Sachsen-Anhalt leiht sich Geld bei strenggläubigen Moslems

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von Tobias Matussek

Magdeburg (dpa) - Sachsen-Anhalt leiht sich mit Hilfe eines europaweit bisher einmaligen Verfahrens 100 Millionen Euro von strenggläubigen Moslems. Die Islamic Bonds genannte Anleihe im arabischen Raum werde bis Ende Juli am Markt platziert, teilte Finanzminister Karl-Heinz Paqué (FDP) am Mittwoch in Magdeburg mit.

Sachsen-Anhalt leiht sich Geld bei strenggläubigen Moslems

Sie trägt durch eine spezielle Konstruktion den Besonderheiten des islamischen Rechts Rechnung, welches Investoren Zinseinkünfte aus Kapital verbietet. Die Anleihe soll über fünf Jahre mit variablem Zins laufen und an der Luxemburger Börse notiert werden. Partner Sachsen-Anhalts, das mit Verbindlichkeiten von rund 17 Milliarden Euro zu den am höchsten verschuldeten Bundesländern gehört, ist die amerikanische Bank Citigroup. Zur Abwicklung des Geldgeschäfts, das vom Landesrechnungshof mit Skepsis gesehen wird, gründete Sachsen-Anhalt eine Stiftung in den Niederlanden als so genannte Zweckgesellschaft. Dieser werden Nutzungsrechte an landeseigenen Immobilien übertragen, zum Beispiel am Finanzministerium und den Finanzämtern. Das Land erhält dafür 100 Millionen Euro von der Stiftung, die zur Finanzierung Anteile an islamische Investoren verkauft. Das Land zahlt Leasingraten für seine Immobilien. Nach fünf Jahren, wenn die 100 Millionen Euro zurückgezahlt sind, bekommt das Land die Nutzungsrechte an den Immobilien zurück. Laut Paqué ist das Vorhaben an den arabischen Finanzplätzen Bahrein und Dubai auf großes Interesse gestoßen. "Besonders positiv aufgenommen wurde, dass Sachsen-Anhalt als erster Emittent aus Europa diesen Investorenkreis anspricht", sagte er. (Quelle: Süddeutsche Zeitung Nr.161, Donnerstag, den 15. Juli 2004 , Seite 18)

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