Streiks im Einzel- und Versandhandel in Mitteldeutschland gehen weiter

Tarifverhandlungen | Arbeitswelt - Sonstiges
von hallelife.de | Redaktion

Verkäuferinnen in Südthüringen und Beschäftigte von Amazon in Leipzig im Streik

Seit gestern streiken rund 400 Beschäftigte des Versandhandelsriesen Amazon in Leipzig für eine faire Bezahlung nach dem Tarifvertrag des Einzel- und Versandhandels. Der Streik geht heute (Mittwoch) bis zum Ende der Nachtschicht weiter.

 

Gleichzeitig streiken die Beschäftigten von Kaufland in Suhl und Hildburghausen. „Montag und Dienstag waren Beschäftigte von verschiedenen Kaufländern, H&M Modefachmärkten, netto und Aldi im Leipziger Raum im Streik. In Burgstädt verließen die Beschäftigten von Kaufland nach einer Betriebsversammlung den Markt“, so ver.di Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago. „Es ärgert uns, wie die Arbeitgeber sich von einer Verhandlung zur anderen schleppen, ohne sich wirklich zu bewegen. Die Stimmung unter den Beschäftigten ist aufgeheizt. In den letzten 20 Monaten gab es Umsatzsteigerungen im Handel wie noch nie und die Arbeitgeber verstecken sich hinter der Krise und verweigern faire Angebote“.

„Widerstand gegen diese Blockadehaltung der Arbeitgeber gibt es in allen Teilen Thüringens. Heute findet die Streikkundgebung vor dem Suhler Kaufland statt. Auch hier sind die Beschäftigten völlig erbost darüber,  wie wenig Erhöhung sie für so viel mehr Arbeit bekommen sollen“, so ver.di Streikleiter Matthias Adorf.

„Bis zum Ende der Woche wird in verschiedenen Regionen Mitteldeutschlands weiter gestreikt. Mit diesen Streiks wollen wir den Druck auf die Tarifverhandlungen erhöhen, die am 4. Oktober in Leipzig weitergehen“, so Lauenroth-Mago.

„Für uns ist klar, es muss zu einer echten Reallohnerhöhung in diesem Jahr kommen. Eine 2-Klassen-Gesellschaft wird es mit uns nicht geben“, so ver.di Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago.

Im Einzelhandel- und Versandhandel bieten die Arbeitgeber im ersten Jahr bei 2 Nullmonaten 2 % zum 1. August und eine sogenannte Coronaprämie von 150 Euro. Im zweiten Jahr werden im Einzelhandel 1,4 % zum 1.6.22 angeboten.

Die ver.di fordert u.a. eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 4,5 Prozent plus 45 Euro monatlich. Darüber hinaus soll ein rentenfestes Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde festgeschrieben werden. Die Tarifverträge sollen für alle gelten und müssen dafür allgemeinverbindlich erklärt werden.

 

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