Handel bleibt trotz Corona stärkste Ausbildungsbranche

Bilanz des Ausbildungsmarktes 2020 | Arbeitswelt - Ausbildung
von hallelife.de | Redaktion

Eine zwiespältige Bilanz des Ausbildungsjahres 2020 zieht die Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK). Der Handel bleibt stärkste Ausbildungsbranche, verzeichnet aber Einbußen. Insgesamt wurden im südlichen Sachsen-Anhalt im vergangenen Jahr exakt 3.618 neue Ausbildungsverträge geschlossen, dies bedeutet einen Rückgang um 7 Prozent verglichen mit 2019. Dieses Minus fällt jedoch geringer als auf Bundesebene aus. Hier liegt der Wert bei -11 Prozent. 

Eine erschwerte Azubi-Suche durch verschobene Bewerbungsphasen, der fehlende Berufsorientierungsunterricht an den Schulen sowie ausgefallene Betriebspraktika, Zurückhaltung seitens potenzieller Bewerber und eine schwierige Wirtschaftslage aufgrund der Corona-Pandemie gehören zu den Gründen für die Abnahme der Neuverträge.

Eine erfreuliche Entwicklung ist nach Einschätzung der IHK hingegen, dass sich mit 551 vorzeitig gelösten Ausbildungsverträgen diese Zahlen im üblichen Bereich bewegen. In Bezug auf alle 2020 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge beträgt der Anteil 15 Prozent und ist somit im Verhältnis zum Vorjahr gleichgeblieben.

Ungeachtet der harten Einschränkungen aufgrund der Corona-Eindämmungsverordnungen bleibt der Handel laut IHK-Statistik auch 2020 die stärkste Ausbildungsbranche im Süden Sachsen-Anhalts. Jeder fünfte neue Ausbildungsvertrag wurde in den betreffenden Berufsgruppen geschlossen. Zudem haben es die Berufe „Verkäufer/-in“ und „Kaufmann/-frau im Einzelhandel“ bei den beliebtesten Ausbildungsberufen erneut an die Spitze der TOP 5 geschafft.

 

Die TOP 5 der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge 2020 bei der IHK Halle-Dessau (per 31.12.)

 

 

 

 

Platz

Ausbildungsberuf

 

 

1

Verkäufer/-in

 

 

2

Kaufmann/-frau im Einzelhandel

 

 

3

Kaufmann/-frau für Büromanagement

 

 

4

Fachkraft für Lagerlogistik

 

 

5

Mechatroniker/-in

 

 

         

 

„Der Handel nimmt seine Verantwortung als großer Ausbilder in Krisenzeiten weiterhin wahr und unterstützt damit die Fachkräftesicherung in unserer Region“, betont Dr. Simone Danek, IHK-Geschäftsführerin für Aus- und Weiterbildung. „Trotz der aktuell schwierigen Bedingungen halten viele Handelsunternehmen ihre Ausbildungsqualität auf einem hohen Niveau. Das ist eine große Kraftanstrengung, speziell für jene Unternehmen des Einzelhandels, die coronabedingt geschlossen bleiben müssen.“ Allerdings zeigen sich nicht zuletzt im Handel die Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich. Im Vergleich zum Vorjahr wurden in diesem Segment 11 Prozent weniger neue Ausbildungsverträge unterschrieben. Besonders vom Rückgang bei den neu eingetragenen Ausbildungsverhältnissen betroffen: die Berufe Automobilkaufmann/-frau, Florist/-in und Kaufmann/-frau im Groß- und Außenhandel. „Nach wie vor sind die Chancen jedoch groß, einen Ausbildungsplatz im Handel zu bekommen. Die IHK-Lehrstellenbörse verzeichnet bereits jetzt 56 freie Ausbildungsstellen auf diesem Gebiet mit einem Ausbildungsbeginn zum 1. August 2021“, unterstreicht Danek. Interessierte finden freie Ausbildungsstellen unter folgendem Link: www.ihk-lehrstellenboerse.de

 

Weitere ausgewählte Ergebnisse

  • Die gewerblichen Berufe verzeichnen im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um 4 Prozent. Bei den kaufmännischen Berufen liegt das Minus bei 11 Prozent.

  • Ein deutlicher Rückgang bei den Ausbildungsplätzen verglichen mit 2019 ist bei den Banken (-17 Prozent) und den kaufmännischen Berufen in der Industrie (-18 Prozent) erkennbar.

  • Im Hotel- und Gaststättengewerbe zeigt sich der Rückgang moderat, liegt bei 5 Prozent.

Zuwächse verbuchen dagegen der Bereich Bau, Steine und Erden (+35 Prozent) sowie die Holzverarbeitung (+14 Prozent).

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