Abellio, Alstom, NASA und Rolls-Royce führen MTU-Hybrid-Antriebslösung für Coradia Lint-Dieselzüge ein

Kräft_Malter_Schreier_Dr. Nikutta - Foto Abellio Rail
Bahnverkehr | Aktuelles
von hallelife.de | Redaktion

Abellio Rail Mitteldeutschland, Alstom, Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA) und Rolls-Royce wollen gemeinsam eine neue Hybrid-Antriebslösung für Coradia Lint-Dieselzüge einführen, die zur Flotte von Abellio gehören. Die Unternehmen haben heute vereinbart, Untersuchungen zur technischen Machbarkeit der Integration von MTU-Hybridantrieben in die Coradia Lint-Fahrzeuge und deren Einbindung in das Dieselnetz Sachsen-Anhalt durchzuführen.

v.l.n.r.: Lars Kräft, Leiter des Industriegeschäfts bei Rolls-Royce Power Systems, Rüdiger Malter, Geschäftsführer Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA), Stephan Schreier, Geschäftsführer Betrieb bei Abellio Rail Mitteldeutschland GmbH, Dr. Jörg Nikutta, Geschäftsführer Alstom Deutschland und Österreich

 

MTU ist eine Marke von Rolls-Royce. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Untersuchungen und Sicherstellung der Finanzierung wollen die vier Partner einen Vertrag über die Umrüstung von mindestens drei Fahrzeugen unterzeichnen. Eine entsprechende Vereinbarung haben die Unternehmen auf der weltweiten Leitmesse für Bahn- und Verkehrstechnik Innotrans unterzeichnet. Eine spätere Umrüstung der gesamten Flotte von 54 Coradia Lint-Fahrzeugen ist angedacht. Die Hybrid-Antriebe verbinden einen modernen MTU-Dieselmotor mit einer elektrischen Maschine und Batterien zur Rückgewinnung von Bremsenergie und senken so Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen um bis zu 25 Prozent. Durch den abschnittsweise rein batterieelektrischen Betrieb wird darüber hinaus die Lärmbelastung in Stadt- und Bahnhofsbereichen um 75 Prozent (20 dB(A)) verringert.

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PowerPack 1800 Hybrid StageV_2018 mtu HG RGB

Stephan Schreier, Geschäftsführer Betrieb bei Abellio, sagte: „Als einer der größten Betreiber von Leistungen im Schienenpersonennahverkehr in Sachsen-Anhalt nehmen wir unsere besondere Bedeutung für den Klimaschutz wahr und treiben mit diesem Projekt konsequent den schnellstmöglichen Umstieg auf emissionsreduzierende Lösungen voran.“

Dr. Jörg Nikutta, Geschäftsführer Alstom Deutschland und Österreich, sagte: „Alternative Antriebssysteme sind auch bei der Schienenmobilität nicht mehr wegzudenken. Dabei geht Alstom bereits seit vielen Jahren als Vorreiter voran. Es ist uns wichtig, gemeinsam mit unseren Partnern unserem bewährten Dieselzug Coradia Lint eine weitere Funktionalität hinzuzufügen und auch eine Hybrid-Antriebslösung anzubieten, die schnell verfügbar ist und einen sofortigen Nutzen für Reisende und Umwelt bringt.“

NASA-Geschäftsführer Rüdiger Malter sagte: „Das Land Sachsen-Anhalt engagiert sich für alternative Antriebe und einen emissionsarmen Verkehr. Die geplanten Hybridzüge sind ein kurzfristig realisierbarer Beitrag zu einem umweltfreundlichen Bahnverkehr.“

Lars Kräft, Leiter des Industriegeschäfts bei Rolls-Royce Power Systems, sagte: „Unser MTU Hybrid-PowerPack ist ein zukunftsweisender High-Tech-Antrieb, der die Vorzüge von batterie- und dieselbetriebenen Zügen vereint, ohne dass dazu weitere Infrastruktur benötigt wird. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit unseren Partnern diese Technologie in Deutschland in den regulären Betrieb bringen zu können.“

 

Coradia Lint 41 Abellio Rail Mitteldeutschland

Coradia Lint 41 - Foto Abellio Rail Mitteldeutschland

 

Abellio wird im Dezember 2018 im Auftrag des Landes Sachsen-Anhalt den Fahrgastbetrieb auf 16 nicht elektrifizierten Strecken in Sachsen-Anhalt mit 54 Coradia Lint-Zügen aufnehmen. Der Vertrag über die Umrüstung der ersten drei dieser Fahrzeuge auf Hybrid-Antriebe von MTU soll bis Ende des Jahres 2018 abgeschlossen werden. Die Umrüstung soll innerhalb von weniger als drei Jahren erfolgen und mit  einem Pilotbetrieb beginnen. Dabei sollen Erkenntnisse für den täglichen regulären Einsatz einer Hybrid-Flotte gesammelt werden.

Der Coradia Lint von Alstom ist ein verbrauchsarmer Dieseltriebzug (DMU), der eine Betriebsgeschwindigkeit von maximal 140 km/h erreichen kann. Angetrieben wird er von je zwei MTU-PowerPacks auf Basis von Motoren der MTU-Baureihe 1800, die die strengen Anforderungen der aktuellen EU-Emissionsrichtlinie der Stufe IIIB erfüllen. Das Hybrid-PowerPack ist eine noch umweltfreundlichere Version dieses bewährten Antriebssystems: Es verbindet einen Dieselmotor mit einer elektrischen Maschine (die sowohl als Motor als auch als Generator eingesetzt werden kann) und dem Batteriesystem MTU EnergyPack, das die Energie speichert, die beim Bremsen zurückgewonnen wird. Dadurch ist auch ein lokal emissionsfreier, batterieelektrischer Betrieb möglich. Die Betriebskosten von Fahrzeugen mit Hybrid-Antrieb sind insgesamt deutlich geringer, unter anderem weil die pneumatischen Bremsen durch die Rekuperation von Bremsenergie geschont werden. Dank der größeren Dynamik und zusätzlichen Antriebskraft des elektrischen Antriebs können Verspätungen aufgeholt und Verbindungen mit kürzerer Taktung oder zusätzlichen Halten geplant werden.   

Der Coradia Lint gehört zu Alstoms Coradia-Reihe modularer Züge, die von mehr als 30 Jahren Erfahrung und erprobten technischen Lösungen profitieren. Es wurden bereits mehr als 2.800 Coradia-Züge verkauft und gegenwärtig verkehren 2.300 davon in Dänemark, Frankreich, Deutschland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Schweden und Kanada.

 

 

Über Abellio

Die Abellio GmbH in Deutschland ist einer der führenden deutschen privaten Anbieter im öffentlichen Personennahverkehr. Das Unternehmen betreibt bundesweit Bahnnetze und hält Beteiligungen an anderen Verkehrsdienstleistungsunternehmen und Servicegesellschaften. Die Abellio GmbH ist deutsche Tochter der niederländischen Abellio Transport Holding B.V., die in Deutschland und Großbritannien täglich mit über 14.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Mobilität von mehr als einer Million Fahrgästen sorgt.

Im Dezember 2018 startet das neue Dieselnetz Sachsen-Anhalt (DISA). Auf 16 Linien mit insgesamt 904 km Streckenlänge verbindet es die Menschen in Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Thüringen miteinander und schließt an das Saale-Thüringen-Südharz-Netz an. Im Dieselnetz Sachsen-Anhalt werden 54 hochmoderne Coradia LINT-Fahrzeuge in zweiteiliger Ausführung eingesetzt. Mit deren komfortabler Ausstattung und der Ausrüstung aller Züge mit Fahrkartenautomaten wird eine hohe Qualität im Nahverkehr angeboten. 

 

Über Alstom

Mit seinen Produkten und Serviceleistungen für den Transportsektor ist Alstom ein Vorreiter für nachhaltige Mobilität. Alstom bietet ein umfassendes Spektrum an Lösungen für diesen Markt - von Hochgeschwindigkeitszügen bis hin zu Metros, Straßenbahnen und Elektrobussen - Angebote für Fahrgäste, personalisierte Dienstleistungen mit der zugehörigen Wartung, und Modernisierung, Infrastruktur und Signaltechnik sowie digitale Mobilitätslösungen. Alstom ist weltweit führend in integrierten Bahnsystemen. Im Geschäftsjahr 2017/18 verzeichnete Alstom einen Umsatz von 8 Mrd. Euro und verbuchte einen Auftragseingang in Höhe von 7,2 Mrd. Euro. Alstom hat seinen Hauptsitz in Frankreich und ist in mehr als 60 Ländern vertreten. Das Unternehmen beschäftigt heute weltweit 34.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

www.alstom.com

 

Über die NASA GmbH  

Die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH ist zu 100 Prozent eine Tochtergesellschaft des Landes Sachsen-Anhalt. Im Landesauftrag plant, bestellt und finanziert sie den Schienenpersonennahverkehr.   

 

Über Rolls-Royce Holdings plc

  1. Rolls-Royce geht mit modernsten Technologien voran, um die umweltfreundlichsten, sichersten und wettbewerbsfähigsten Lösungen für den weltweiten Antriebs- und Energiebedarf anzubieten.

  2. Rolls-Royce Power Systems mit Hauptsitz in Friedrichshafen beschäftigt rund 10.000 Mitarbeiter. Unter der Marke MTU vertreibt das Unternehmen schnelllaufende Motoren und Antriebssysteme für Schiffe, Energieerzeugung, schwere Land- und Schienenfahrzeuge, militärische Fahrzeuge sowie für die Öl- und Gasindustrie. Unter der Marke MTU Onsite Energy bietet das Unternehmen Dieselaggregate für Notstrom, Grund- und Spitzenlast an sowie Blockheizkraftwerke zur Kraft-Wärme-Kopplung auf Basis von Gasmotoren. Mittelschnelllaufende Bergen-Motoren treiben Schiffe und Energieanlagen an.

  3. Rolls-Royce hat Kunden in mehr als 150 Ländern, darunter mehr als 400 Flug- und Leasinggesellschaften, 160 Streitkräfte, 4.000 Marine-Kunden, einschließlich 70 Seestreitkräften, sowie mehr als 5.000 Energie- und Kernenergiekunden.

  4. Der Jahresumsatz 2017 betrug 15 Milliarden britische Pfund, davon stammt etwa die Hälfte aus dem Servicegeschäft. Der Gesamtauftragsbestand lag Ende Dezember 2017 bei 78,5 Milliarden britischen Pfund.

  5. 2017 investierte Rolls-Royce 1,4 Milliarden britische Pfund in Forschung und Entwicklung. Das Unternehmen unterstützt ein weltweites Netzwerk von 31 universitären Technologie-Centern (UTCs), durch die Rolls-Royce-Ingenieure unmittelbar an wissenschaftlicher Spitzenforschung teilhaben.

  6. Rolls-Royce beschäftigt fast 55.000 qualifizierte Fachkräfte in 50 Ländern – darunter rund 19.400 Ingenieure. Rolls-Royce engagiert sich stark für die Nachwuchsgewinnung und investiert in die Weiterentwicklung seiner Mitarbeiter. 2017 wurden 313 Absolventen und 339 Auszubildende in unsere weltweiten Ausbildungsprogramme aufgenommen.

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