Appell: "Steht auf für den Frieden!"

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Kommentar | Aktuelles

Heute ist Weltfriedenstag und an diesem 1. September 2017 ist die Botschaft dieses Tages wichtiger denn je. Halle ist beim letzten großen Weltenknall nur knapp der totalen Vernichtung entgangen und obwohl in dieser Stadt verglichen mit anderen deutschen Städten wie Hannover oder Mainz nur wenige Bomben fielen, werden Relikte dieser grauenvollen Zeit auch heute noch immer wieder gefunden.

Appell:

Der Gedenktag ist bewusst gewählt, denn am 1. September 1939 explodierte das Pulverfass, an dessen Entstehung sich das angloamerikanische Bündnis massiv beteiligt hatte. Kaum 20 Jahre nach dem Ende der ersten Weltkriegskatastrophe breitete sich ein neuer Flächenbrand in Europa und der Welt aus. Heute belaufen sich die Schätzungen auf 80 Millionen Tote und materielle Schäden in dreifacher Milliardenhöhe (heute wären es Billionen). Allein die Sowjetunion (Russland) verlor zwischen 27 und 30 Millionen Menschen und das vor allem auch deshalb, weil sie als Untermenschen behandelt wurden.

 

Mit dem Schwur "Nie wieder Krieg" mahnen Antifaschisten und Humanisten seit dem Weltkriegsende 1945, die Büchse der Pandora nicht wieder zu öffnen. Gleichwohl folgte mit dem Korea-Krieg bereits in den 1950er Jahren das nächste bestialische Gemetzel mit am Ende mehr als vier Millionen Toten. Vietnam, Algerien, Libanon, Afghanistan, Golfkrieg (Iran-Irak) - die Liste der Kriege ist lang, die Zahl der Opfer groß. Zwei Dinge sind seit 1945 jedoch nie passiert: Atomwaffen kamen nicht zum Einsatz (wohl aber strahlendes Material wie panzerbrechende Waffen mit abgereichertem Uran unter anderem im Irak und Kosovo) und keiner der Konflikte weitete sich zum Weltkrieg aus. Die Supermächte USA und Russland (Sowjetunion) drohten einander, doch am Ende ergab sich aus dem atomaren Gleichgewicht eine gewisse Stabilität.

 

Ein Blick auf die Entwicklung während der letzten fünf Jahre gibt jedoch Anlass zur Sorge. Die Sprache zwischen den USA bzw. der NATO und Russland ist schärfer geworden. Ein neues Wettrüsten ist in Gang gekommen. Inzwischen stehen NATO-Truppen an der russischen Grenze. Die Provokationen nehmen zu und das auch wieder in Korea. Der barbarische Krieg in Syrien und Irak hat sich längst zum Stellvertreterkrieg ausgeweitet.

 

Während viele Menschen in Deutschland die letzten sommerwarmen Tage genießen und über die richtige Wahl bei der Bundestagswahl am 24. September 2017 debattieren, ist die weltpolitische Lage so explosiv, dass das Gewäsch aus den Parteizentralen und die Massenverarsche an den Laternen der Republik geradezu grotesk wirkt. Gegen Hartz IV sind Tausende Menschen auf die Straßen gegangen. Riesen Geschrei gab es pro und contra Flucht und Masseneinwanderung. Wo aber sind die Menschenmassen, die sich für den Frieden erheben und auf die Straße gehen gegen Rüstungsexporte, Panzer an der russischen Grenze und das Säbelrasseln überall? Frieden ist für viele Menschen heute in Deutschland so selbstverständlich, dass sie nichts für dessen Verteidigung tun. Das ist bedauerlich und brandgefährlich.

 

Deswegen lautet der Appell: Steht endlich auf für den Frieden!

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