle unbedeckten Körperstellen auf. Beim Auftragen gilt: Viel hilft viel. Cremen Sie regelmäßig nach, vor allem nach dem Baden, aber bedenken Sie, das Nachcremen die Schutzwirkung nicht verlängert, sondern sie nur erhält.

Der Lichtschutzfaktor gibt an, wie gut eine Sonnencreme vor UV-B-Strahlung schützt. Ein hoher Lichtschutzfaktor steht für eine hohe Schutzwirkung. Bei empfindlichen, zu Sonnenbrand neigenden Hauttypen empfiehlt sich mindestens Lichtschutzfaktor 30. Wie lange Sie sich ohne Schutz in der Sonne aufhalten können, ist abhängig von Ihrem Hauttyp. Diese Eigenschutzzeit liegt in der Regel zwischen 10 und 30 Minuten und ergibt multipliziert mit dem Lichtschutzfaktor der Creme die Zeit, wie lange man sich auch damit gefahrlos in der Sonne aufhalten kann.

  1. Kinderhaut ist extrem empfindlich und benötigt besonderen Schutz.

Bei Kindern sind die natürlichen Schutzmechanismen der Haut noch nicht vollständig ausgebildet. Gleichzeitig verbringen Kinder im Vergleich zu Erwachsenen mehr Zeit im Freien und in der Sonne. Besonders gefährlich sind Sonnenbrände in der Kindheit. Weil die Hautentwicklung zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen ist, reagieren kindliche Hautzellen wesentlich empfindlicher auf das schädigende UV-Licht der Sonne als Erwachsenenhaut. Achten Sie deshalb besonders bei Kindern auf langärmelige Kleidung, Kopfbedeckung und das Eincremen unbedeckter Körperstellen.

Um Eltern und pädagogische Fachkräfte für das Thema Sonnenschutz zu sensibilisieren, geht die Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft mit seinem Hautkrebspräventionsprojekt „SunPass – Gesunder Sonnenspaß für Kinder“ direkt in die Kindergärten. Hier informieren die Haupt- und Ehrenamtlichen Mitarbeitenden der Sachsen-Anhaltischen Krebsgesellschaft über den richtigen Umgang mit der Sonne und stellen Materialien bereit. Nach Umsetzung der wichtigsten Sonnenschutzmaßnahmen werden die Einrichtungen dann als „Sonnenschutzkindergärten“ ausgezeichnet.

Mehr Info`s unter https://sakg.de/projekte/aktionen/sunpass-projekt/

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