Gründer starten in Halle meistens nur mit Eigenkapital

Selbständigkeit | Arbeitswelt - Sonstiges
von hallelife.de | Redaktion

Der eigene Chef zu sein, ist wichtigster Grund für Weg in die Selbstständigkeit. 52 Prozent der Gründer bewerten Halle als gründerfreundlichen Standort. Bei der Finanzierung greifen 80 Prozent der Gründer in Halle auf Eigenkapital zurück. Knapp die Hälfte startet dabei mit weniger als 20.000 Euro in die Selbstständigkeit, weitere 18 Prozent haben bis zu 50.000 Euro zur Verfügung. Das ist deutlich weniger als im bundesweiten Durchschnitt.

Bei 64 Prozent – und damit deutlich mehr als im bundesweiten Vergleich – ist das Startkapital allerdings bereits innerhalb der ersten sechs Monate aufgebraucht. Zu diesem Ergebnis kommt die 6. Unternehmerkunden-Studie im Auftrag der Commerzbank. Für diese wurden bundesweit 3.000 Gründer und Gründerinnen, die sich in den vergangenen sechs Jahren selbstständig gemacht haben, vom Meinungsforschungsinstitut Ipsos befragt, davon 50 in Halle.

 „Häufig ist das der Zeitpunkt, bei dem eine Fremdfinanzierung in Anspruch genommen wird“, sagt Peter Graul, Leiter Unternehmerkunden der Commerzbank Niederlassung Sachsen-Anhalt Süd. „Es ist daher sinnvoll, schon frühzeitig Alternativen zu prüfen und auf seine Bank zuzugehen.“ Um die Finanzplanung kümmern sich die Gründer dabei in neun von zehn Fällen selbst. Nur 20 Prozent ziehen externe Finanzexperten hinzu. Die größte Hürde bei der Gründung ist für 42 Prozent der Befragten in Halle die Bürokratie. Auch steuerliche Themen stellen für gut jeden Fünften eine große Herausforderung dar. Die Mehrheit (71 Prozent) lässt sich bei ihrem Vorhaben daher auch von einem Steuerberater unterstützen. Die wichtigsten Ziele für Jungunternehmer im ersten Geschäftsjahr sind die Umsatzerzielung und die Kundengewinnung. Knapp ein Viertel möchte bereits im ersten Geschäftsjahr Gewinn machen.

 

Investitionen in Personal stehen an erster Stelle

Mit Blick nach vorn planen die Gründer in Halle vor allem Investitionen in Personal. Denn im Fachkräftemangel sieht knapp ein Drittel das größte Hindernis für die Weiterentwicklung des eigenen Unternehmens. Insgesamt zeigt sich die Gruppe der Gründer sehr onlineaffin. Dies gilt sowohl bei der Informationsbeschaffung als auch beim Banking. 60 Prozent nutzen Online-Banking aktiv. Ein Geschäftskonto ist die Bankdienstleistung, die von den meisten Gründern (88 Prozent) beim Start in die Selbstständigkeit genutzt wird.

„Deshalb begleiten wir Jungunternehmer von Anfang an mit unserem Gründer-Paket. Dazu zählt in erster Linie ein Geschäftskonto inklusive Giro- und Kreditkarte sowie mit 50 Prozent Rabatt auf die Monatspauschale für die ersten zwei Jahre“, erläutert Graul. Zudem bietet die Commerzbank Gründern wichtige Vorsorgeangebote mit niedrigen Startbeiträgen zur Absicherung von Risiken an und bei Bedarf eine schnelle Kreditvergabe vor Ort. „Als Bank für Unternehmer wollen wir den Start in die Selbstständigkeit so gut wie möglich unterstützen“, betont Graul.

Etwas Eigenes aufzubauen bzw. der eigene Chef zu sein, ist für die meisten Gründer in Halle der wichtigste Grund, diesen Schritt zu gehen. 40 Prozent geben zudem an, mehr Geld verdienen zu wollen.

Immerhin: Über die Hälfte von ihnen bewertet Halle als gründerfreundlichen Standort und 64 Prozent würden sich heute noch einmal selbstständig machen. Eins zeigt sich in der Umfrage allerdings auch: Bei der Gründung eines eigenen Unternehmens sind Frauen noch deutlich in der Minderheit. 84 Prozent der Hallenser Gründer sind männlich.

Studie der Commerzbank

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