Bund bestätigt Leuchtturmprojekte

Halle (Saale)/Saalekreis | Aktuelles
von hallelife.de | Redaktion

Die Stadt Halle (Saale) und der Landkreis Saalekreis schreiten bei der Umsetzung der wichtigen Investitionsprojekte im Rahmen des Kohleausstiegs weiter voran. Der Bund hat nunmehr die sechs Leuchtturmprojekte in der Region als förderwürdig befürwortet. Dies betrifft in der Stadt Halle (Saale) die Revitalisierung des RAW-Geländes, den Neubau eines Forschungsgebäude auf dem Weinberg-Campus (CSME) und die Entwicklung des neuen Industriegebietes Star Park II. 

Im Saalekreis den Neubau des Bioeconomy-Hubs sowie die Erweiterung des Chemieparks in Leuna und die Weiterentwicklung des MerInnoCampus in Merseburg. Für diese Investitionsmaßnahmen mit einem geschätzten Gesamtvolumen von rund 660 Millionen Euro können nun Fördermittelanträge eingereicht werden.

Egbert Geier, Bürgermeister der Stadt Halle (Saale), betonte: „Nach der Bestätigung durch den Bund geht es nun darum, dass Tempo bei der Bewältigung des Strukturwandels beizubehalten. Wir wollen so schnell wie möglich Fördermittelanträge einreichen, um die Leuchtturmprojekte umzusetzen. Der Strukturwandel ist für die Stadt Halle (Saale) und die Region eine große Chance, die Wirtschaftskraft des südlichen Sachsen-Anhalts und des Mitteldeutschen Reviers weiter und nachhaltig zu stärken.“

Die schnelle Bestätigung durch den Bund zeigt, dass die Stadt Halle (Saale) und der Saalekreis gemeinsam die richtige Strategie erarbeitet haben: Statt kleinteilig zu denken, setzen wir auf große, nachhaltige Projekte, durch die neue, hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen werden“, so Hartmut Handschak, Landrat des Saalekreis. Die Stadt Halle (Saale) und der Saalekreis hatten schon frühzeitig im Herbst 2019 mit der Vorbereitung des Strukturwandelprozesses begonnen. Dazu wurde eine gemeinsame Kommission gegründet, die ein Leitbild für die Region und daraus abgeleitete Leuchtturmprojekte entwickelt hat. Diese wurden vom Kreistag des Saalekreises und vom Stadtrat der Stadt Halle (Saale) beschlossen.

Mit der Umsetzung der Leuchtturmprojekte werden sowohl Halle (Saale) als auch der Saalekreis kommunale Gesellschaften betrauen, um eine möglichst schnelle Projektentwicklung zu gewährleisten. In Halle (Saale) wird die Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft Halle-Saalkreis mbH mit Geschäftsführer Robert Weber den Prozess federführend begleiten und sich insbesondere um die Revitalisierung des RAW-Geländes und die Entwicklung des Star Parks II kümmern. Für den Neubau des Forschungsgebäudes (CSME) ist die Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH als Projektträger verantwortlich. Zur Umsetzung des Strukturwandels hat die EVG einen Fördermittelbescheid über rund 2,8 Millionen im Dezember 2020 aus dem STARK-Programm des Bundes erhalten. Mit diesem Geld werden das für die Verwirklichung der Projekte benötigte zusätzliche Personal sowie weitere Sachkosten finanziert.

Im Saalekreis wird die im Juli neugegründete Kreisentwicklungsgesellschaft Saalekreis unter Geschäftsführer Tino Haring die Leuchtturmprojekte umsetzen und zugleich die Gemeinden bei der Verwirklichung eigener Investitionsmaßnahmen unterstützen. Die Gesellschaft hat dazu ebenfalls einen Fördermittelantrag im STARK-Programm gestellt und geht von einer Bewilligung in den kommenden Wochen aus.

Die Stadt Halle (Saale) und der Saalekreis wollen mit den Leuchtturmprojekten, an deren Konzeption und Planung seit mehr als einem Jahr gearbeitet wird, die Voraussetzungen für rund 10.000 neue Arbeitsplätze schaffen.

 

Zu den Projekten:

Revitalisierung des RAW-Geländes:

Auf dem direkt am halleschen Hauptbahnhof gelegenen, 26 Hektar großen Gelände des ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerkes soll ein neues Stadtquartier entstehen. Geplant ist eine Kombination aus Arbeiten, Forschen, Produzieren.

Bau des CSME

Auf dem Grundstück an der Heideallee in Heide-Süd soll ein Forschungsgebäude der Universität mit Büros und Laboren entstehen. Interdisziplinäre Wissenschaftler-Teams sollen dort in den Bereichen Biochemie, Biowissenschaften und Life Science neue Verfahren und Produkte entwickeln. Ziel ist, einen Wissenstransfer von der Universität in die Unternehmen zu organisieren. Daran angrenzend ist der Bau eines Business Development Centers for Digital Life Science and Smart Materials als Gründerzentrum für Unternehmen geplant. Dieses soll aus GRW-Mitteln finanziert werden.

 

Entwicklung des Star Park II

Die Stadt Halle (Saale) und der Saalekreis wollen ein gemeinsames, klimaneutrales Industriegebiet in Autobahnnähe entwickeln. Damit sollen die dringend notwendigen Ansiedlungsflächen für Unternehmen aus den Bereichen Automotive, Lebensmittel und Maschinenbau geschaffen werden, da aktuell in der Region kaum noch attraktive Gewerbeflächen zur Verfügung stehen. Bei der Entwicklung des Industriegebietes mit etwa 150 bis 200 Hektar Ansiedlungsfläche soll die Klimaneutralität beachtet werden, u.a. mit Erneuerbaren Energien, Elektromobilität und Smart Factories.

 

Bau des Bioeconomy-Hubs

Im Chemiepark in Leuna soll ein anwendungsorientiertes Gründerzentrum für junge Unternehmen aus der Biochemie und Bioökonomie entstehen. Errichtet werden Laborflächen und Produktionsanlagen, die von den Firmen gemeinsamen genutzt werden können. Dadurch sollen die Kosten für die Entwicklung neuer Verfahren und Produkte gesenkt werden.

 

Erweiterung Chemiepark

Die chemische Industrie ist das Rückgrat der Wirtschaft im südlichen Sachsen-Anhalt. Um den Bedarf an neuen Ansiedlungsflächen insbesondere für Unternehmen aus dem Bereich der Biochemie zu befriedigen, soll ein neues, etwa 150 Hektar großes Chemiegebiet als Ergänzung zu Deutschlands größtem Chemiepark entwickelt werden.

 

Weiterentwicklung MerInnoCampus

Auf dem Areal an der Hochschule Merseburg soll zwei neue Gebäude entstehen. Zum einen das Innovative Transfer- und Anwendungszentrum, in dem zahlreiche Fachbereiche und An-Institute der Hochschule Merseburg in den anwendungsorientierten Forschungsbereichen (u.a. Materialwirtschaft, Erneuerbare Energien, Bioökonomie, Digitalisierung) interdisziplinär an neuen Verfahren und Produktionsprozessen arbeiten sollen. Dabei soll der Transfer in die Wirtschaft gelingen, in dem zum anderen das Regionale Digitalisierungszentrum errichtet wird. Dieses soll ein Gründerzentrum für Unternehmen u.a. aus den Bereichen 3D-Druck und Digitalisierung werden.

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