Weg für Baustart 2016 offenbar frei

Dieses Element verwendet noch das alte Contao 2 SRC-Format. Haben Sie die Datenbank aktualisiert?

Protonentherapiezentrum in Halle (Saale) | Aktuelles

Nach Hallelife-Informationen steht die Finanzierung des Protonentherapie-Zentrums in Halle (Saale) nun offenbar. Ein Grundstück in Heide-Süd wartet seit mehr als zwei Jahren auf den ersten Spatenstich, doch bisher war der Organisator des Vorhabens, der Unternehmer Hans Jürgen Schenk aus Halle, in Deutschland und der halben Welt unterwegs, um Partner, Geld und Know How etwa bei einem Treffen mit Medizintechnikhersteller IBA im Westdeutschen Protonentherapie-Zentrum (WPC) in Essen aufzutreiben. 

Weg für Baustart 2016 offenbar frei

2016 könnte es endlich soweit sein. Seit Ende 2013 war es ruhig geworden um das Projekt (Hallelife berichtete), das mit Investitionskosten von 200 Millionen Euro geplant ist. Beinahe schien es, als könnte es so enden wie die vor Jahren ebenfalls von Halle aus geplante Soccer-Arena in Schkopau. 

Das Mitteldeutschen Protonentherapie Center (MPC) soll Therapiezentrum für Krebspatienten und Europäisches Konsultationszentrum für Protonentherapie werden. Das Zentrum soll für deutsche Patienten aller Krankenkassen, aber auch für Patienten aus Osteuropa und Asien offen stehen. Zum Zentrum wird den bisher veröffentlichten Plänen nach ein Gästehaus für 186 Personen gehören. Beginnend mit dem ersten Spatenstich und bis zur Übergabe der schlüsselfertigen und betriebsfähigen Anlagen will Schenk mit seiner Firma Schenk Consulting die Kontrolle und Steuerung des Baus übernehmen. Für das Gesamtvorhaben wurde eigens die PTOC Proton Therapy Operating Company mbH gegründet.

 

Die Startbereitschaft in Halle kommt offenbar zum richtigen Zeitpunkt, denn die Bedenkenträger und Lobbyisten der klassischen Strahlentherapie in Deutschland hatten die Protonentherapie lange kritisch beäugt. Im Juni 2015 jedoch gab die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (Degro) eine positive Stellungnahme zur „Strahlentherapie mit Protonen“ ab. Die letzte Stellungnahme zu dem Thema stammte aus dem Jahr 2008. Inzwischen hat sich die Protonentherapie weiterentwickelt, erklärt die Degro eingangs. Auf Seite 4 des Papiers heißt es sodann: „Die Protonentherapie wird in den USA, in Europa und in Asien seit vier Jahrzehnten bei einer eingeschränkten Anzahl von Indikationen und seit mehr als 15 Jahren bei einem großen Spektrum von Indikationen an einer mittlerweile sehr großen Patientengruppe klinisch eingesetzt. Dabei werden häufig  Dosisverteilungen  erreicht, die bei gleicher oder höherer Dosis im Tumor das umliegende gesunde Gewebe besser schonen als moderne Verfahren der Photonentherapie.“ Der dann folgende Satz liest sich wie ein Werbeblock für die Protonen-Fraktion: „Gerade auch bei besonders schwierig zu bestrahlenden Tumoren in der Nähe kritischer strahlenempfindlicher Normalgewebe, bei denen im Rahmen der Photonentherapie hohe Risiken von Normalgewebsschäden bestehen, wurde die klinische Sicherheit und die Verträglichkeit durch die Protonentherapie nachgewiesen.“ Auf Seite 5 erwähnt die Degro, dass inzwischen etliche Länder die Protonentherapie ausbauen, weil sie einen besseren Strahlenschutz bietet, insbesondere bei besonders kompliziert liegenden Tumoren und bei Kindern. Allerdings gibt die Degro zu bedenken, dass zu prüfen ist, ob das die höheren Kosten gegenüber der herkömmlichen Strahlentherapie (Photonen) rechtfertigt. Das sei mit den Krankenkassen zu klären. Als mögliche Vorteile der Protonentherapie nennt die Degro drei Punkte: niedrigere Strahlendosen außerhalb des Zielgewebes, eine höhere Heilungsrate und kürzere Behandlungszyklen. Etliche Fragen seien noch zu klären. Insgesamt jedoch liegt quasi eine Empfehlung vor, nachdem der Fachverband im Jahr 2008 erklärt hatte, dass noch ein „hoher Bedarf für klinische und experimentelle Forschung besteht“ und zu dem Schluss kam: „Mit wenigen Ausnahmen kann eine Protonentherapie daher gegenwärtig nicht als eine Standardmethode der Strahlenbehandlung angesehen  werden.“ Allerdings bezeichneten die Autoren die neue Therapie als große Chance und empfahlen sie schon damals ausdrücklich für die Behandlung von Kindern.

 

In Deutschland hatten sich bisher – mit Ausnahme des RPTC in München – Universitäten, zuletzt in Dresden, um das Thema Protonen gekümmert. In Halle an der Saale hingegen führte nach Hallelife-Informationen kein Weg rein in das Universitätsklinikum, stattdessen unterzeichneten die konfessionellen Krankenhäuser St. Elisabeth und St. Barbara Kooperationspartner des MPC Halle.

 

Westdeutschen Protonentherapie-Zentrum in Essen

https://www.wpe-uk.de

Westdeutsches Protonentherapiezentrum Essen | Stark gegen ...

www.wpe-uk.de

Das Westdeutsche Protonentherapiezentrum Essen (WPE) ist eine der führenden Einrichtungen zur Strahlentherapie mit Protonen in Deutschland und eines der modernsten ...

 

Stellungnahme der Degro zur Protonentherapie (pdf)

http://www.degro.org/dav/html/aktuelles/201506StellungnahmeProtonen.pdf

 

Fortschritte der Protonenforschung in Dresden

https://www.wpe-uk.de/dem-strahl-auf-der-spur/

Beitrag Teilen

Zurück