Planer krempeln Halles Süden um

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Stadtbahnprogramm | Aktuelles

Nach dem Skandal um den Abriss des Künstlerhauses 188 verläuft die Diskussion um den Weiterbau der Stadtbahn von der Einmündung Max-Lademann-Straße bis zur Einmündung Mailänder Höhe bisher unspektakulär. Die Bürgersammlung am 4. April 2017 zum Bauvorhaben südlicher Böllberger Weg und Südstadtring interessierte Bürger in überschaubarer Zahl und verlief ohne große Emotionen. 

Planer krempeln Halles Süden um

Verkehrsplaner Thomas Seibert erklärte das Vorhaben: Es geht um 2,2 Kilometer Strecke, die besteht aus 1470 Meter Böllberger Weg und 730 Meter Südstadtring. Der Abschnitt ist eine wichtige Nord-Süd-Achse für die Straßenbahn in Halle. Es handelt sich um eine Hauptverkehrsstraße der Stufe III. Über Teile des Böllberger Weges verläuft der Saaleradweg (zwischen Wörmlitz und Hafenbahn). Entlang der Strecke haben die Planer die Fahrzeuge pro Stunde zählen lassen. Auf dem Böllberger Weg waren es 18.000 Fahrzeuge, auf dem Südstadtring 13.000. Im letzten Quartal 2016 ließen sie am Südstadtring zwischen Wiener Straße und Hildesheimer Straße ermitteln, wie viele Stellflächen der dort vorhandenen großen Parkflächen aus DDR-Zeiten genutzt werden. Ergebnis: Der Umfang der Nutzung der Parkplätze auf der Süd- beziehungsweise Westseite des Südstadtringes rechtfertigt ihren Erhalt mit öffentlichen Mitteln nicht.

 

Der Südstadtring wird einspurig pro Fahrtrichtung, am Böllberger Weg wird noch untersucht, ob die Fahrbahn zugunsten von Parkbuchten zu verkleinern ist. Halles Stadtplaner wollen ferner die Kreuzung Höhe Max-Lademann-Straße nicht zuletzt unter verkehrssicherheitstechnischen Geschichtspunkten umbauen. Nach dem Umbau rechnen sie mit weniger Unfällen. Gleiches ist an der Einmündung zur Pestalozzistraße geplant. Auf den barrierefreien Ausbau wollen sie unter anderem am Knoten Diesterwegstraße achten. Die Haltestellen von Bahnen und Bussen sollen entlang der ganzen Planstrecke gebündelt werden, da wo es sinnvoll und möglich ist. Am Böllberger Weg steht der Ausbau des Rad- und Fußweges zur Debatte. Am Südstadtring ist eine schnelle Wendemöglichkeit für Bahnen und Busse vorgesehen. Außerdem soll eine Park-and-Ride-Anlage entstehen. Diese neue Verkehrsanlage kostet Stellplätze, die aus Sicht der Stadt ohnehin überdimensioniert waren.

 

Aus dem Südstadtring wollen die Planer die S-Kurve Höhe Züricher Straße durch einen stetigen Bogen ersetzen. Nach Hallelife-Informationen entstand die S-Kurve zu DDR-Zeiten, nachdem die Verkehrsplanung gegenüber dem ursprünglichen Vorhaben, die Südtrasse an der S-Bahn entlang zu führen, geändert wurde. Die Buslinie aus Wörmlitz wird künftig an der Haltestelle Wiener Straße mit der Straßenbahn zusammengeführt. Die neue Umsteigebeziehung soll Schülern zu Gute kommen, für der Nahverkehr momentan nicht optimal eingestellt ist.

 

Nach dem Beitrag der Planer kamen die Bürger zu Wort. Einer fragte nach der Zufahrt zu Garagen während der Bauzeit, ein anderer widersprach der Aussage, die Parkplätze würden nicht gebraucht und verwies auf die Nachfrage insbesondere an Spieltagen des HFC. Ein anderer Bürger wollte wissen, wie die Nahverkehrsanbindung während der Bauzeit gesichert wird. Ein weiterer Bürger sprach Baumaterialablagerungen am Südstadtring an. Eine Frau fragte nach der vor Jahren einmal diskutierten direkten Verbindung zwischen Kaiserslauterer Straße und Südstadtring. Stadtplaner Rainer Möbius erklärte, dass dieses Vorhaben aktuell nicht auf der Agenda steht und auch nicht im Stadtbahnprogramm unterzubringen ist. Gegenüber Hallelife sprach er von Planungen vor zehn Jahren. Demnach wäre es ein Leichtes, die direkte Anbindung herzustellen. Weil man jedoch befürchtete, dass die dann sehr günstige Verbindung noch mehr Autos in die Kaiserlauterer Straße zieht, etwa Fahrer auf dem Weg zur Autobahn A 38, habe man den Plan verworfen.

Bahnfahrten ohne Hindernisse, Fahrplansicherheit, Fahrzeitverkürzung, mehr Fahrtkomfort, Barrierefreiheit und höhere Verkehrssicherheit – nach Aussage der Stadtplaner sind das die Ziele des Stadtbahnprogrammes in Halle. Für den nun vorgestellten Bauabschnitt sind 20 Millionen Euro geplant. Gebaut wird von Nord nach Süd, im Norden 2018 und im Süden voraussichtlich 2019. Dort gehen die Planer jedoch davon aus, dass ein Planfeststellungsverfahren erforderlich ist. 

 

Bürger, die Fragen zum Vorhaben haben, können sich telefonisch an Gerhard Krüger, Havag (0345 / 58 15 00) oder Thomas Seibert, Stadtverwaltung Halle (0345 / 221 62 73) wenden. Außerdem treffen Bürger immer donnerstags ab 15 Uhr im Baubüro im Kaufland-Center am Südstadtring kompetente Ansprechpartner an. Dann sind Bauleitung und Havag vor Ort. Wie Halles Planungsdezernent Uwe Stäglin betonte, befindet man sich momentan noch in einer sehr frühen Planungsphase, will die Bürger aber bereits einbinden. Details zu den Bauabschnitten würden Gegenstand einer weiteren Bürgerversammlung.

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