Streikende Verkäuferinnen und Verkäufer aus Mitteldeutschland treffen sich in Leipzig

ver.di | Arbeitswelt - Sonstiges
von hallelife.de | Redaktion

Am morgigen Freitag werden mehrere hundert streikende Verkäuferinnen und Verkäufer aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu einer zentralen Streikkundgebung in Leipzig eintreffen.

„Seit Juni verlaufen die Tarifverhandlungen für die 280.000 Beschäftigten im Einzel- und Versandhandel in Mitteldeutschland ohne spürbare Ergebnisse. Die Angebote der Arbeitgeberseite entsprechen überhaupt nicht der besonderen Leistung, die die Einzelhandelsbeschäftigten 2020 und in diesem Jahr erbracht haben“, so ver.di Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago. „Applaus allein reicht nicht, im Einzelhandel sind dringend deutliche Lohnsteigerungen und eine bessere Tarifbindung notwendig. Die Verweigerungshaltung der Arbeitgeber treibt die Leute auf die Straße.“

„Aufgerufen werden Beschäftigte u.a. aus Kaufland-Märkten, von Edeka, netto, IKEA, Aldi, H&M und der Otto-Tochter Hermes Fulfillment aus Haldensleben. Von der Corona-Pandemie sind alle unterschiedlich betroffen. Während die Unternehmen exorbitante Umsatzsteigerungen bewältigen mussten, wurden die Beschäftigten von Einkommensverlusten durch Kurzarbeit und ständiger Abrufbereitschaft extrem belastet. Lohneinbußen sind unzumutbar und abzulehnen, eine Zweiklassengesellschaft im Handel wird es mit uns nicht geben.“

In der zweiten Verhandlungsrunde schlugen die Arbeitgeber eine Lohnsteigerung von 2 % im ersten Jahr, von 1,4 % im zweiten- und im dritten Jahr erneut von 2 % vor. Allerdings bestehen die Arbeitgeber auf eine Differenzierung für Unternehmen, die vom Lockdown betroffen waren. Diese sollen die Erhöhung um mehrere Monate verschieben können.

Die Arbeitgeber lehnen eine Verhandlung über die Angleichung der Laufzeiten Ost an West, die Allgemeinverbindlichkeit und über einen Mindestlohn von 12,50 Euro sowie über bezahlten Gesundheitstage für Gewerkschaftsmitglieder ab.

Die ver.di-Tarifkommission fordert eine Erhöhung der. Löhne und Gehälter um 4,5 % plus 45 Euro monatlich. Darüber hinaus fordert ver.di ein rentenfestes Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde.

Der neue Tarifvertrag soll eine verkürzte Laufzeit von 10 Monaten haben, um eine Angleichung an die anderen Bundesländer zu vollziehen. Für Gewerkschaftsmitglieder werden zusätzliche drei freie Tage als „Gesundheitstage“ gefordert.

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