Wieviel Menschen sind arbeitslos?

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Arbeitsmarkt | Aktuelles
von Tobias Fischer

Auch in diesem Monat kann die Arbeitsagentur wieder vermelden: die Arbeitslosenzahlen sinken. Im Juni 2009 waren im Agenturbezirk Halle 26. 715 Männer und Frauen arbeitslos

Wieviel Menschen sind arbeitslos?

Auch in diesem Monat kann die Arbeitsagentur wieder vermelden: die Arbeitslosenzahlen sinken. Im Juni 2009 waren im Agenturbezirk Halle 26.715 Männer und Frauen arbeitslos. Das sind 333 Personen weniger als im Mai 2009 und 1.860 weniger als im Juni des Vorjahres. In der Stadt Halle (Saale) hatten 15.967 Personen keinen Job, 123 weniger als im Mai. Die meisten Arbeitslosen in Halle sind schon länger als ein Jahr ohne Arbeit und beziehen daher Hartz IV. Die Arbeitslosenquote in der Saalestadt sank auf 14,0%, liegt damit aber noch immer über dem Landesdurchschnitt von 13,6 Prozent. Die geringste Arbeitslosenquote verzeichnete der Landkreis Börde mit 9,8%, gefolgt vom Jerichower Land mit 11,7%. Die höchsten Quoten verzeichneten Mansfeld-Südharz mit 17,2% und Stendal mit 15,7%.

Offiziell waren Mitte Juni 167.600 Frauen und Männer in Sachsen-Anhalt arbeitslos gemeldet. Damit ging der Bestand an arbeitslosen Menschen im Vergleich zum Mai und auch im Vergleich zum Vorjahr um rund 4.400 Personen zurück. Bezieht man jedoch zum Beispiel die Arbeitssuchenden in Weiterbildungen, Arbeitsgelegenheiten, aber auch die Existenzgründer und kranken Arbeitslosen mit ein, dann haben 230.400 Menschen in Sachsen-Anhalt keinen Job.

Hinzu kommen noch die Kurzarbeiter. Allein im Mai 2009 meldeten 370 Unternehmen bei den Agenturen für Arbeit in Sachsen-Anhalt für 6.200 Arbeitnehmer Kurzarbeit aus konjunkturellen Gründen an, vor allem aus Unternehmen des Maschinenbaus, Metallbaus, der chemischen Industrie, der Glas- und Keramikerzeugung, dem Kraftwagenteilebau, dem Transportwesen sowie der Gummi- und Kunststoffindustrie. Im April hatten noch 590 Unternehmen für 13.000 Personen Kurzarbeit angemeldet. Wie viele Arbeitnehmer im Juni tatsächlich kurzgearbeitet haben, ist noch unbekannt und kann erst ermittelt werden, wenn die betreffenden Unternehmen den tatsächlichen Arbeitsausfall bei den Agenturen für Arbeit abgerechnet haben. Die aktuellsten Angaben liegen für März 2009 vor. Hier ist Kurzarbeitergeld aus saisonalen und konjunkturellen Gründen an 19.500 Arbeitnehmer gezahlt worden, darunter 14.700 aus konjunkturellen Gründen.

Private und öffentliche Arbeitgeber meldeten im Juni 7.700 freie Stellen (gg. Vormonat: -100; gg. Vorjahr: -1.700). Mehr als die Hälfte davon (4.000 Stellen; gg. Vormonat: -300; gg. Vorjahr: -700) waren am ersten Arbeitsmarkt angesiedelt. Hier wurde die Mehrzahl der Stellen aus den Bereichen Sonstige Wirtschaftliche Dienstleistungen (1.300), Baugewerbe (440), Gesundheits- und Sozialwesen (360), Handel und Instandhaltung (330), verarbeitendes Gewerbe (280) sowie Gastgewerbe (280) gemeldet.

Im Juni ist die Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung von 14.200 (SGB II: 7.400; SGB III: 6.800) vormals arbeitslosen Menschen gefördert worden (gg. Vorjahr: +7,3%; SGB II: +6,9%; SGB III: +7,7%).

Mit der Förderung der beruflichen Qualifizierung entsprechend dem individuellen Bildungsbedarf arbeitsuchender Menschen reagieren die Agenturen für Arbeit und die SGB II-Träger auf den sich auch weiterhin abzeichnenden Fachkräftebedarf der Wirtschaft. Im Juni wurden 12.700 (SGB II: 6.600; SGB III: 6.100) Personen (gg. Vorjahr: +23,4%; SGB II: +8,1%; SGB III: +45,3%) durch Bildungsgutscheine oder in Trainingsmaßnahmen gefördert.

In Beschäftigung schaffenden Maßnahmen waren im Juni 23.700 Menschen (gg. Vorjahr: -2,9%) tätig, darunter die Mehrzahl in gemeinnützigen Arbeitsgelegenheiten (17.400 Personen, gg. Vorjahr: -9,4%). Diese Zusatzjobs, für deren Förderung die Träger des SGB II zuständig sind, bieten langzeitarbeitslosen Menschen zumindest befristete Beschäftigungschancen. Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen sind für 1.400 Personen (gg. Vorjahr: -66,3%) gefördert worden. Diese Marktersatzlösung wird vor allem von den SGB II-Trägern eingesetzt (1.200). Gemeinnützige Arbeitsgelegenheiten und ABM für arbeitslose Hilfebedürftige werden durch das Kommunalprogramm und das Programm für Über-50-Jährige des Landes Sachsen-Anhalt mit gefördert.

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