Wieder mehr Arbeitslose in Sachsen-Anhalt

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Arbeitsmarkt | Aktuelles
von Tobias Fischer

Die Arbeitslosenzahlen in Sachsen-Anhalt sind im November angestiegen. Und die Arbeitsagentur hat auch einen Grund ausgemacht. Demnach haben vor allem auslaufende Jobs am zweiten Arbeitsmarkt zu dem Anstieg geführt

Wieder mehr Arbeitslose in Sachsen-Anhalt

Die Arbeitslosenzahlen in Sachsen-Anhalt sind im November angestiegen. Und die Arbeitsagentur hat auch einen Grund ausgemacht. Demnach haben vor allem auslaufende Jobs am zweiten Arbeitsmarkt zu dem Anstieg geführt. 128.900 Männer und Frauen hatten in Sachsen-Anhalt galten im November offiziell als arbeitslos, 2.000 mehr als im Oktober 2011. Im Vergleich zum Vorjahr gab es einen Rückgang um 1.200. Die Arbeitslosenquote in Sachsen-Anhalt liegt jetzt bei 10,6 Prozent.

In Halle (Saale) lag die Quote mit 11,7 Prozent deutlich über dem Landesschnitt. 13.087 Arbeitslose wurden hier gezählt, 319 mehr als einen Monat zuvor. Die geringste Quote hat der Kreis Börde (7,2 %), gefolgt vom Altmarkkreis Salzwedel (8,8 %) und Jerichower Land (9,0 %), Harz (9,3%) und dem Saalekreis (9,8%). Die höchsten Quoten wiesen die Landkreise Mansfeld-Südharz mit 14,0% sowie Stendal mit 13,7 % aus.

Neben den 128.900 registrierten Arbeitslosen wird im monatlichen Arbeitsmarktreport auch die Unterbeschäftigung für Sachsen-Anhalt dargestellt. Im November sind 48.200 vormals arbeitslose Menschen mit den verschiedenen arbeitsmarktpolitischen Instrumenten wie Bürgerarbeit, Weiterbildung etc. gefördert worden und zählen zur Unterbeschäftigung im engeren Sinne. Darüber hinaus werden 14.100 Personen nicht als arbeitslos gezählt, weil sie entweder vorruhestandsähnliche Rege-
lungen in Anspruch nehmen oder selbstständig sind. Damit umfasst das Potential derjenigen, die eine reguläre Beschäftigung aufnehmen könnten, 191.300 Personen. Das entspricht einer Unterbeschäftigungsquote von 15,8% (gg. Vorjahr: -1,6 Prozentpunkte).

Ein guter Faktor für die Entwicklung ist die Zahl der Beschäftigten. Hier liegen Zahlen von September 2011 vor. Hier waren 770.800 Männer und Frauen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, das sind 5.900 bzw. 0,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Zuwachs erfolgte vor allem in der Zeitarbeitsbranche (+ 7,6%) und anderen Wirtschaftsnahen Dienstleistungen (+3,1)%, im Verarbeitenden Gewerbe (+3,4%), im Gastgewerbe (+2,2%), dem Gesundheits- und Sozialwesen (+2,2%), in der Verkehrs- und Lagerwirtschaft (+1,2%) sowie im Energie- und Wasserversorgungsbereich (+1,0%).

Eigentlich sei der Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt auch im November stabil und positiv aufgestellt, analysiert Kay Senius, Chef der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen. So gab es über 8 % mehr Arbeitsaufnahmen auf dem ersten Arbeitsmarkt als noch im Oktober. Dazu kommt ein kräftiges Stellen-Plus, das bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern in Sachsen-Anhalt im November verbucht werden konnte. Private und öffentliche Arbeitgeber hätten dem Arbeitgeber-Service im November rund 4.900 freie Stellen am ersten Arbeitsmarkt gemeldet. Das seien zehn Prozent mehr als im Vormonat und etwa gleich viele, wie im Vorjahr. Mehr Stellen als im Vormonat meldeten das verarbeitende Gewerbe, die Logistikbranche, die Zeitarbeitsbranche aber auch das Gastgewerbe. Gefragt waren Arbeitskräfte in der Metallerzeugung und Verarbeitung, im Metallbau, in Reinigungsberufe sowie Kraftfahrer.

Dass die Arbeitslosigkeit trotzdem steige, liege an den 3.100 Männern und Frauen, die sich jetzt aus auslaufenden Beschäftigungsverhältnissen auf dem zweiten Arbeitsmarkt arbeitslose meldeten. Im Vergleich zum Vormonat bedeutet das Steigerung um 61,3 Prozent. Dazu komme auch ein leichter saisonaler Effekt, der etwa die Landwirtschaft betreffe, sagte Senius.

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