Gedenken an den Anschlag von Halle

Eine Stadt erinnert sich. | Aktuelles
von Manfred Boide

Heute jährt sich zum ersten Mal der Anschlag von Halle. Am 9. Oktober 2019 kam der Täter aus dem ca. 40 Kilometer entfernten Bennstedt in unsere Stadt. Er wollte am jüdischen Feiertag Jom Kippur in die Synagoge am Wasserturm eindringen, um Menschen zu töten. Um 12:01 Uhr versuchte er in die Synagoge einzudringen, in der sich 51 jüdische Menschen zu den Feierlichkeiten versammelt hatten. Als ihm das nicht gelang, tötete er die zufällige vorbeikommende Passantin Jana L. und nur wenige Minuten später in der Ludwig-Wucherer-Straße im Kiez-Döner den jungen Merseburger Kevin S. 

Aus seiner weiteren Flucht verletzte er noch zwei weitere Personen aus Wiedersdorf bei Landsberg schwer, bis er außerhalb von Halle von der Polizei gestellt und verhaftet werden kann.

Seit diesem Tag ist in der Stadt nichts mehr so wie es war.

Heute finden mehrere Gedenkveranstaltungen in Halle statt, an der auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff und der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster teilnahmen. Am Nachmittag wurde eine Gedenktafel an der Synagoge und am Kiez-Döner in der Ludwig-Wucherer-Straße wurde eine Gedenkplatte  enthüllt und Kränze niedergelegt.

Heute, am 9. Oktober um 12.01 Uhr – zu dem Zeitpunkt, als der Attentäter den ersten Schuss auf die Tür der Synagoge in Halle (Saale) abfeuerte –läuteten alle Kirchenglocken für zwei Minuten. Das öffentliche Leben stand still. Vom Carillon des Roten Turms erklang dann ein jüdisches Lied. Viele Hallenser, Gäste und Politiker hatten sich eingefunden um gemeinsam den Opfern dieser grausamen Tat, Kevin und Jana zu gedenken.

Gedenkminuten

Gedenken an der Synagoge

Max Privorozki hat in seiner Ansprache noch einmal unterstrichen, wie wichtig es ihm persönlich war, die Mutter von Jana L. und Kevin S. zu der Enthüllung der Gedenktafel in der Synagoge einzuladen.

Gedenkakt in der Ulrichskirche

Am ersten Jahrestag, dem 9. Oktober 2020, würdigt Deutschland die Opfer und Hinterbliebenen des antisemitischen und ausländerfeindlichen Anschlags mit einem Gedenkakt in der Ulrichskirche.

Es sprachen: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff, der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Halle Max Privorozki sowie der Oberbürgermeister der Stadt Halle, Bernd Wiegand.

 

Oberbürgermeister Wiegand "Eine Wunde, die noch nicht geheilt ist"

Der Anschlag von Halle galt allen, die eine friedliche und tolerante Welt wollen. Das betonte der Hallesche Oberbürgermeister bei seiner Rede zur offiziellen Gedenkfeier. Aktuelle Probleme sparte er dabei nicht aus.

https://www.mdr.de/tv/programm/video-454158_zc-12fce4ab_zs-6102e94c.html

 

Jüdische Gemeinde ist empfindlicher geworden

Ein Jahr ist seitdem Anschlag vom 9. Oktober 2019 vergangen. Die jüdische Gemeinde in Halle hat seitdem viel Positives erlebt, wie deren Vorsteher Max Privorozki erzählt. Dennoch gab es auch Momente des Hasses.

https://www.mdr.de/tv/programm/video-454160_zc-12fce4ab_zs-6102e94c.html

 

Bundespräsident: "Ich empfinde Trauer, aber auch Scham und Zorn"

Bereits einen Tag nach dem Anschlag von Halle war der Bundespräsident in der Stadt, um den Angehörigen seine Solidarität zu versichern. Tief bewegt von der Tat ist er aber auch noch ein Jahr danach.

https://www.mdr.de/tv/programm/video-454168_zc-12fce4ab_zs-6102e94c.html

 

Haseloff: "Wir müssen uns in Verantwortung nehmen"

Zur Gedenkfeier anlässlich des Halle-Anschlags hielt Reiner Haseloff eine sehr persönliche Rede. Dabei ging er auch auf die kritisierte Äußerungen seines Innenministers ein und formulierte ein Appell an die Toleranz.

https://www.mdr.de/tv/programm/video-454170_zc-12fce4ab_zs-6102e94c.html

(Quelle MDR)

 

Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zur Gedenkveranstaltung in Halle

https://hallelife.de/nachrichten/aktuelles/details/rede-von-bundespraesident-frank-walter-steinmeier-zur-gedenkveranstaltung-in-halle.html

 
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